Donnerstag

Heute haben
G.K.Chesterton * 1874
Leah Goldberg * 1911
André Brink * 1935
Dagmar Chidolue 1944
Kerstin Hensel * 1961
Geburtstag
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Heute gibt es Fisch

Heringe

KrähenEselEulen

Holger Teschke:Heringe
Matthes & Seitz Verlag € 18

Dies ist jetzt schon der dritte Band in der kleinen Reihe mit Tieren, die von Judith Schalansky herausgegeben wird. Esel und Krähen sind schon erschienen, die Eulen erscheinen im Oktober. Und wie schon in den anderen Büchlein, erfahren wir hier kreuz und quer alles, was man so über den Hering wissen sollte. Auch einiges, was in die Kategorie „unnützes Wissen“ gehört. Als Quellen hat Holger Teschke u.a. die Bibel, Hildegard von Bingen, Brehm, die Brüder Grimm, Jules Michelet, Shakespeare, aber auch Caspar David Friedrich, Sebastian Brand, Jules Michelt und W.G.Sebald zu Rate gezogen. Sie merken schon, ein weites Feld. Und auch die Überschriften untermauern noch die Vielseitigkeit des Themas und des Fisches.
Der schwärmende Individualist, Der historische Hering, Heringsjäger, Heringszauber, Heringskunst, der kulinarische Hering, Der Hering ist tot! Es lebe der Hering!

Friedrich von Logau
Der Hering ist Önophilus; das Meer, das ist der Wein;
Dann jener kan nicht einen Tag von diesem trucken seyn.

Holger Teschke geht ganz weit zurück in die Geschichte, in die Mythologie, zu den antiken Fangarten, zu den Heilmethoden, Speiseplänen. Er erzählt uns, wie die Heringe leben, sich vermehren, von was sie sich ernähren und wie das mit dem Zusammenleben im Schwarm ist. Wie der Hering in die Dose kam schreibt er genauso auf, wie die veränderte Wahrnehmung auf den Hering als Nahrungsmittel. Der Hering in der Musik, der Malerei und in der Literatur. Der Hering als großes Geschäft und Politikum. Auch davon werden wir in diesem schönen, silbrig grauen Buch nicht verschont. Und das ist auch gut so. Wenn Sie „Laubskaus mit Rinderbrust und Heringsfilet“ nicht kennen, oder nicht wissen, wie man „Rügener Heringssalat“ macht, dann bekommen Sie hier auch noch diese und andere Rezepte dazu.
Noch mehr?
Porträts der wichtigsten fünf Heringsarten
Shakespeares Falstaff und der Hering
Die Signale der Heringe
Fischgottesdienst in London

Und ich könnte noch einges mehr aufzählen.

Als Zugabe noch ein youtube-Filmchen mit dem unglaublichen Titel:
„Hering ausnehmen in HD – sauber und einfach!“


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Ich bin über das lange Wochenende nicht im Laden und werde höchtswahrscheinlich auch keine Buchtipps verschicken. Allerdings tauchen ganz sicher Bilder auf unseren Fotoblogs auf.
wiebuecherleben.tumblr.com
jastram.tumblr.com
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Nicht vergessen:
Nächste Woche, Dienstag, 3.Juni um 19 Uhr
Clemens Grote liest wieder aus vier neuen Romanen vor.
Wir freuen uns auf Ihr/Euer Kommen.
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Mittwoch

Heute haben
G.K.Chesterton * 1874
Ian Fleming * 1908
Patrick White * 1912
Walker Percy * 1916
Heinz G.Konsalik * 1921
Guntram Vesper * 1941
Frank Schätzing * 1957
Muriel Barbery * 1969
Geburtstag
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Nächsten Dienstag ist es schon wieder soweit.
Der 3.Juni ist der erste Dienstag im Monat und somit Termin für unsere Reihe „Die erste Seite“, in der wir wieder vier neue Romane vorstellen.
Clemens Grote wird Ihnen aus
Adichie: Americanah
Tartt: Der Distelfink
Chizhova: Die stille Macht der Frauen
Banville: Im Lichte der Vergangenheit
vorlesen.
Beginn ist wie immer um 19 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.
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Cover Dinge-Buch596

Am Freitag, den 27. Juni um 19 Uhr
stellt Thomas Brandt seine Anthologie:
Das Gedächtnis der Dinge“ vor.
Mit dabei die Ulmer Künstlerin Birte Horn.
Der Eintritt ist kostenlos.

