Mittwoch

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Heute haben
Konstantinos Kavafis * 1863,
(der am gleichen Tag 1933 auch gestorben ist)
Egon Erwin Kisch * 1885
Walter Mehring * 1896
Walter Kempowski * 1929
Lilian Faschinger * 1950
Geburtstag
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Annemarie van Haeringen: „Monsieur Matisse und seine fliegende Schere“
Verlag Freies Geistesleben € 14,90
Bilderbuch ab 4 Jahren

Bilder von Matisse strahlen eine solche Wärme und Lebensfreude aus, dass allein schon eine Postkarte die Zimmertemperatur um 2 Grad erhöht. Wer schon Originale von ihm gesehen hat, merkt, welche Arbeit hinter dieser Leichtigkeit steckt. Seien es seine Gemälde, seine Teppiche, oder diese Scherenschnitte, es geht einem richtig das Herz auf. Und ohne zu übertreiben: Für mich ist die Kapelle, die er in Vence gestaltet hat, einer der schönsten Orte, die ich je gesehen und betreten habe.
In den Bildern von Annemarie van Haeringen können wir dem großen Künstler über die Schulter schauen.

Monsieur Matisse ist Maler.
Ein Maler mit der Sonne im Bauch.
Seien Farben machen alle Leute froh.

Und auf dem nächsten Bild leuchtet die komplette Doppelseite in einem typischen Rot von Matisse. Ein Rot, dass in vielen seiner Bilder auftaucht und mit dem sein Museum in Nizza angemalt ist.
Aber der Maler wird krank und muss ins Krankenhaus. Dort ist alles weiss. Ausser einer Fieberkurve (die nach unten geht) gibt es keine Farbe in seinem Zimmer. Er braucht Zeichenstifte, Farben, eine Staffelei. Aber kann nicht aufstehen und auf dem Bettlaken lässt sich nicht malen. So nimmt er eine Schere und schneidet eine Schwalbe aus, die seine Assistentin auf die Wand heftet. Matisse merkt, dass das klappt und nun legt er richtig los. Formen, und Farben, Blätter und Tiere entstehen mit seiner Schere. Er malt nicht mehr mit dem Pinsel. Er schneidet aus und lässt die Papiere an die Wände heften. Immer wieder ruft er seiner Assistentin zu, dass sie sie weiter links, weiter oben, oder doch nach rechts hängen soll.
Wenn wir seine Originale genau betrachten, so bestehen viele seiner Formen (so auch sein blauer Ikarus) nicht aus einem Papier, sondern aus vielen kleineren Stücken, die von ihm zusammengesetzt worden sind. Pingelig ging es auch mit den Farben der Papiere zu. Matisse hatte genaue Vorstellungen, wie die zu sein hatten. Dies steht nicht in dem Bilderbuch. Braucht es auch nicht, da wir uns mit den Kindern freuen, wie ein alter, kranker Künstler mit all seiner Kraft etwas Neues entdeckt,darin auflebt, sich seiner Zeit in der Südsee erinnert und seinen Gefühlen freien Lauf lässt.

Schauen Sie in die Leseprobe.
Es ist schön zu sehen, wie eine Künstlerin einen Künstler porträtiert.

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3 Gedanken zu „Mittwoch

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