Freitag

Heute haben
Clara Reeve * 1729
Stendhal * 1783
Sergej Eisenstein * 1898
Anna Maria Jokl * 1911
Derek Walcott * 1930
Joao Ubaldo Ribeiro * 1941
Geburtstag.
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Michel de Montaigne: „Von der Kunst, das Leben zu lieben“
Montaigne lesen heißt leben lernen
Die schönsten Essais in der Übersetzung von Hans Stilett
Bei dtv als Taschenbuch für € 9,90
In der Anderen Bibliothek in Leinen für € 16,00

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Was Wilhelm Schmid mit seinen kleinen Bändchen über „Glück“ und „Gelassenheit“ usw. kann, schafft der alte Montaigne ganz locker.
Die Neuübersetzung seiner Essais von Hans Stilett sorgten Ende der 90er Jahre für Furore und für die „Andere Bibliothek“ war das große, dicke Buch ein wahrer Bestseller. Endlich entstaubt und für uns Menschen im 20.Jahrhundert gut lesbar zugänglich gemacht, ist die Sammlung eine wahre Fundgrube.
Das hat auch der Übersetzer entdeckt und bringt immer wieder Themen-Bändchen des großen Philosophen heraus. „Von der Kunst, das Leben zu lieben“, erschien schon 2005 bei dtv, GESTERN kam es zum 30.Geburtstag der „Anderen Bibliothek“ in Geburtstagsleinen einen heraus.

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Lachend die Wahrheit sagen
Lesen
Lieben
Freundschaft und Geselligkeit pflegen
Reisen
Essen und Trinken
Tanzen
Mode und Luxus mit Augenmaß genießen
Mit Geld vernünftig umgehen
Praxisbezogen Philosophieren
Der eignen Erfahrung vertrauen
Schlafen und Träumen
Kultur und Kunstsinn der »Wilden« bewundern
Lehrmeister Tier folgen
Krankheiten höflich behandeln
Den Tod nicht fürchten

Das sind die Kapitel, die der Übersetzer zusammengestellt hat und da dürfte für jeden etwas dabei sein.

„Der Gestank des eigenen Mistes ist jedem der liebste Duft.“, können wir unter dem Stichwort „Eitelkeit“ finden.
Oder aber auch das: „Das deutlichste Zeichen der Weisheit ist ein stetes Vergnügtsein.“
Aktuell wie nie (liebe EZB): „Ohne Geldgier zu sein, ist Reichtum.“
Aber auch das: Auf geistige Weise sinnlich, auf sinnliche Weise geistig.“
Darüber lässt sich lange diskutieren.

Ein kurzes, prägnantes Vorwort von Hans Stillet führt uns in die Denkweise von Montaigne ein und macht auch klar, warum und wie Stilett seine Kapitel zusammengesetzt hat.

„Ich habe bisher kein ausgeprägteres Monster und Mirakel gesehen als mich selbst“, schreibt er und meint, dass er aus sich nicht klug wird. Ja, das kenne ich auch sehr gut.
Auch zum Thema „Mode“ weiß er etwas zu schreiben:
„Ich habe die Lässigkeit in der Kleidung, wie man sie an unsrer Jugend sieht, gern übernommen: den Mantel schräg umgebunden, die Kapuze auf einer Schulter, einen Strumpf nicht straffgezogen – zeigt das doch eine stolze Geringschätzung der uns fremden Modevorschriften und eine große Gleichgültigkeit gegenüber kunstvoller Aufmachung.“
Man kann sich den Denker gut vorstellen, wir er etwas vernachlässigt, vergeistigt durch die Straßen gewandelt ist.

„Von der Kunst, das Leben zu lieben“ ist ein kleines, großes Nachschlagewerk, das oft sehr aktuell ist und in seiner Antiqiertheit immer noch ausgezeichnete Verweise auf unsere aktuellen Probleme aufweist.

„Das Vorbedenken des Todes ist Vorbedenken der Freiheit. Wer sterben gelernt hat, hat das Dienen verlernt. Sterben zu wissen entlässt uns aus jedem Joch und Zwang. Das Leben hat keine Übel mehr für den, der recht begriffen hat, dass der Verlust des Lebens kein Übel ist.“

Leseprobe

2 Gedanken zu „Freitag

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