Montag

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Sonnen- und Atomenergie am frühen Morgen

Gestern hatten
Roda Roda * 1872
Samuel Beckett * 1906
Stephan Hermlin * 1915
und Jean-Marie Gustave Le Clézio 1940
Geburtstag.
Heute sind es
Martin Kessel * 1901
Erich von Däniken * 1935
Landorf Scherzer * 1941
und Péter Esterházy * 1950
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Sprüche von Roda Roda

Höre auf jeden Rat und befolge keinen!
Also auch diesen nicht.

Meide die Dummen sie sind gefährlich.
Dynamit explodiert einmal, die Dummen täglich.

Ein Mann alleine – Lyrik. Zwei Männer – Ballade.
Ein Mann und eine Frau – Novelle.
Zwei Frauen und ein Mann – Roman.
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Alma

Daniel Woodrell: „In Almas Augen
Aus dem Englischen von Peter Torberg
Liebeskind Verlag € 16,90

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Dies ist der Beginn des neuen Romans von Daniel Woodrell, dessen „Winters Knochen“ wir verschlungen haben und dessen Verfilmung beim Sundance Festival den ersten Preis abkassiert hat.
Missouri im Sommer 1929. In einer Kleinstadt im Süden der USA sterben auf einer Tanzveranstaltung nach einer gewaltigen Expolsionen über 40 Menschen. Zahlreiche Menschen tragen Narben, Verstümmelungen, Verbrennungen davon und sind ihr lebenlang gezeichnet. Gerüchte über die Attentäter kursieren sofort. Es melden sich Täter, die es nicht waren und es werden Verdächtige festgenommen und wieder freigelassen. Die wahre Ursache, die tatsächlichen Täter kommen nie ans Tageslicht. Vielleicht ist das auch so gewollt. Als danach die Wirtschaftskrise in den USA ausbricht, haben die Überlebenden ganz andere Sorgen.
Es ist die Welt von Daniel Woodrell. Über diese Gegend schreibt er seine Romane, diese Menschen beschäftigen ihn literarisch. Er hat sich eine fiktive, wahre Welt erdacht, die den Mittelpunkt seiner Bücher sind.
Die Hauptperson und Namensgeberin des Romans, Alma DeGeer Dunahew, weiss die Wahrheit und erzählt sie ihrem Enkel, der sich (s.o.) jeden Morgen über seine Grossmutter erschrickt, die an seinem Bett sitzt und sich ihre bodenlange Haare kämmt.

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Alma hat ihre Schwester Ruby durch die Bombenexpolsion verloren. Ruby war eine junge, verführerische Frau, die sich immer wieder mit Männer eingelassen hat und in der Stadt als Hure verschrieen war, obwohl sie es nie für Geld gemacht, die Zuwendungen der Männer jedoch gerne angenommen hat. Sie hatte vielleicht auch nur Freude am Leben und wollte es in vollen Zügen genießen, wo rundherum Armut herrschte und ihre Schwester sich buckelig arbeitete. Alma glaubt nicht an eine Unfall bei der Tanzveranstaltung. Sie forscht nach und macht sich damit zur Aussenseiterin und verliert dadurch immer wieder ihre Anstellungen.
Daniel Woodrell scheibt hier keinen Kriminalroman, sondern ein Sittengemälde einer kleinen, miefigen, konservativen Kleinstadt im Süden der USA. Seine Kapitel sind nicht kronologisch sortiert. Er hüpft in den Zeiten und springt von einer Person zur anderen. Wir kommen immer näher an diesen Abend heran, nähern uns von den verschiedensten Seiten und Blickwinkeln. Mal in Echzeit, mal im Rückblick. Es ist bald wie vor Gericht, wo immer wieder Akten auf den Tisch kommen, die schon Jahre auf dem Buckel haben und Zeugen aktuell vernommen werden. Die Sprache im Roman ist jedoch nie reisserisch wie in einem Thriller, sondern hat einen ruhigen, betrachtenden Duktus, wie wir ihn von Woodrell kennen. Er nimmt uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit einer Kleinstadt, aber auch in die Vergangenheit einer alten Frau, die ihr lebenlang dieses Geheimnis aufbewahrt hat. Zumal sie auch keine Chance gehabt hätte, wäre sie mit ihrer Meinung an die Öffentlichkeit getreten.
Ich mag Woodrells Bücher und dieses hat mich wieder sehr geistert.

Leseprobe

Daniel Woodrell erzählt über seinen Roman, der im Original: „The Maid’s Version“:

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