Freitag

Heute haben
Novalis * 1772
Gottfried Benn * 1886
Georges-Arthur Goldschmidt * 1928
Gisela Elsner * 1937
Franz Innerhofer * 1944
Angela Krauß * 1950
(nicht zu vergessen: David Beckham * 1975)
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Novalis
Das Bad

Hier badete Amor sich heute
Der Unvorsichtge entschlief
Da kamen die Nymphen voll Freude
Und tauchten die Fackel ihm tief
Ins Quellchen, da mischten sich Wellen
Und Liebe; sie täuschten sich sehr
Die Nymphen, sie tranken mit hellem
Gewässer die Liebe nur mehr.
O! Mädchen, die Liebe nicht scheuen,
Die trinken die liebliche Flut.
Die Liebe, die wird sie erfreuen
Mit sanfter entzückender Glut.
Ich hab mich hier oftmals gebadet
Mit meiner Laura allein,
Und nach dem Bade so ladet
Der Schlummer im Grase uns ein.
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Chimamanda Ngozi Adichie: „Americana“
Aus dem Amerikanischen von Anette Grube
S.Fischer Verlag € 24,99
als amerikanisches Taschenbuch € 11,99
als E-Book € 21,99

Chimamanda Ngozi Adichie wurde 1977in Nigeria geboren. Ihr Roman „Blauer Hibiskus“ war für den Booker-Preis nominiert, „Die Hälfte der Sonne“ erhielt den Orange Prize for Fiction 2007. Insgesamt wurde Adichies Werk in 37 Sprachen übertragen und sie steht auf der renommierten Liste der „20 besten Schriftsteller unter 40“ des „New Yorker“.Für „Americanah“ erhielt sie den Heartland Prize for Fiction sowie den renommierten National Book Critics Circle Award for Fiction 2013. Sie lebt heute in Lagos und in den USA.

Ifemelu lebt seit 13 Jahren in den USA. Sie hat ein Stipendium für Princeton bekommen, schreibt einen viel beachteten Blog, über den tägliche Rassismus in den USA, wird deshalb oft zu Vorträgen eingeladen und kann davon ganz gut leben. Ihre Beziehung zu einem Dozenten in Yale bringt die komplette finanzielle Sicherheit. Ihr fehlt jedoch ihre Heimat Nigeria und ihre eigentliche Liebe Obinze, den sie seit ihrer Schulzeit kennt. Der Roman beginnt mit einer Bahnreise in einen Vorort der Unistadt, um sich dort ihre Haare flechten zu lassen. Die sechs Stunden in einer ganz anderen Welt im Frisörladen, der nur von schwarzen Frauen geführt und besucht wird, ist der Rahmen für den Roman. Hier erinnert sie sich an ihre Kindheit, an ihre Schulzeit und ihr Ankommen und Leben in den USA. Sie, die aus Afrika kommt, ist zwar auch schwarz, wie diejenigen, die in den USA geboren sind; sie ist jedoch immer die aus Afrika. Auch das Thema Reisen ziehen sich durch das Buch. Ihre Reise von Nigeria in die USA und jetzt wieder zurück. Deshalb möchte sie nämlich diese Zöpfe. Sie bricht ihre Zelte ab, trennt sich von ihrem Partner und will in ihre Heimatstadt zurück, da sich Nigeria gewandelt hat. Die Kriege sind vorbei und das Land boomt, ist offen und dynamisch. Hier möchte sie eine Blogseite eröffnen und ihr neues Glück sucht. Und natürlich ist da noch ihre einzige Liebe Obinze. Aber auch die Reisen von Obinze sind ein wichtiger Bestandtteil. Er ist auch aus Nigeria geflohen, in London als Illegaler gelandet und muss dort Toiletten putzen. Was sonst noch alles dort passiert, wird nicht genau geschrieben, er strandet auf jeden Fall wieder in Nigeria, ist tiefst deprimiert, findet aber ein verändertes Land vor. Obinze macht Karriere in der Immobilienbranche, gelangt zu Reichtum, hat eine schöne Frau und eine Tochter.
Ifemelu ist in Nigeria eine Americanah, eine, die aus den USA zurückgekehrt ist und die Autorin schafft es uns diese Person in allen Details zu beschreiben. Sie schreibt mit viel Witz und Thema, lässt ihre Menschen fluchen und lachen, hoffen und scheitern. Sie zeigt die verschiedenen Seiten ihrer Hauptpersonen, die so langsam aufeinander zudriften.
„Americanah“ ist eine Liebesgeschichte und was für eine große. Und diese ist eingebettet in einen Roman, der Themen wie Rassismus, neue Weltordnungen, arm und reich behandelt. Adichie schreibt mit einer großen Leichtigkeit und voller Empathie, Witz aber auch sehr scharfen Blick auf die Menschen und die Politik. Wir lesen das dicke Buch mit großem Genuß, sind ratzfatz durch damit und irgendwie anders danach. Fast schon beseelt, aber auch aufgewühlt. Ich wünsche dem Buch einen großen Erfolg und Ihnen ein noch größeres Lesevergnügen.

Leseprobe

Ein aktuelles interview mit Chimamanda Ngozi Adichie

Eine Rede der Autorin: „We Should All Be Feminists“
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Auf unserem Fotoblog jastram.tumblr.com gibt es wieder neues aus der Jastram-Welt.

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Ein Gedanke zu „Freitag

  1. Pingback: Lieblingsbuch 2014: Americanah | frohen herzens

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