Samstag

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Heute haben
Jean-Jacques Rousseau * 1712
Anton Philipp Reclam * 1807
Luigi Pirandello * 1867
Eric Ambler * 1905
Jürg Federspiel * 1931
Marlene Streeruwitz * 1950
Geburtstag.
Morgen sind
Giacomo Leopardi * 1798
Antoine de Saint-Exupèry * 1900
und Oriana Fallaci * 1930
die Geburtstagskinder und es werden die Rechte am „Kleinen Prinzen“ frei.
Deshalb gibt es demnächst eine Neuübersetzung von Herrn Enzensberger. Wobei die bisherige von Frau Edl ist, die auch Anna Karenina neu übersetzt hat.
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Gestern abend stellte bei uns der Buchhandlung Thomas Brandt sein Buchprojekt „Das Gedächtnis der Dinge“ vor und las gemeinsam mit Birte Horn einige Passagen aus der Text-und Bildsammlung.
So erfuhren wir einiges über eine russische Blechdose, über die Handhabung eines uralten Dosenöffners, und warum im Buch eine alte DDR-Badehose und ein Vorderteil eines Presslufthammers abgebildet sind. Erinnerungen und witzige Momente wechselten sich ab und nach der Lesung wollten die ZuhörerInnen gar nicht mehr nach Hause und saßen bei dieser lauen Sommernacht draußen auf unserem Bänkle.
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Und wo wir schon beim Sommer sind, der ja gerade angefangen hat, stelle ich Ihnen heute das Gedichtbändchen: „Gedichte für einen Sommertag“ vor.

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Herausgeberin: Gudrun Bull
„Gedichte für einen Sommertag“
Den Sommer literarisch genießen
dtv € 7,90

Willommen liebe Sommerzeit
Rings Sonnenschein auf Wies‘ und Wegen
Duft und Wind und Lerchenlieder
Sommersneige
hat die Herausgeberin die einzelnen Kapitel genannt und wir finden AutorInnen wie Ingeborg Bachmann, Gottfried Benn, Brecht und Brockes, Busch und Buselmeier. Aber auch Hilde Domin und (natürlich) Herrn Eichendorff. Fontane darf nicht fehlen, genauso wenig wie Paul Gerhardt. George, Goethe, Hebbel, Heine, Hölderlin bis hin zu Schiller, Rückert, Trakl und Uhland geht die illustre Reihe.
Ein großer Querschnitt und sicherlich für jede Gelegenheit etwas dabei. Vielleicht legen Sie sich das Büchlein aufs Nachtkästchen und wenn Sie morgens die Augen aufmachen, öffnen Sie nicht Ihren Email-Account, sondern diese Gedichtsammlung und lassen den literarischen Sommer in Ihren Kopf.

Marie von Ebner-Eschenbach
Sommermorgen

Auf Bergeshöhen schneebedeckt,
Auf grünen Hügeln weitgestreckt
Erglänzt die Morgensonne;
Die tauerfrischten Zweige hebt
Der junge Buchenwald und bebt
Und bebt in Daseinswonne.

Es stürzt in ungestümer Lust
Herab aus dunkler Felsenbrust
Der Gießbach mit Getose,
Und blühend Leben weckt sein Hauch
Im stolzen Baum, im niedren Strauch,
In jedem zarten Moose.

Und drüben wo die Wiese liegt,
Im Blütenschmuck, da schwirrt und fliegt
Der Mücken Schwarm und Immen.
Wie sich’s im hohen Grase regt
Und froh geschäftig sich bewegt,
Und summt mit feinen Stimmen.

Es steigt die junge Lerche frei
Empor gleich einem Jubelschrei
Im Wirbel ihrer Lieder.
Im nahen Holz der Kuckuck ruft,
Die Amsel segelt durch die Luft
Auf goldenem Gefieder.

O Welt voll Glanz und Sonnenschein,
O rastlos Werden, holdes Sein,
O höchsten Reichtums Fülle!
Und dennoch, ach – vergänglich nur
Und todgeweiht, und die Natur
Ist Schmerz in Schönheitshülle.
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Johann Wolfgang von Goethe
Die schöne Nacht

Nun verlaß‘ ich diese Hütte,
Meiner Liebsten Aufenthalt,
Wandle mit verhülltem Schritte
Durch den öden, finstern Wald:

Luna bricht durch Busch und Eichen,
Zephyr meldet ihren Lauf,
Und die Birken streun‘ mit Neigen
Ihr den süßten Weihrauch auf.

Wie ergötz‘ ich mich im Kühlen
Dieser schönen Sommernacht!
O wie still ist hier zu fühlen,
Was die Seele glücklich macht!

Läßt sich kaum die Wonne fassen,
Und doch wollt ich, Himmel, dir
Tausend solcher Nächte lassen,
Gäb mein Mädchen eine mir.
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Theodor Fontane
Mittag

Am Waldessaume träumt die Föhre,
am Himmel weiße Wölkchen nur;
es ist so still, daß ich sie höre,
die tiefe Stille der Natur.

Rings Sonnenschein auf Wies‘ und Wegen,
die Wipfel stumm, kein Lüftchen wach,
und doch, es klingt, als strömt‘ ein Regen
leis tönend auf das Blätterdach.
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Herrmann Hesse
Der Duft der Rose

Der Duft der Rose nimmt dich
in einen süßen Bann
rührt Dich liebkosend leise
wie eine Liederweise
mit Ahnung voller Schönheit an;
ist ohne Gleichnis rein und zart:
Du kannst es nicht ermessen,
fühlst nur ein süß Vergessen
und eine süße Gegenwart.
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Ich wünsche Ihen ein schönes Wochenende, auch wenn Regen angekündigt ist. Nutzen Sie die Zeit und nehmen Sie die heute noch gekauften Bücher zur Hand und beginnen Sie in aller Ruhe zu schmökern, damit Sie ausgeruht am nächsten Dienstag um 19 Uhr zur unserer „Ersten Seite“ kommen können. Mit damit diesmal Florian Arnold und die Schweizer Autorin Silvia Trummer.
Am kommenden Freitag ist bei uns Annette Köhn zu Gast und stellt ihren Jaja Verlag vor.
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