Mittwoch

Heute haben
Janina David * 1930
Philiph Roth * 1933
Kirsten Boie * 1950
Thomas Lang * 1967
Geburtstag
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LUCHS 2013 von ZEIT und Radio Bremen geht an Kirsten Boie
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Larrue

Arthur Larrue: „Woina
Aus dem Französischen von Max Stadler
Wagenbach Verlag € 12,90

Kaum zu glauben, das dies alles wahr sein soll, was der französische Autor hier aufgeschrieben hat. Vier Jahre hat er in St.Petersburg unterrichtet. Nachdem er dieses Buch dort veröffentlicht hat, verlor er seine Stelle und sein Visum. Es ist also nicht nur keine Fiktion, oder Tatsachenroman mit verdrehten Namen, sonden die pure Wahrheit (oder wie man das nenen mag), die hier auf gut 100 Seiten aufgeschrieben sind. „Woina“ nennt sich die Künstlergruppe. „Woina“ bedeutet Krieg. Und in einem Krieg mit der Staatsgewalt befinden sich die Mitglieder dieser „Bande“, wie sie von Staatsseite genannt werden. Die vier Erwachsenen und das kleine Kind wohnen in leerstehenden Wohnungen, sind obdachlos, tragen gebrauchte, geklaute Kleider, nehmen kein Geld in die Hand und bewegen sich somit immer auf der Kante zum Illegalen. Ihre Kunst hat nichts mit der kritischen Kunst westlicher Arbeiten zu tun. Sie lassen schon mal ein Polizeiauto in Flammen aufgehen, oder sie malen mit wetterfester Leuchtfarbe einen riesigen Pimmel auf die Straße einer Ziehbrücke der Stadt. So dass dieses leuchtende Monster, bei hochgeklappter Straße weithin sichtbar ist und auf jedenfall ganz in der Nähe vom Pilzeigebäude. Dass dies alles nicht so lustig bei der Stadtverwaltung ankommt, können Sie sich denken.
Unser Erzähler verlässt im kalten Petersburger Winter seine Freundin, um in der Wohnung einer Bekannten unterzuschlüpfen. Die ist jedoch nicht leer, weil sich dort „Woina“ aufhält. Im Treppenhaus, trifft er eine alte Frau, die ihm Gras anbietet und die eine große Pflanzanlage unter dem Dach des Gebäudes unterhält. Sie beobachtet auch alles, was im Haus vorgeht. In der Wohnung angekommen, steckt der Erzähler gleich mitten drin in Diskussionen, die ihm zunächst sehr fremd sind. Es wird getrunken und gegen die Kälte steht die Türe des Gasherdes auf und die Flammen auf höchster Stufe. Draußen regnet es und ausser der Küche ist der Rest der Wohnung unerbärmlich kalt. Sein Bett ist auch nicht mehr da, wo er es vermutet hat und statt sich unter den warmen Decken zu verkriechen, sitzt er mit der Künstlergruppe am Tisch und ist mit einem Bein schon im Untergrund. Paralell dazu sitzen wir im Arbeitszimmers eines Komissars, der auf der Suche nach Woina ist, gleichzeitig von einem alkoholisierten Handwerker genervt wird, der sein Türschloss reparieren soll, davon aber keine Ahnung hat. Diese Szenen sind schon von großer Komik.
Witzig, frech, aber auch ernst und brutal schreibt Arthur Larrue über das heutige Russland, das wir vielleicht von den Aktionen und den Prozess von und um Pussy Riot kennen. Egal, wie wir die Arbeiten von Woina finden (immerhin sind sie als Co-Kuratoren zur Berlinale eingeladen und werden vom Straßenkünstler Banksy unterstützt), lesen wir in dem schmalen Buch über den Kampf ums Überleben, die Auflehnung nicht nur gegen den rigiden Staat, sondern auch über die Verachtung derjenigen, die brav mitlaufen, oder an gehnemigten Protesten teilnehmen.
Das Buch ist echte ne Überraschung.

Kerstin Holms Bericht (FAZ) über die Künstlergruppe „Wojna“.
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Heute abend um 19.30 Uhr Buchpräsentation.
Christoph Öhm: „DerSchatz des Preussenkönigs“

Die schreibt die Südwestpresse Ulm heute in Ihrer Zeitung:

Die Ulmer Bücherstube wird am Mittwoch, den 19. März um 19:30 Uhr, Schauplatz einer Lesung mit unserem Autor Christoph Öhm. In der „Buchhandlung Jastram“ präsentiert der Wahl-Ulmer an diesem Abend einige Passagen aus seinem neuen Roman „Der Schatz des Preußenkönigs“, einem historischen Kriminalroman, in dem sich der Leser auf eine turbulente Schatzsuche begibt:

Stuttgart/Potsdam 1778. Der junge Tuchhändler David Stark begibt sich an den Höfen des Preußenkönigs und des württembergischen Herzogs auf eine irrsinnig spannende Suche nach einem großen Geheimnis. Ein Schreiben Voltaires an Friedrich den Großen entpuppt sich als Schatzkarte. Während er ein Mosaiksteinchen nach dem anderen zusammenpuzzelt, stößt er auf eine Intrige in der deutschen Geschichte, die ihresgleichen sucht und deren Folgen bis heute ihre Wirkung zeigen. Das Wesen von Intrigen ist: Sie bleiben besser im Verborgenen. So mangelt es Stark nicht an Gegnern, und seine Suche ist alles andere als sans souci …

Christoph Öhm, Jahrgang 1968, lebt in Herrenberg und Neu-Ulm als Pianist, Musikforscher und Klavierpädagoge. Die Beschäftigung mit der Musik führte ihn außerdem in die Vereinigten Staaten, wo er bei namhaften Pianisten studierte. Als zweifach promovierter Musikwissenschaftler ist er mit der Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts bestens vertraut. Christoph Öhms „Der Schatz des Preußenkönigs“ ist die Fortsetzung seines erfolgreichen Debüts »Das Mozart-Mysterium«.

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