Dienstag

Heute haben
Honoré de Balzac * 1799
Sigrid Undset * 1882
Hans Sahl * 1902
Wolfgang Borchert * 1921
Hanna Krall * 1937
Matthias Politycki * 1955
Ingvar Ambjornsen * 1956
Geburtstag.
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Werner Färber
UNGEREIMTHEIT DER WOCHE:

EINE KLEINE ZAUBERMAUS
(Ungereimtheiten aus der Tierwelt CCLVI)

Wird bedroht sie von der Katze,
nimmt eine kleine Zaubermaus,
trotz bereits erhob’ner Tatze,
nicht voller Panik schnell Reißaus.

Mit Zauberkraft wird sie zum Hund!
Worauf die Katz‘ lässt langsam sinken
die Pfote höchst verlegen und
tut dann so, als würd‘ sie winken.
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Wind

Warum ist Rosa kein Wind?
Gedichte & Geschichten vom Leben, Lieben & Fliegen
Herausgegeben von Christine Knödler
Mit zahlreichen Illustrationen von Stefanie Harjes
Ravensburger Verlag € 16,99

Anthologien gibt es ja wie Sand am Meer, aber diese sticht sowohl durch ihre Auswahl und ihre portischen Illustrationen heraus. Wer hätte das gedacht, dass der Ravensburger Verlag so ein besonders schönes Buch im Programm hat. Aufmerksam geworden bin ich durch die Lektorin des Buches, die in Ulm wohnt und mich im Buchladen darauf hingewiesen hat. Und recht hatte sie. Zumal wir es seitdem schon einige Male verkauft haben.

Jahrelang haben sich Herausgeberin und Illustratorin Gedichte und Texte hin- und hergeschickt, die ihnen beiden gefallen, die ihnen auf gefallen sind. Aus ihrer beider Liebe zu Worten und Bildern sollte ein Buch entstehen, das das Zeug zu dem hat, was Literatur und Kunst grundsätzlich vermögen: zu berühren, zu beflügeln, Horizonte zu eröffnen, neue Welten enstehen zu lassen. Und gerade Gedichte spielen mit Gedanken und Gefühlen,, mit Tempo und Klang. Sie müssen erfühlt und erfahren werden. Können unser Herz öffnen, oder treffen voll dort hinein.

Ringsherum lacht es und luftet
Mit den Kirschen im Mund
Und es wurde Gold und schwer
Um zu entfliehen meinwärts

heissen die Kapitel und sind angefüllt mit Gedichten, Texten von Bertolt Brecht, Heinrich Heine, Franz Hohler, Sarah Kirsch, Paul Klee, Arno Holz, Pablo Neruda und neben Wiglaf Droste und Durs Grünbein, dessen Gedichtzeile dem Buch den Namen gab, noch viele andere mehr.

Heinrich Heine
Buch der Lieder

(Der Kopf spricht:)

Ach, wenn ich nur der Schemel wär,
Worauf der Liebsten Füße ruhn!
Und stampfte sie mich noch so sehr,
Ich wollte doch nicht klagen tun.

(Das Herz spricht:)

Ach, wenn ich nur das Kißchen wär,
Wo sie die Nadeln steckt hinein!
Und stäche sie mich noch so sehr,
Ich wollte mich der Stiche freun.

(Das Lied spricht:)

Ach, wär ich nur das Stück Papier,
Das sie als Papillote braucht!
Ich wollte heimlich flüstern ihr
Ins Ohr, was in mir lebt und haucht.

Arno Holz
Mählich durchbrechende Sonne

Schönes, grünes, weiches Gras.
Drin liege ich.
Mitten zwischen Butterblumen!

Über mir
warm
der Himmel:
ein
weites, zitterndes Weiß,
das mir die Augen langsam, ganz langsam
schließt.

Wehende Luft, . . . ein zartes Summen.

Nun bin ich fern
von jeder Welt,
ein sanftes Rot erfüllt mich ganz,
und deutlich spür ich,
wie die Sonne mir durchs Blut rinnt –
minutenlang.

Versunken alles. Nur noch ich.

Selig.

Gefunden habe ich das noch:
Wiglaf Droste schimpft, weil eines seiner Gedichte ungefragt benutzt worden ist. In der Nähe solch großer Dichter, wie Ringelnatz, Brasch, Neruda fühlt er sich jedoch ganz wohl. Das mit dem Durs Grünbein, den er wohl gar nicht abkann, ist dann eine Privatsache zwischen Wiglaf und Durs.
Hier kommt sein Text.

Ich kann Ihnen keine weiteren Illustrationen aus dem Buch zeigen, habe aber ein Filmchen über die Arbeit von Stefanie Harjes gefunden, die dort ihre Werke erklärt.


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