Dienstag

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Geburtstag
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Michel Bergmann: „Alles was war“
Arche Verlag € 14,00

Der Verlag nennt es eine Erzählung, und hat den Text von Michel Bergmann in ein schönes gebundes Buch verpackt und in seiner „kleinen Reihe“ veröffentlicht. Es sieht fast so wie ein Verschenkbuch aus, das neben der Kasse liegt und Sommergedichte beinhaltet. Aber irgendwie liegt der Verlag hier nicht ganz richtig.
Michel Bergmann wurde 1945 als Kind jüdischer Eltern in einem Internierungslager in der Schweiz geboren. Nach einigen Jahren in Paris ziehen die Eltern nach Frankfurt am Main. Wir kennen ihn von seiner Teilacher-Trilogie, die auch zuerst im Arche Verlag und dann als Taschenbuch bei dtv erschienen sind. Sie werden alle drei im Moment verfilmt. Mit diesen humorigen Beschreibungen der deutschen Juden in Frankfurt nach dem Krieg und wie sie trotz ihres Leid, ihrer Traumata wieder ihrer Arbeiten nachgehen, hat ihnen der Autor ein wichtiges Denkmal gesetzt.
Hier nun vermuten wir den gleichen Stil. Es würde so schön passen. Lustige jüdische Geschichten aus dem Nachkriegsdeutschland. Aber genau das will wohl Michel Bergmann nicht. Er erzählt Episoden aus seiner Familie und betrachtet von aussen den kleinen Jungen, wie er aufwächst mit seinen Eltern, seinem Onkel und der anderen Verwandschaft, die alle eine große Last auf dem Rücken haben und ihren Kindern weitergeben. Dieser Junge ist anders und wird immer noch besonders betrachtet. Die Vorurteile gegenüber den Juden scheinen sich wohl auf ewig festgebrannt haben. Sein Vater ist schwer krank und stirbt, als er noch klein ist. Seine Mutter nimmt das Heft in die Hand und bringt den Betrieb mit Weisswäsche wieder in Schwung. Bis sich auch hier die Zeiten ändern. Bergmann schreibt über die Schulzeit, über die Kameraden des Jungen, über Feste mit der Familie und wird immer wieder sehr aktuell und politisch. Fast erschrecken wir, wenn er sich bitter beklagt, dass sich die Vorurteile nicht abbauen, sondern immer mehr festsetzen. Er klagt an und wir merken, wie sehr wir geprägt sind durch Medien und das, was wir täglich hören.
Sie merken schon, der Begriff „Erzählung“ trifft den Kern des Buches nicht. „Alles was war“ heisst der Titel und doch sind es nur Ausschnitte einer Kindheitund Jugend in Frankfurt. Wir begleiten den Jungen bis zum Tod seiner Mutter, bis zur Ausbildung bei der „Frankfurter Rundschau“, genau wie im wahren Leben des Autors. Wir bgeleiten ihn auf eine besondere Weihnachtsfeier und lesen bewegende Zeilen über Fritz Bauer, dem der junge Mann als Zeitungsmensch bei den Auschwitz-Prozessen begegnet und merken daran, wie wichtig diese Texte dem Autor sind, wie er das Leben der Juden in Frankfurt, in Deutschland nicht nur in einem humorigen Licht zeigen will.
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Unser Sommerwettbewerb läuft und hier zeige ich Ihnen ein paar aktuelle Einsendungen.
Mehr finden Sie auf jastrammeinbuch.tumblr.com

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