Dienstag, 8.Mai um 19 Uhr
“Die erste Seite”
Wir stellen vier Neuheiten vor.
Diesmal reisen wir von Chile, über Paris, nach New York und dann nicht auf Amerika, sondern ins tiefste Bayern.
Hernán Rivera Letelier: Der Traumkicker
Louise de Vilmorin: Madame de
Joseph Mitchell: Zwischen den Flüssen
Bernd Schroeder: Auf Amerika
Es liest Clemens Grote
Der Eintritt ist kostenlos
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Dienstag, 22.Mai um 19 Uhr
Thomas von Steinaecker liest aus seinem neuen Buch:
“Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen“
Auch als E-Book erhältlich.
Eintritt € 10,00
»Trotzdem ist das Ganze niemals trostlos, sondern hat etwas ungemein Schillerndes und Gutgelauntes. (…) Auf die Entdeckung, dass gesellschaftliche und seelische Deformationen im Spätkapitalismus einerseits schicksalhafte, andererseits komödiantische Züge tragen, ist der Roman sehr stolz. Dieser Leidensstolz gibt ihm seine Coolness.(…) Thomas von Steinaecker hat an diesen literarischen Cyberwelten ein sympathisch verspieltes Vergnügen, das sich auf den Leser überträgt. (…) Nie verliert er die Beherrschung über seinen elaborierten Stil, seinen Witz und seine halsbrecherische Konstruktion.«
Iris Radisch, Die Zeit, 15.3.2012
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Heute haben Geburtstag:
Niccolò Machiavelli * 1469
August von Kotzebue * 1761
Soma Morgenstern * 1890
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Heute im Gedichtekalender des Wunderhorn Verlages:
Unbekannter Dichter
An einen Boten
Wenn du zu meim Schätzel kommst,
Sag: Ich ließ sie grüßen;
Wenn sie fraget, wie’s mir geht?
Sag: auf beyden Füßen.
Wenn sie fraget: ob ich krank?
Sag: ich sey gestorben;
Wenn sie an zu weinen fangt,
Sag: ich käme morgen.
Um 1778
Ganz schön fies!
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Buchtipp:

Gestern Abend endlich das neue Buch von
Patrick Modiano: “Im Café der verlorenen Jugend”
gelesen.
Aus dem Französischen von Elisabeth Edl
Als gebundenes Buch im Hanser Verlag € 16,90
Als inszenierte Lesung auf CD im Hörbuchverlag Hamburg € 19,99
Als französisches Taschenbuch € 9,99
Als E-Book über Libreka.de € 12,99
Ein kleines, schmales, feines Buch über das verschwundene Café Le Condé in einem Paris der vergangenen Tage. In diesem Café treffen sich die, die versuchen die Tage zu überleben. Es wird diskutiert, getrunken, gelebt. Und eines Tages taucht eine junge Frau auf, die von einem der “Insassen” Louki “getauft” wird.
Und Louki ist auch der rote Faden dieses Romanes. An Hand dieser Frau erzählt Modiani über diese verschwundene Zeit, über die damaligen Träume und Möglichkeiten. Er erzählt, was aus den Personen geworden ist. er schreibt über Skuriles, wie zum Beispiel, dass ein Mann von jeder einzelner Person aufnotiert wann sie gekommen, gegangen ist. Wie sie heisst, mit wem sie weitergezogen ist und wenn möglich sogar die dazugehörende Adresse. Aber nicht nur hier in diesem Café. Er hat noch zwei andere Cafés unter Beobachtung und möchte ein großes Netz von Café-Gängern erstellen. (Sagen wir das bloß nicht Google, sonst wittern die noch eine weitere Geschäftsidee).
Erzählt werden die knapp 160 Seiten von vier verschiedenen Personen in vier Kapiteln, die sich alle um Louki, ihr Auftauchen, ihre Herkunft und ihr Verschwinden drehen.
Noch so ein wehmütig schönes Erinnerungsbuch, wie die beiden Bände von Jospeh Mitchell über das verschwundene New York, die ich hier schon besprochen habe.
So beginnt der Roman:
“Bei diesem ersten Besuch habe ich lange im Condé
gewartet. Sie ist nicht gekommen. Ich musste Geduld
haben. Ein andermal würde es klappen. Ich
habe die Gäste beobachtet. Die meisten waren nicht
älter als fünfundzwanzig, und ein Romancier des
19. Jahrhunderts hätte bei ihnen wohl von »studentischer
Boheme« gesprochen. Aber meiner Meinung
nach waren nur ganz wenige an der Sorbonne eingeschrieben
oder an der École des Mines. Ich muss gestehen,
während ich sie aus der Nähe beobachtete,
machte ich mir Sorgen um ihre Zukunft.”
Leseprobe










