Mittwoch

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Heute haben
Raymond Chandler * 1888
Elio Vittorini * 1908 (siehe unten)
Hubert Selby * 1928
Alex Capus * 1961
Kai Meyer * 1969
Thea Dorn * 1970
Geburtstag.
Gestern hatte ich Arno Geiger und Oskar Maria Graf vergessen.
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Lesen Vittorinis „Gespräch in Sizilien“, wenn es Sie im Urlaub dorthin verschlagen sollte. Ein großes Stück Weltlitertaur aus den 30er Jahren.
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0429

Stewart O’Nan: „Die Chance“
Aus dem Englischen von Thomas Gunkel
Rowohlt Verlag € 19,95
als eBook € 16,99
als Hör-CD gelesen von Christian Brückner € 24,99
als englisch sprachiges Taschenbuch „The Odds. A Love Story“ € 12,99

Ganz neu auf unserem Büchertisch liegt nun endlich der neue Roman von Stewart O’Nan. Und wieder verblüfft er mit seiner Geschichte. War erfrüher der Typ, der harte Geschichten erzählte, wird er von mal zu mal ruhiger und einfühlsamer mit seinen Personen. Er lässt uns teilhaben am Leben einer alten Dame, wie in seinem letzten Roman, oder nimmt uns mit auf eine letzte, verzweifelte Reise eines langverheirateten Paares, das sich komplett verschuldet hat und nur noch den Ausweg sieht, sich in der Spielbank das nötige „Kleingeld“ zu besorgen.
Gemeinsam machen Marion und Art Fowler eine Pauschal-Busreise zu den Niagarafällen, wohin sie dreißig Jahre zuvor auch ihre Hochzeitsreise führte. Im Gepäck befindet sich ihr gesamtes Barvermögen, denn Art glaubt zu wissen, wie man beim Roulette gewinnen kann. Sie schmuggeln das Geld nach Kanada ein, wechseln es in Jetons und beziehen in einem Casino eine teure Hochzeitssuite, die sie sich leisten, weil es ja ohnehin egal ist. Sie haben nichts mehr zu verlieren. Gleichzeitig plant Art die Scheidung nach diesem Wochenende. Er aus finanziellen Gründen, damit nicht beiden alles genommen werden kann. Sie sieht darin jedoch eine persönliche Befreiung.
O’Nan nennt seinen Roman eine Liebesgeschichte, was sie tatsächlich auch ist. Denn sein Ton ist nicht derjenige, der mit dem Seziermesser an die Sache herangeht und eiskalt dieses Paar auseinandernimmt und sie vor dem Nichts zurücklässt. Nein, es ist fast heiter, etwas skuril und liebenswert, wie er die Episoden an den Niagarafällen, im Bus und im Hotel in Worte fasst. Obwohl Marion Art sich nicht mehr viel zu sagen haben, obwohl Marion die Annäherungsversuche ihres Mannes eher lästig sind, obwohl ihre Ehe und ihr weiteres Leben auf der Kippe stehen, hält O’Nan zu ihnen und schreibt einen fast tröstlichen Roman über Zuversicht, Hoffnung und „Die Chance“, die einem im Leben oft bleibt.So nutzen die beiden diese Gelegenheit, setzen ihr komplettes Barvermögen an diesem Wochenende in der Spielbank ein.

Leseprobe

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