Dass morgen Professor Brehm über seine Expedition ins Tierland berichten wird, dass seine Assistenten Bilder dazu zeigt und Tiere dazu malen wird, dass das 10 Euro kostet und dass Sitzplätze rar sind, das habe ich alles schon geschrieben.
Aber dass am folgenden Dienstag wieder unsere “Erste Seite” sein wird, daran haben Sie vielleicht nicht mehr gedacht.
Clemens Grote wird u.a. aus den Romanen von Marion Brasch und Michael Ondaatje vorlesen.
Auch hier sind die Sitzplätze begehrt, aber dafür kostet es nix.
Ich freue mich auf Euer/Ihr Kommen.
_________________________
Jetzt können Sie auch Ebooks über uns, über Libreka bestellen.
Viel Spaß dabei.
Die SONY-Reader bekommen Sie bei uns.
_________________________
An diesem 29.Februar hat Martin Suter (* 1948) Geburtstag.
Zum wievielten Geburtstag können wir ihm eigentlich gratulieren?
Müssen wir wirklich durch vier teilen?
_________________________
Das Gedicht des Tages aus dem Lyrikkalender des Verlages das Wunderhorn.
Alfred Lichtenstein
Ein Kavalier
Ein Kavalier ist unterwegs.
Noch sind ihm viele Mädchen Keks.
Noch ist ein Abend süß und lieb.
Ein Kavalier ist in Betrieb.
Bei Tage scheint die Sonne schön.
Ein Kavalier will sterben gehn:
Ein Kavalier hat seiner Braut
Die letzte Jungfernschaft geklaut.
1912
_________________________
Teil 11 von “Anton Reiser”.
Karl Philipp Moritz verspricht im Vorwort zum zweiten Teil dass es nun besser wird mit unserem Anton, dass es nun vorwärts geht. Ich mag es ja kaum glauben. Und zu Beginn scheint das auch nicht zuzutreffen.
Anton prügelt sich mit einer paar Jungs auf der Straße just in dem Moment als der von ihm vereehrte Pastor aus der Kirche kommt. Anton erkennt seine Schandtat und denkt, dass nun alles zu spät ist, rennt zum Pastor und erklärt ihm, dass er eigentlich nie prügle. Er hält dem verduzten Pastor einen langen Vortrag und dieser denkt, dass er diesen Jungen im Augen behalten will. Er nimmt Anton tatsächlich auf und er bekommt dort zusammen mit des Pastors Sohn u.a. Lateinunterricht. Unser Anton ist im Moment der glücklichste Mensch auf Erden.
________________________
Buchtipp:

Fredrik Sjöberg: “Die Kunst zu fliehen“
Vom Glück sich in kleine Dinge zu versenken und große Kontinente zu entdecken.
Galiani Verlag € 18,99
Letzter Band der Trilogie nach “Die Fliegenfalle” und “Der Rosinenkönig“.
Diese drei kleinformatigen, schönen, schmalen Bücher sind eine wahre Pracht und ein Genuss beim Lesen. Wie Sjöberg sich diesen verschrobenen Typen nähert, dies mit seiner Biografie verwebt ist grossmeisterlich.
Hier schildert er u.a. ein Vorfall bei einer Autovermietung in den USA. Das Ehepaar hat ein kleines Auto gemietet und will zu einer Tour durch die großen Naturparks aufbrechen, um mehr über Gunnar Widforss zu erfahren, der “Hauptperson” dieses Buches. Sie kommen aber nicht weit. Die Schranke zum Herausfahren wird zwar geöffnet, aber gleich danach ragen plötzlich Eisenstacheln aus dem Boden und es knallt vier Mal. Natürlich großes Hallo und großer Auflauf. Sjöberg (der Autor) ist schwer genervt, weil er weiter will. Seine Frau (die Frau am Steuer) steht mitten im Getümmel der aufgetauchten Männer. Plötzlich wird dem Autovermietungsbesitzer klar, dass die Lage nicht in einem Prozess über Millionen Dollar endet, sondern, dass dieses Paar nur ein neues Auto als Ersatz will. Gesagt getan. Als er mit Frau Sjöberg um die Ecke geht, damit sie das gleiche kleine Modell mitnehmen kann, sieht sie eine richtig fette Kiste dort stehen und meint, dass ihr DIESE Farbe auch gut gefallen würde. Dem Besitzer fällt die Klappe herunter, will aber sein Gesicht nicht verlieren und auch keine Millionen abdrücken. Somit verbringt das Ehepaar ein paar schöne Tage auf ihrer Naturparktour in einem riesigen Auto.
Und dies passt so schön zur Biografie, wie sich später herausstellt.
Der Verlag schreibt:
Was haben der Puzzlerausch zur Weltwirtschaftskrise, der Kaugummi-Magnat Wrigley und die Idee der Kameltruppen gemeinsam? Im Grunde gar nichts. Außer dass sie in die Kategorie des bezaubernd Abseitigen fallen, von dem der neugierige Forscher und Sammler Fredrik Sjöberg magisch angezogen wird.
In diesem Fall findet er solche und andere kuriose Geschichten am Wegesrand einer Reise auf den Spuren des 1934 verstorbenen schwedischen Aquarellmalers Gunnar Widforss. Dessen spannendes und turbulentes Leben setzt er in Die Kunst zu fliehen wie ein Puzzle zusammen: seine Herkunft aus einer Familie, als hätte Ingmar Bergman sie in Fanny und Alexander nachgeahmt; seine zur Perfektion getriebene Unfähigkeit, mit Geld umzugehen; sein Scheitern in der europäischen Kunstwelt, die gerade de Chirico und andere Modernisten feierte. Und: sein dramatisches Geheimnis, das Widforss in die USA fliehen ließ, wo er am Ende doch zu Ruhm gelangte.
Sjöberg selbst übt sich dabei schreibend in der Kunst der Eskapade und entführt seine Leser immer wieder auf Nebenwege, in fremde Länder und ferne Zeiten. Man folgt ihm staunend und glücklich nur zu gern – wohin auch immer.
Pressestimme:
»Wie der Russe Vladimir Nabokov und der Schwede Tomas Tranströmer ist auch Fredrik Sjöberg ein Insektenfreund. Vielleicht hat er daher diesen Blick für das Besondere – aus dem auch diesmal wieder ein Universum der Sehnsucht und des Scheiterns entsteht. (…) Inzwischen sind Sjöbergs Titel nicht nur ein Markenzeichen, sondern auch zum Suchtmittel für die Sjöberg-Fangemeinde geworden. In ihnen grinst das Erzähler-Ich schelmisch hervor. Auch angesichts des letzten Teils der Trilogie muss vor Sjöbergs Meisterschaft, dem Komplexen ironische Leichtigkeit zu verschaffen, gewarnt werden.«
Deutschlandradio
Rein in den Warenkorb.
______________________
Gestern in der Zeitung gelesen:
Reiche Autofahrer brechen häufiger Verkehrsregeln
und wohlhabendere Menschen haben ein sehr positive Einstellung zu Gier und Habsucht.
Wen wundert das!




