Montag

Heute haben
Karl Philipp Moritz * 1756
James F.Cooper * 1789
Ina Seidel * 1885
Agatha Christie * 1890
Liselotte Welskopf-Henrich * 1901
Gerd Gaiser * 1908
Geburtstag.

Gestern hatte Amy Winehouse Geburtstag (* 1983 -2011)


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Besuch in der Buchwerkstatt Angelika Lindenmann in Ulm.

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Buchtipp für einen guten Start in die Woche:

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Per Petterson: „Nicht mit mir“
Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger
Hanser Verlag  € 19,90
ebook  € 15,99
Hörbuch auf 5 CDs  € 19,99
Gekürzte Lesung mit Sebastian Rudolph, Walter Kreye, Bernd Grawert, Nina Petri

Wer „Pferde stehlen“ noch nicht gelesen hat, sollte dies schleunigst nachholen und sich dann an diesen Roman machen, den wir heute hier vorstellen. „Pferde stehlen“ machte den norwgischen Autoren (1952 in Oslo geboren) im Jahr 2006 in Deutschland richtig bekannt. Und mittlerweile gibt es diesen Roman auch als Taschenbuch und in der kleinen gebundenen Ausgabe der Fischer Bibliothek.
Mit diesem euen Roman „Nicht mit mir“ geht Petterson seinen Weg weiter und loten wieder einmal das Innenleben der Männer aus. Diesmal sind es Jim und Tommy, die in den 70er Jahren unzertrennlich Freunde waren und dies auch ein Leben lang bleiben wollten. Doch viele Dinge verlaufen nicht so wie geplant. Der Roman beginnt in der Gegenwart. Tommy sieht auf der Fahrt in seinem Auto seinen (ehemaligen) Freund Jim auf einer Brücke stehen. Er hält an, es folgt ein kurzer Wortwechsel und jeder geht wieder seiner Wege. Per Petterson nimmt uns nun an die Hand und schildert das Leben dieser beiden Männer. Tommy ist mittlwerweile erfolgreich in seinem Beruf, aber unglücklich darin. Jim ist seit einem Jahr krankgeschrieben und übt seinen Beruf als Bibliothekar nicht mehr aus.
Kennengelernt haben sich die beiden als Kinder in einer kleinen Stadt, die geprägt vom skandinavischen Pietismus war. Petterson tritt selbst als Erzähler auf, lässt aber die beiden Hauptpersonen in Rückblendenund Perspektivwechseln selbst erzählen und rekonstriert scheibchenweise das Heranwachsen der Jungs.
Tommys Mutter ist einens Tages plötzlich verschwunden. Sie taucht gegen Ende des Buches wieder im Roman, aber weit weg von Norwegen auf. Er und seine drei kleineren Geschwister werden vom alleinerziehenden und saufenden Vater oft verprügelt, bis zu dem Tag, als Tommy ihm mit einem Basebllschläger das Schienbein zetrümmert. Daraufhin verschwindet auch der Vater. Auch er taucht viel später wieder auf. Tommy Geschwister werden an Pflegefamilien verteilt, nachdem sie versucht haben im elterlichen Hausgemeinsam weiterzuleben. Es ist eine schwere Zeit für Tommy, die ihm kaum Hoffnung für ein gutes Leben bringt.
Jim hingegen wächst mit seiner Mutter wohl behütet auf, verfällt gegen Ende seiner Schulzeit in Depression und wird eine Klink eingewiesen. Er wird von der Depression sein ganzes Leben nicht völlig wegkommen.
Oh Mann, werden Sie denken, was für ein harter Stoff.
Richtig! Aber Per Petterson erzählt dies in seiner ruhigen, poetischen Sprache und entwickelt dadurch soviel Empathie für seine Figuren, denen er zwar nicht helfen kann, aber uns Lesern ihr Leben verständlich macht. Wie schon in seinen anderen Romanen und biografischen Aufzeichnungen, sind seine Figuren nicht von einer glücklichen Kindheit geprägt. Ein hartes, kaltes Umfeld macht ihnen ihr Heranwachsen sehr schwer. Und doch gelingt es Petterson, dass wir seinen Figuren gerne die Hand reichen wollen und fast traurig sind, wenn dieser Roman zu Ende ist.

Leseprobe

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