Dienstag

Heute haben
Jean de La Fontaine * 1621
Walter Hasenclever* 1890
Ernst Bloch * 1885
Josef Hora * 1891
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Wie es der Zufall so will. Gestern hatten wir die neue CD von Christian Gerhaher hier vorgestellt und abends sehe ich, dass die FAZ ein einseitiges Interview mit ihm veröffentlicht hat.
Hier kommt der Link, in der Hoffnung, dass er noch im Netz veröffentlicht ist.
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herrscher

Teresa Präauer: „Für den Herrscher aus Übersee“
Fischer Taschenbuch € 8,99

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Teresa Präauer, geboren 1979, ist Autorin und bildende Künstlerin in Wien. Nach dem Postkartenbuch „Taubenbriefe“ und der gezeichneten „Gans im Gegenteil“ (mit Wolf Haas) ist „Für den Herrscher aus Übersee“ ihr erster Roman und ausgezeichnet mit dem aspekte-Literaturpreis 2012 für des beste deutschsprachige Prosadebüt.

„Ich bin mit dem Schreiben nicht nachgekommen, da habe ich mich ins Flugzeug gesetzt und bin losgeflogen.“

Ein Debütroman über das Fliegen und die Vögel, über einen Großvater und seine geheimnisvolle Japanerin, über Kinderträume und Lebensklugheit, bestechend genau und bilderreich erzählt.

„Da springt der Großvater auf, packt den Bruder bei den Schubändern, reißt ihn kopfüber in die Höhe, schreit die Schuhspitzen des Bruders an. Er schüttelt ihn in der Luft, die Münzsammlung der letzten Tage, die Schrauben und der Vogelschädel rasseln auf den Boden.“

Es ist Sommer. Die Eltern sind auf Reisen und schicken ihren Kindern täglich eine Ansichtskarte von den exotischen Plätzen dieser Welt. Der Großvater liest daraus vor, was er lesen möchte, und das ist meist das Gegenteil dessen, was dort geschrieben steht. Für die Kinder Anlass genug, sich selbst das Lesen beizubringen.
Lesen kann man angeblich auch von den Vögeln lernen. Und Fliegen! »Fau … wie in Sieg, Fau wie in Vogel, und Fau, wie die Vögel fliegen!«, ruft ihnen der Großvater zu und streckt dabei Zeige- und Mittelfinger in die Luft. Ja, fast jeder in diesem Roman fliegt auf irgendeine Weise: Die Fliegerin, die in ihrem bohnenförmigen Fluggerät eine Schar von Vögeln in ihr Winterquartier begleitet. Die Kinder mit ihren selbstgebauten Flugmaschinen aus Federn, Papier und Draht. Und der Großvater, der einmal ein großer Pilot gewesen ist und das Flugzeug einer geheimnisvollen Japanerin repariert hat. Zumindest behauptet er das in seinen hochstaplerischen Geschichten aus früher Zeit.

„So hören der Bruder und ich, noch niedergestreckt von unserer letzten Zigarette, den alten Großvater aus einem Himmel aus Blüten und Rauchschwaden herab zu uns sprechen, und wir hängen an seinen Lippen, wie er an den Lippen der Japanerin gehangen ist.“

Die Kinder hängen wiederum an den Lippen des Großvaters und seine Geschichten werden immer phantastischer: Und das ist fürs Fliegenlernen gewiss die beste Voraussetzung.

„Der Bruder und ich holen Fotoalben, Briefmarken, Schere und Klebstoff und beginnen, ein großes Bild von der Welt zu schaffen: …“

 Es ist Spätsommer, als die Handlung einsetzt und am Himmel sehen wir die Zugvögel, die nach Süden aufbrechen. Und wie diese wilden Vögel, ziehen die beiden Kinder durch die Gegend. Sie sammel, bauen, basteln und hören den Geschichten des Großvaters zu. Ob er schwindelt, oder ob er nach dem dritten Bier etwas zu dick aufträgt, oder ob er wirklich die Wahrheit erzählt, erfahren wir nicht. Teresa Präauer nimmt uns mit auf eine verrückte, sommerlich schräge, witzig freche Reise während dieser schönen Tage. Es ist aber auch eine Entdeckungsreise der beiden Kinder in die Vergangenheit der Großaltern und ihrer eigenen Eltern. Dabei hat die Autorin eine eigene Sprache gefunden auf diesen großzügig gesetzten 140 Seiten. Erzählt wird dies alles aus der Sicht des kleinen Mädchen, die sich das Lesen beibringen möchte und gleichzeitig benutzt sie aber Ausdrücke, wie wir sie aus alten Klassikern kennen. Das schmale Büchlein verführt einen zum schnellen Fertiglesen und wenn wir es dann verwundert und innerlich glucksend weggelegt haben, sollten wir uns die Zeit nehmen und nochmals von vorne anfangen. Denn dann erkennen wir die wirklich schriftstellerische Meisterleistung in diesem luftigen Romänchen. Nicht umsonst hat Teresa Präauer dafür den aspekte-Preis bekommen. Demnächst erscheint ihr zweiter Roman. Ich bin sehr gespannt. Die ersten Seiten beginnen schon mal sehr stark. Und sieht die Kleine auf dem Buchumschlag nicht so aus, wie die Autorin selbst?

Leseprobe:Herrscher“
Teresa Präauer liest

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