„Das Gedächtnis der Dinge“ ist eine fast 256 Seiten umfassende Sammlung von Fotografien und Texten, an der fast 80 Menschen unterschiedlichen Alters und Berufes mitgearbeitet haben. Thomas Brandt hat sie gebeten, von Gegenständen zu erzählen, die sie in ihrer persönlichen Lebensumgebung verwahren. Viele haben in Form eigener Texte geantwortet, andere das Angebot angenommen, ihre Geschichten von ihm aufschreiben zu lassen.
Es geht um Dinge mit verborgenem Sinn. Sie dienen als „Platzhalter“ für Erinnerungen an Begegnungen, Ereignisse und Erlebnisse, die für den Verlauf eines Lebens wichtig waren oder es noch sind. Viele Geschichten verweisen auf zeitgeschichtliche Ereignisse, wieder andere auf Geschehnisse in der eigenen Biographie, einige Dinge waren Anlass für philosophische Erörterungen oder Auslöser für erfundene Erzählungen.
Die Essener Fotografin Hanne Brandt hat die meisten der „umschriebenen“ Gegenstände in einfühlsamer Weise „portraitiert“ – einige Aufnahme anderer Fotografen sind von Autoren zur Verfügung gestellt worden. Die Fotografien der Objekte zeigen ihr materielle Dasein, wie es für jeden auch uneingeweihten Betrachter wahrzunehmen ist, mit all den sinnlichen Qualitäten von Oberflächenstruktur und Farbigkeit. Die Sorgfalt, mit der die Dinge präsentiert werden, unterstreicht ihre Würde und die Ausdruckskraft ihrer Gestalt. Die korrespondierenden Geschichten in ihren unterschiedlichen Sprachformen dagegen erzählen vom Wesen der Dinge jenseits ihrer materiellen Existenz – sie schildern ihre Rolle im Leben der Menschen.

Vierer-Postkarte unbunt Vierer-Postkarte mit Pullover
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Ulita Knaus: „The Moon On My Doorstep“

Dienstag

Heute haben
Max Brod * 1884
Dashiel Hammett * 1894
J.-F. Celine * 1894
John Cheever * 1912
Hermann Wouk * 1915
Said * 1947
Gbeurtstag
und es ist der Todestag von Joseph Roth (+ 1939)
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Lesen am Judenhof
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Werner Färber
UNGEREIMTHEIT DER WOCHE (zur EUROPAWAHL):
 
KANZLERIN IN TRÜBEM GEWÄSSER
 
NPD: „Geld für die Oma,
statt für Sinti und für Roma!“
Frau Merkel steht am Mikrophon:
„EU ist nicht Sozialunion!“
 
Sagt das ein Nazi, wundert’s nicht,
doch wenn die Kanzlerin so spricht,
fischt sie – wie’s scheint – bedenkenlos
nach Stimmen in tiefbrauner Soß‘.
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Dimou
Kunstmann Verlag  € 9,95
Nikos Dimou, griechischer Philosoph, 1935 in Athen geboren, dort und in München studiert, hat mehr als 60 Bücher veröffentlicht. Dies ist sein zweites im Kunstmann Verlag auf deutsch. „Die Deutschen sind an allem schuld“, oder doch die (durchgestrichenen) Griechen? Schon allein dieser Titel verspricht einen interessanten Buchinhalt. Und Nikos Dimou löst dieses Versprechen sehr gut ein. In Form eines philosophischen Gespräches, eines Frage-und-Antwort-Spieles, kommen wir den Problemen, die wir den Griechen anhängen, immer näher. Es sind diese Vorurteile, die wir in Deutschland immer wieder über unser EU-Mitgliedhören hören: Sie seien faul, es sei dort korrupt, man müsse überall schmieren und die bereitgestellten Gelder würden irgendwo versickern. Dimou beginnt jedoch weit früher und macht u.a. den Deutschen Winckelmann verantwortlich, dass hier eine enorme Griechenland Verehrung stattgefunden hat. Viele unserer großen Dichter (Goethe, Hölderlin, Schiller, ……..) verehrten dieses land, das doch eine so lange Tradition hat. Dass dieses Griechenland sich erst 1830 als eigener Staat zusammenschloss aus über 90 Prozent Analphabeten bestand, bleibt unbeachtet. Was viele auch nicht wissen, ist, dass Griechenland, viele Gesetze, Verordnungen aus Deutschland importierte. Die hochgelobte Demkokratie des alten Griechenlandes hat nichts mit der importierten Demokratie des heutigen griechenland gemein. Dieser Spagat von altem und und neuem Griechenland dürfte wohl das Hauptproblem der heutigen griechischen Krise sein. Eine Krise, die nicht nur selbstgemacht, sondern von EU-Seite mitgeleitet worden ist.
In diesem kleinformatigen Büchlein erfährt der Gesprächspartner von Nikos Dimou (und wir mit ihm) vieles über die Eigenarten der Griechen. Warum sich Griechen im Ausland ganz anders verhalten, warum sie dort plötzlich gesittet autofahren würden. Wir erfahren, wie die Griechen mit der Last des Mythos Griechenlandes umzugehen versuchen und oft daran scheitern.
In Form eines platonischen Gespräches, das gespickt mit Witz, Ironie und klugen Formulierungen ist, tauchen wir mehr ein in das Denken, Fühlen der heutigen Griechen, als wenn wir noch einen Bericht über die dortige Krise lesen. Ein ideales Buch für die Jackentasche und für die Straßenbahn. Klein, kurz, knapp und sehr klug.