Dienstag

Heute haben Geburtstag:
Rudolf Borchardt * 1877
Curzio Malaparte * 1898
Saul Bellow * 1915
Maurice Sendak * 1928
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Wo die wilden Kerle wohnen“ wird uns hier im Original vorgelesen.

Christoph Niemann illustriert ein Interview mit Maurice Sendek, das im Sommer 2011 im Radio übertragen wurde, als er im Auto saß.

Sendak starb am 8.Mai 2012.
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Die hochsommerlichen Pfingsttagehabe ich morgens mit Lesen, dann Sport, danach mit Lesen, Lesen, Lesen verbracht.
Wie Sie auf die Jastram Fotoseiten schauen, erkennen Sie auch, welche Bücher es waren.
jastram.tumblr.com
wiebuecherleben.tumblr.com
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Bevor ich zum heutigen Kulturtipp komme, möchte ich sie auf die Literaturwoche in Ulm aufmerksam machen, die u.a. von der Griesbad Galerie, dem Theater Neu-Ulm, uns und einigen anderen auf die Beine gestellt wird.

Hier das Infoblatt als pdf:
Faltblatt_LIWO_web

In Kurzform ein Grossteil der Veranstaltungen hier aufgelistet:

Literaturwoche Spezial
So., 22. Juni, Eröffnung, 19 Uhr,
Griesbadgalerie

Mo., 23. Juni, Bulgarische Literatur, 19 Uhr,
Griesbadgalerie

Di., 24. Juni, Literaturtheater – Die Tante im Keller, 19 Uhr,
Griesbadgalerie

Mi., 25. Juni, Verlag Antje Kunstmann, 19 Uhr,
Kulturbuchhandlung Jastram

Fr., 27. Juni, Buchvorstellung, Thomas Brandt –
Das Gedächtnis der Dinge, 19 Uhr,
Kulturbuchhandlung Jastram

Sa, 28. Juni, Eva Degle, Kinderbuchautorin, 15 Uhr,
Griesbadgalerie

Di., 1. Juli, Jastrams erste Seite Spezial, 19 Uhr,
Kulturbuchhandlung Jastram

Fr., 4. Juli, Ein Abend für den JaJa Verlag, 19 Uhr,
Kulturbuchhandlung Jastram

So., 6. Juli, Chaoslesen Spezial, 20 Uhr,
Theater Neu-Ulm

Mo., 7. Juli, Literaturtheater, Piefke-Poeten – Das Testfeld,
19 Uhr, Botanischer Garten der Uni Ulm
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Doch nun zum Tipp in die neue Woche:

Nun weiß ich nicht, wie lange die ARD ihre Filme in der Mediathek bereitstellt, aber ein paar Tage wird diese Dokumentation schon noch sehen sein. Die Originalausstrahlung war am vergangenen Donnerstag nach 22 Uhr.

„Das Mädchen – Was geschah mit Elisabeth K.?“
Eine Dokumentation von Eric Fiedler.

Genau 37 Jahren vor der Ausstrahlung des Filmes in der ARD, am 5.Juni 1997, fand in Argentien das Freundschaftspiel Argentien gegen Deutschland statt, das Deutschland 3:1 gewann. Es war ein Prüfspiel für kommende Fußball-WM ein Jahr später in Argentien. Dieses Land, das damals von einer Militär Junta regiert und geknechtet wurde, hatte Jahre zuvor u.a. dafür gesorgt, dass die WM nach Deutschland kam. Und so sah sich der Deutsche Fußballbund verpflichtet, diese Mal Argentien seine Stimme zu geben. Gleichzeitig war die deutsche Waffenindustrie ein großer Zulieferer des Militärregimes und verdiente gut daran. Genau in diese Zeit geht Elisabth Käsemann aus Tübingen, als junge Frau, um sich Bild vor Ort zu machen, um den Menschen dort direkt zu helfen und nicht nur in Deutschland auf die Straße zu gehen. Sie organsiert u.a. falsche Pässe für untergetauchte Flüchtlinge. Im Zuge einer Razzia wird sie festgenommen, in einem Foltergefängnis untergebracht, missbraucht, vergewaltigt, gefoltert und ermordert. Der deutsche Botschafter vor Ort wusste Bescheid, kümmerte sich aber nicht um Elisabeth Käsemann und glaubte lieber dem Regime, das behauptete, dass Frau Käsemann mit Terroristen unter einer Decke stecke. Auch als andere Länder wie Großbritannien, Österreich und die Niederlande Angehörige aus Gefängnissen herausholten, freikauften und nach Hause brachten, war dies für die deutsche Regierung kein Grund auch in dieser Weise aktiv zu werden. „Ach, das Mädchen Käsemann.“, soll Genscher gesagt haben, der trotz einer Zusage bis zur Fertigstellung des Filmes keine Zeit für ein Interview fand. Genauso wie Helmut Schmidt, der sicherlich genau darüber informiert war. Zu Wort kommen der deutsche Botschafter Jörg Kastl, der alles abstreitet. Hildegard Hamm-Brücher und Klaus von Dohnanyi sehen wir im Film als alte Herrschaften, die sich das auch nicht so genau erklären können, im Abstand von über 30 Jahren jedoch klipp und klar sagen, dass dieserTod hätte verhindert werden können und müssen. Eric Fiedler ist in Argentinien, lässt ehemalige Mitgefangene erzählen, lässt eine Freundin von Elisabeth Käsemann zu Wort kommen und um so länger der Film geht, merken wir, wie die große Politik funktioniert. Ganz perfinde wird es dann noch, wenn der Film auf das Thema Deutscher Fußballbund und FIFA zu sprechen kommt. Hier sprechen Michael Rummenige und Paul Breitner klare Worte. Wenn wir jedoch erfahren, wie sich die damaligen Chefs verhalten haben und wenn wir von der Korruptionsaffäre um die WM in Katar und von den Millionen-Stadion-Gräber in Brasilien erfahren, merken wir, dass sich nichts geändert hat.
Dieses oben erwähnte Spiel am 5.Juni fand kurz nach der Ermordung von Elisabeth Käsemann statt. Die deutsche Regierung und der deutsche Fußballbund wussten Bescheid, blieben still, haben das Spiel stattfinden lassen und erst danach den Spielern und er Öffentlichkeit vom Tod von Frau Käsemann erzählt.
Eine Dokumentation, die genau zur rechten Zeit kommt. Kurz vor der WM.
Gerade habe ich gelesen, dass sich die ARD die Übertragungsrechte für Katar gesichert hat.
Versuchen Sie noch den Film im Internet anzuschauen, solange die ARD ihn noch bereitstellt. Wer weiss, wann er wieder zu sehen ist.

Ein Bericht in der FAZ

Hier der Link zur ARD Mediathek und dem Dokumentarfilm:
„Das Mädchen – Was geschah mit Elisabeth K.?“

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