Mittwoch

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Heute haben
Horace Walpole *1717
Charles Ferdinand Ramuz * 1878
Alfons Petzold * 1882
F.Scott Fitzgerald * 1896
Walter Kappacher * 1938
Geburtstag
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Katrin Bauerfeind war im Ulmer ROXY.
Praktisch ein Heimspiel für die in Aalen geborene und aufgewachsene TV-Dame.
Der Saal war gut gefüllt und die Stimmung nach der Lesung war sehr locker und heiter.

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Katrin Bauerfeind: „Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag“
Geschichten vom schönen Scheitern
S.Fischer Verlag € 14,99
ebook € 12,99
Hör-CDs von ihr selbst gelesen € 16,95

Im Scheitern bin ich richtig gut!

Es wird ja weltweit viel gescheitert. Gucken Sie sich die Nachrichten an, schauen Sie sich um, blicken Sie kurz in den Spiegel. Sehen Sie? Überall wird deutlich mehr gescheitert als gesiegt. Außerdem kaufen hauptsächlich Frauen Bücher, und Frauen scheitern noch mehr als Männer, egal was Ursula von der Leyen sagt. Deswegen ist das Thema auch ein Anbiedern an die Zielgruppe. Außerdem: Übers Gewinnen schreiben Leute wie Carsten Maschmeyer, und da will man ja wohl automatisch lieber das Gegenteil.
Und: Es ist das Thema, mit dem ich mich am besten auskenne. Scheitern kann ich. Wenn alles so läuft wie immer, werde ich das Buch nicht fertig schreiben … Aber selbst wenn das Buch fertig wird, bin ich mir sicher, dass es nicht so erfolgreich ist wie Shades of Grey oder Harry Potter, obwohl ich auch über dominanten Sex schreibe (Seite 662), und über Jungs mit Brille (Seite 923). Zack, bin ich wieder gescheitert! Und selbst wenn dieses Buch ein Weltbesteller werden sollte, werde ich das Gefühl haben, dass ich in dieser Zeit meine Mutter vernachlässigt habe, noch immer nicht in Madrid war und erst recht nicht beim Sport. Sie sehen: Scheitern kann man eigentlich immer und überall. Es ist ein günstiges Hobby für die ganze Familie, und ich als Scheidungskind weiß, wovon ich rede.
Aber keine Angst. Dies ist kein deprimierendes Buch. Im Gegenteil. Selbst wenn Sie eigentlich die Buddenbrooks oder Frank Schätzing, Ulysses oder das letzte Werk von Richard David Precht lesen wollten, aber stattdessen jetzt dieses Buch in der Hand haben, weil es dünner, billiger und lustiger ist, ist es genau das richtige.
Dies ist ein Buch für all die, die sich schon einmal entschlossen an ihren Computer gesetzt haben, um zum Beispiel ihre Diplomarbeit zu Ende zu schreiben, und dann vier Stunden lang bei YouTube-Videos von Haushaltsunfällen, Katzenkindern und romantischen Heiratsanträgen hängen geblieben sind. Für alle, die sich jedes Jahr drei Tage vor dem Urlaub erfolglos in ihre Bikinifigur hungern wollen, alle, die eigentlich große Pläne für ihr Leben hatten und jetzt plötzlich eine Einbauküche abbezahlen und alle, die das Gefühl haben, es fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag: ein Tag, an dem man endlich mal alles erledigen könnte …

Katrin Bauerfeind macht im Fernsehen (u.a. auf 3sat) alles, was etwas mit Kultur zu tun hat. Sie moderiert, sie führt Interviews und hat zu allem im eine laute Lache und einen schnellen, zackigen, schwarzen Humor.
Angefangen hat es auf dem Internetportal „Ehrensenf“. Da war sie noch sehr jung und durfte so richtig frech sein.
Im Ulmer Roxy zeigte ihr Scheitern in seiner ganzen Größe und wählte die komplette Bandbreite von 60 Brigitte-Ausgaben. Sprich: Haare, Haare, Haare, Yoga, Essen, Trinken, Familie, Beziehungen, Männer, Sex und natürlich Kinder. Sie gibt sich als engagierte Raucherin aus (beim Signieren plauderte sie jedoch aus, dass sie aufgehört hat, nach jahrelang zwei Schachteln am Tag). Alle tolle Frauen hätten ja wohl auch geraucht und solche wie Frau Nahles eben halt nicht. Familie: Auch so ein Thema. Hauptsächlich, wenn man wie sie aus dem Schwäbischen kommt. Und dann noch aus Aalen. Was unsere Gesellschaft zum Thema Single meint, tritt sie sehr breit aus, da sie ja selbst eine ist. Und: Obwohl schon 32, ist sie nicht krank oder irgendwie anders. Sie fühlt sich wohl, obwohl sie von vielen bedauert und komisch angeschaut wird. Da sind wir auch schon beim Thema Männer, die sie von den verschiedensten Seiten beleuchtet. Sie kann es halt nicht brauchen, wenn er schon wippend und trommelnd im Flur steht, während sie noch nach der passenden Garderobe für einen Besuch im Baumarkt schaut. usw usw. Es war vergnüglich, gespickt mit vielen Kalauern und immer einer knackigen, politisch sehr unkorrekten Pointen am Satzende.
Schlangestehen bei Signieren war angesagt und natürlich Fanfotos mit ihr und große Verbrüderungsszenen mit alten Freunden aus der Heimat, die angereist waren.

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Leseprobe

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