Mittwoch

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Heute haben
Iwan Gontscharow * 1812
Mirjam Pressler * 1940
Paul McCartney * 1942
Richard Powers * 1957
Geburtstag
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Alles Gute zum Geburtstag, Paul, du altes Haus.


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Ballade

Éric Vuillard:Ballade vom Abendland
8 Abbildungen
Aus dem Französischen von Nicola Denis
Matthes & Seitz Verlag € 19,90
Als eBook € 16,99

Vielleicht wird es Ihnen so langsam zu viel mit all den vielen Büchern zum Thema „1.Weltkrieg“? Das Datum das Kriegsbeginns kommt aber erst in ca. sechs Wochen. Also wird es noch einiges zum Lesen, Hören und Sehen geben. Und geht es sofort weiter mit 75 Jahre „2.Weltkrieg“.
Ich habe aber dieses schmale Buch in die Finger bekommen und bin mehr als froh, dass ich es gelesen habe. Ein Kunde hat es bestellt und ich habe ihn gefragt, ob er mir sagen kann, wie es ihm gefallen hat, wenn er durch ist. Er ist wohl auch ein Vielleser, denn zwei Tage später stand er wieder Laden und schwärmte in seiner zurückhaltenden Art, dass ich dachte, dass ich das auch lesen will.
Éric Vuillard, der auch Filme macht, hat eine ganz eigene Art gefunden, sich dem Thema zu nähern und es zu verarbeiten. Eine Mischung aus Erzählung und Essay. Mit viel Witz (ja, in einer bestimmten Art hat es das auch) hüpft er durch die Zeiten und die Themen und das mit einer großen Leichtigkeit, wobei der den Schrecken, der dem Thema innewohnt, nicht verkleinert. Es wirkt fast wie eine musikalische Kompostion aus verschiedenen Elementen, oder einem Mosaik von vielen Bildern des Schreckens, der Lust auf das Leben, der Wirklichkeit und vielen Träumen.
Éric Vuillard hat für dieses Buch den Franz Hessel-Preis bekommen, der seit drei Jahren für Bücher vergeben wird, die sich um das Verhältnis von Frankreich und Deutschland bemühen. Und das tut er wirklich. In einem Interview mit der Übersetzerin (das ich unten verlinke), sagt er, dass dieses Buch nach einem Buch über den Kongo entstanden ist, also eine Weiterführung des großen Themas der Weltgeschichte ist, nachdem 1887 Afrika unter den großen Mächten verteilt worden ist.
Er beginnt mit den Großen und Reichen, mit dem Dt.Kaiser, der mit dem König von England verwandt ist. Alles ist verwoben und trotzdem führen sie Krieg gegeneinander. Halt, natürlich nicht, die mit den bunten Uniformen, wobei die Österreicher die Farbenprächtigsten sind, sondern Krieg führen dann die einfachen Männer. Man braucht doch jemanden, der die Waffen trägt, man braucht jemanden, der als Kanonenfutter herhalten kann. Und das gab es ja dann jede Menge. 10.000 an einem Morgen, 30.000 an einem Tag. Unglaubliche Menge von Gräbern, so schildert er es. Man solle sich das doch mal vorstellen, wenn man den eigenen Friedhof vor Augen hat.
Aber zuerst schreibt er noch wann wer wem den Krieg erklärt. Irgendwie verliert man den Überblick (die damals Mächtigen wahrscheinlich auch) und er endet das Kapitel so:
„Ach ja, genau, England hatte Österreich-Ungarn vergessen, den Ursprung des ganzen Schlamassels. Und schließlich, am 23. August, erklärt Japan Deutschland den Krieg, warum weiß niemend mehr.“
Vuillard schreibt über die Attentäter und was aus ihnen geworden ist. Wir lesen über das ermordete Kaiserpaar und wie sie sich überhaupt erst gefunden haben. Er führt uns an den Krieg heran, wie wir es noch nie gelesen haben. Er schreibt, dass das tägliche Kontingent an Granaten zu Beginn des Krieges ca. 10 Stück war. Das heißt, ein paar Minuten schießen und fertig für heut‘. Das musste natürlich gesteigert werden. Wurde es auch und zwar bis zu 10.000 am Tag. Das heisst wiederum, dass tausende von Frauen in den Fabriken rund um die Uhr dafür arbeiteten. Und dabei zieht er einen Vergleich, ob nicht die heutigen, etwas unternährten Powerfrauen, sich von diesen Frauen ableiten lassen. Auch diese Steigerung der Menge bringt er in Verbindung, wie sich die Zeiten des 100 Meterlaufes gesteigert haben. Das sind innerhalb einiger Jahrzehnten nur ein paar Minisekunden. Ganz anders als bei der Waffenproduktion.
Dies soll als Einstieg in das Buch reichen. Vuillards Ideen enden nicht. Sein Buch schon und ich hoffe, wir bekommen über den engagierten Matthes & Seitz Verlag auch noch sein Kongo-Buch zu lesen.

Hier kommt das Interview und eine Leseprobe als bebilderte Hörprobe.
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Dies fand ich heute morgen in meinem „Briefkasten“.
Schön von einem Autoren Antwort auf eine Buchbesprechung zu bekommen.
Danke!

Thanks for your review!
(https://jastramkulturblog.wordpress.com/2014/06/17/dienstag-40/)

For your information: My book, Das andere Hertz, was published in 2011 in Norway. John Green’s book, The Fault in our Stars / Das Schicksal ist ein mieser Verräter, was first published in 2012.

Best,
Alf Kjetil Walgermo,
author

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