Donnerstag

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Heute haben
Leonhard Frank 1882
Antonin Artaud * 1896
Richard Wright * 1908
Joan Aiken * 1924
Thorsten Becker * 1958
Geburtstag
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Da Streit ist entbrannt. Hirn oder Darm, Intelligenz oder Charme?
Entscheiden Sie selbst.

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Henning Beck: „Hirnrissig“
Die 20,5 größten Neuromythen – und wie unser Gehirn wirklich tickt
Hanser Verlag € 16,90
als eBook € 12,99

Der Hanser Verlag legt nach dem grandiosen Erfolg von „Darm mit Charme“ nach und lässt einen weiteren Science-Slam-Gewinner an den Start. Ist der Darm in der Öffentlichkeit immer noch ein Tabuthema und wird über das Hirn seit Jahren Unmengen geschrieben. Themen wie Spiegelneuren, Brainfood, usw … füllen Zeitschriften, Bücher und ganze Hallen. Dieses gefurchte Etwas scheint von höchstem Interesse zu sein und ist halt immer noch nicht ganz erforscht. Der ewige Wettstreit zwischen Hirn und Computer kommt sicherlich noch dazu.
Henning Beck räumt mit einigen Mythen zum Hirn auf. Um genau zu sein, sind es exakt 20,5 Mythen. Denn Exaktheit ist hier schon von großer Wichtigkeit.
Wie ist das nun mit der Größe des Hirn? Wie wirkt sich das auf die Intelligenz aus? Je größer je besser? So einfach ist es nun auch nicht. Einsteins Hirn wog etwas weniger als der Durchschnitt. Und wenn wir das Gewicht des Hirns mit dem Gewicht des Körpers in Vergleich setzen, dann steht die kleine Springmaus ganz vorne. Ganz im Gegensatz zum so klugen Wal. Entscheident ist also nicht das puren Gewicht, sondern wie schnell die Verbindungen zwischen den einzelnen Synapsen sind. Gerade das Thema Geschwindigekit taucht immer wieder auf. Ein PC ist um ein Vielfaches schneller und doch schafft es das Gehirn flotter ans Ziel zu kommen. Hier wird nämlich nicht stupide vor sich hingerechnet, sondern es werden Querverbindungen gesucht, in Schubladen gegruschtelt, in denen passende Informationen gelagert sind. Da hinken die PC doch mächtig hinterher. Die EU hat 1 Milliarde Euro(nen) in ein Forschungsprojekt gesteckt, Großrechner in dieser Weise noch besser und effektivier zu machen.
Multitasking? Auch so ein Thema. Wir sollten uns nicht so weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, wie toll wir verschiedene Dinge nebeneinander machen können. Kaffee trinken, Musik hören, Emails checken, geht zwar, aber fordert das Hirn extrem und Arbeiten werden deutlich besser erledigt, wenn wir sie einzeln erledigen.
Noch so ein Mythos: Wir benutzen nur 10% unserer Hirnleistung. Da geben vielen Menschen einiges Geld bei Vorträgen aus, um die restlichen 90% zu aktivieren. Alles Humbug. Mumpitz. Sagt Henning Beck. Unser Hirn arbeitet immer volle Pulle. Während wir in unserer Wohnung die Lichter in Zimmern löschen, in denen wir nicht mehr sind (so hoffe ich doch, oder?), brennen im Hirn alles Lichter und zwar immer volle Kraft. Dieses Schloss mit unzähligen Räumen strahlt wie ein Weihnachtsbaum. Denn für alles was wir tun, werden die unterschiedlichsten Dinge dort oben abgerufen und verknüpft. Auch im Schlaf. Damit sind wir auch beim Thema Brainfood, wie das so schön heisst. Studentenfutter, Fischöl, Omega3, … alles recht und gut. Es hat aber keinen Einfluss auf die Hirneistung. Vielleicht auf eine längere Lebenszeit, das schon. Das Hirn holt sich immer und zu jeder Zeit das, was es braucht aus unserem Körper. Es kommt immer als erstes dran. Allerdings nimmt es nicht alles, was wir zu uns nehmen. Beängstigende Bodyguards stehen an der Pforte und lassen nur ganz gezielte Nahrung durch. Henning Beck meint nicht, das wir genausogut Junkfood essen könnten. Nein, gute Ernährung tut unserem Körper immer gut. Aber gezielte Ernährung fürs Hirn ist ein Mythos. „Mit Brainfood essen wir uns schlau“ teilt Beck seinen vegetarischen Lesern zum Beispiel mit, dass sie „nur so klug sind, weil [ihre] Vorfahren kräftig Fleisch und Fisch verzehrten.“
Genauso wie Gehirntraining (gegen Demenz). Sie können zwar nach dem täglichen Lösen von Sudokus besser Sudokus lösen, aber sie traininen Ihr Hirn damit nicht, wie einen Muskel in der Muckibude. Geht einfach nicht, sagt der Autor. Auch können ältere Hirne immer noch prima lernen. Vielleicht etwas langsamer, aber „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“, stimmt hier auch nicht.
Henning Beck ist aber auch ein guter Verkäufer und schreibt: „An das, was kurz vor dem Schlafen gehen noch schnell gelesen wird, kann man sich am nächsten Morgen besser erinnern.“ und meint sicherlich damit auch sein Buch, das auf möglichst vielen Nachttischen liegen sollte. Auf seiner Homepage zeigt er sich nämlich auch von seiner geschäftstüchtigen Seite und bietet diverse Vorträge und Seminare an. Warum nicht? Wenn die so pfiffig sind, wie dieses Buch, werden das sicherlich lustige und informative Stunden.
Und auch ich will auch Bücher verkaufen und liste Ihnen nicht alle 20,5 Mythen auf. Wenn Sie also mitreden wollen, dann ist diese Lektüre genau das richtige. Zumal das Miteinanderreden extrem entscheidend ist beim Thema Demenz.

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