Montag

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Heute haben
Friedrich Theodor Vischer * 1807
Czeslaw Milosz  * 1911 (Nobelpreis 1980)
Philippe Jacottet * 1925
Assia Djebar * 1936
Otto Sander * 1941
Juli Zeh * 1974
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Ein paar Aphorismen und Gedichte von F.Th.Vischer

Die meisten Menschen wissen sich nicht zu behandeln, daher stehen sie mit sich selbst auf so schlechtem Fuß.

Eine Welt, wo soviel gelacht wird, kann so schlecht nicht sein.

Du hast Langeweile? Mußt nach Unterhaltung jagen? Hast du denn an dir keine Gesellschaft? Kannst du dich gar nicht entzweispalten, und hat, wenn du es kannst, der eine de anderen gar nichts zu sagen?

Die Nacht

Am Himmel ist gar dunkle Nacht;
Die müden Augen zugemacht
Hat längst ein jedes Menschenkind;
Es wacht nur noch der rauhe Wind.
Der jaget sonder Rast und Ruh
Die Fensterläden auf und zu,
Die Wetterfahne hin und her,
Daß sie muß ächzen und stöhnen schwer.
Doch sieh! aus jenem Fenster bricht
In’s Dunkel noch ein mattes Licht.
Wer ist’s wohl, der in tiefer Nacht
Bei seiner Lampe einsam wacht?
Ich schleiche dicht an’s Fensterlein,
Schau‘ durch die runde Scheib‘ hinein,
Und einen Jüngling zart und schön
Seh‘ ich an einem Bette stehn.
Und wie ich nach dem Bette schau‘,
Da schlummert eine kranke Frau.
Er bückt sich über’s Bett hinein,
Es muß des Knaben Mutter sein.
Vom Bette läßt er nicht den Blick,
Er streicht das braune Haar zurück,
Sacht‘ hält er ihr das Ohr zum Mund,
Ob sie noch athme zu dieser Stund.

Stille

Still, still, still!
Es schweiget Feld und See und Wald,
Kein Vogel singt, kein Fußtritt hallt;
Bald, bald
Kommt weiß und kalt
Der todte Winter
Über dich, Erde,
Und deine Kinder.
Auch du wirst still,
Mein Herz; der Sturm, der sonst so wild
Dich rüttelt, schweigt. Ein jedes Bild
Verhüllt.
Ganz, ganz gestillt
Liegst du im Schlummer.
Es schweigt die Freude,
Es schläft der Kummer.
Still, still, still!
Er kommt, er kommt, der stille Traum
Von einen. stillen kleinen Raum.
Kaum, kaum,
Du müder Baum,
Kannst du noch stehen.
Bald wird dich kein Auge
Mehr sehen.
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Unser heutige Buchtipp :

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Rob Hopkins: „Einfach. Jetzt. Machen!“

Wie wir unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen
oekom Verlag € 12,95
als eBook € 9,99

Rob Hoskins stellt uns hier eine Bewegung vor, die überall auf der Welt schon tätig ist und an der jede/r mitmachen kann. Transition heisst sie und ihre Ziele sind: Krisenfestigkeit und der Übergang in eine postfossile, relokalisierte Wirtschaft. Ob es nun darum geht, Solaranlagen zu errichten, gemeinsam zu gärtnern oder sich bei der Erstellung einer Homepage zu unterstützen, ob in Seattle eine „Tool Library“ ins Leben gerufen wird oder eine „Pflückoasen“ im hessischen Witzenhausen. Weltweite Beispiele hat Hopkins hier gesammelt, um uns nicht den Mut zu nehmen, sondern genau diesen anzufachen. Wir wissen, dass die Ölreserven nicht endlich sind. Es gibt wohl genug des fossibeln Brennstoffs, aber er wird bald zu teuer zum Verbrennen. Deshalb ist fracking ja so groß im Kommen. Es muss eine Umstellung im Energiebereich geben, aber genau das Gegenteil ist der Fall.
In seinen ersten Abschnitten beschreibt Hopkins, dass wir über unsere Verhältnisse leben, dass die Steigerung des Bruttosozialprodukt nicht (mehr) der richtige Weg ist. Immer mehr auf Teufel komm heraus ist nicht mehr. Es funktioniert nur noch, in dem Wirtschaftskonzernen alle Hürden auf die Seite geräumt werden. Und das zum Schaden der Umwelt, der Menschen, des ganzen Erdballs. Gleichzeitig unterstützen wir alle durch unsere Gelder die krisengeschüttelten Banken, die sich selbst in die Misere hineingeritten haben. Die Staatsverschuldung ist enorm und in vielen Ländern unglaublich hoch, so dass wir gar nicht mehr verstehen, wie so etwas überhaupt noch funktioniert. Wir leben auf Kosten der Zukunft, unserer Kinder und jetzt schon auf Kosten vieler Menschen, die für uns für extrem wenig Lohn Dinge produzieren und die wir dann billig kaufen können. Unser Wohlstand beruht auf der Ausbeutung dieser Menschen, die unter schlechtesten Bedingungen arbeiten.
Hoskins bringt viele Beispiele und schildert u.a., dass auf einer gleichgroßen Verkaufsfläche ein großer Supermarkt stehen kann, oder 100 kleine Läden. Der Supermarkt erwirtschaft deutschlich weniger Gewinn und gibt noch weniger an die Gemeinden ab, als diese 100 kleinen Betriebe. Gleichzeitig nimmt die Kaufkraft ab, wenn sich ein Einkaufszentrum festgesetzt hat. Es gibt nachweislich viele Arbeitslose und die Anfahrtswege sind oft nur mit dem Auto zu machen. Die Infrastrukur wird jedoch meist von den Gemeinden bereitgestellt.
Sie merken schon, es sind Dinge, denen wir täglich begegen und Hopkins ist nun keiner, der Konsumverweigerung predigt, oder Flüge in den Urlaub verdammt. Seine Idee in diesem Buch ist eher, dass wir uns in den verschiedensten Formen, mit den unterschiedlichsten Ideen zusammenschließen sollen. Nicht komplett untereinander verknüpft, so dass wir unabhängig arbeiten können und doch miteinander in Kontakt sind. Beispiele solcher Netzwerke fügt er in seinem Buch an. Sie nehmen einen großen Teil des Textes aus. Für die deutschsprachige Ausgabe wurden Ideen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz angefügt.

Inhaltsangabe
Leseprobe des ersten Kapitels.
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Als Nachklapp noch ein Bild von Thomas Brandt, der am Freitag letzter Woche sein Buchprojekt „Das Gedächtnis der Dinge“ vorgestellt hat. Diese Woche geht es in unserer Buchhandlung mit unserer „ersten Seite“ am Dienstag und dem Jaja Verlag am Freitag weiter.

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