Samstag

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Heute haben
Novalis * 1772
Gottfried Benn * 1886
Willi Bredel * 1901
Gisela Elsner * 1937
Franz Innerhofer * 1944
Angela Krauß * 1950
Geburtstag

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Novalis

Es färbte sich die Wiese grün
Und um die Hecken sah ich blühn,
Tagtäglich sah ich neue Kräuter,
Mild war die Luft, der Himmel heiter.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Und immer dunkler ward der Wald
Auch bunter Sänger Aufenthalt,
Es drang mir bald auf allen Wegen
Ihr Klang in süßen Duft entgegen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Es quoll und trieb nun überall
Mit Leben, Farben, Duft und Schall,
Sie schienen gern sich zu vereinen,
Daß alles möchte lieblich scheinen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

So dacht ich: ist ein Geist erwacht,
Der alles so lebendig macht
Und der mit tausend schönen Waren
Und Blüten sich will offenbaren?
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Vielleicht beginnt ein neues Reich.
Der lockre Staub wird zum Gesträuch
Der Baum nimmt tierische Gebärden
Das Tier soll gar zum Menschen werden.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Wie ich so stand und bei mir sann,
Ein mächtger Trieb in mir begann.
Ein freundlich Mädchen kam gegangen
Und nahm mir jeden Sinn gefangen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Sie ging vorbei, ich grüßte sie,
Sie dankte, das vergeß ich nie.
Ich mußte ihre Hand erfassen
Und Sie schien gern sie mir zu lassen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Uns barg der Wald vor Sonnenschein
Das ist der Frühling fiel mir ein.
Kurzum, ich sah, daß jetzt auf Erden
Die Menschen sollten Götter werden.
Nun wußt ich wohl, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.
_____________________

Girlcddvd

Gillian Flynn: „Gone Girl -Das perfekte Opfer“

Fischer Taschenbuch € 9,99
Argon Hörbuch auf 2 MP3-CDs € 19,95
Sprecher: Christiane Paul und Matthias Koeberlin
eBook € 9,99
DVD € 14,99
und das sind noch nicht alle Varianten, die es von diesem Buch gibt.

Das ist eines dieser Bücher, die ich zu spät entdeckt habe, dafür jetzt aber sehr gut im Buchladen verkaufen kann. Der Film lief mit großem Erfolg im Kino, die DVD steht im Regal und ich dachte mir, leih dir doch das Hörbuch aus. Für die Fahrten im Auto beim Ausfahren ist das doch sicherlich eine spannende Sachen, da ich sonst fast nur die alten Klassiker gehört habe. Innerhalb kürzester Zeit war ich gefesselt von dieser Geschichte. In diesem Fall auch von den beiden Vorlesern. Matthias Koeberlein, der ruhige, melancholische, verzweifelte Sprecher und Christiane Paul, die meist quirrlig daherplauderte.

„Was denkst du gerade, Amy?” Diese Frage habe ich ihr oft während unserer Ehe gestellt. Ich glaube, das fragt man sich immer wieder: Was denkst du? Wer bist du? Wie gut kennt man eigentlich den Menschen, den man liebt?“

Ja, was denkt eigentlich der andere, der Partner, die Partnerin? Was geht im anderen Kopf vor, von dem wir womöglich nichts wissen? Und genau das will Nick Dunne am Morgen seines fünften Hochzeitstages wissen, als er in seinem leeren Haus steht. Das Wohnzimmer ist verwüstet, seine Frau Amy verschwunden und die Polizei ist mit der Spurensicherung beschäftigt. Fünf Jahre sind die beiden miteinander verheiratet. Und so beginnt der Roman auch wie eine typische New Yorker Liebesgeschichte. Es kriselt jedoch relativ schnell und als die beiden in den Süden der USA ziehen, damit Nick dort seine kranken Eltern pflegen kann, eskaliert es zwischen den beiden. Amy, eine Berühmtheit in den USA, da ihre Eltern eine Buchreihe nach ihrem Namen benannt haben („Amazing Amy“), findet in dieser neuen Stadt, in der es wirtschaftlich schwer bergab geht, keine richtigen Freunde. Nick hat in New York seinen Beruf verloren und eröffnet mit seiner Schwester eine Bar („The Bar“), die allerdings Amy finanziert hat. Überhaupt kommen die Geldspritzen immer von ihr, da sie ein beträchtliches Vermögen besitzt. Nun ist sie verschwunden und die Polizei verdächtig relativ schnell Nick, da es einige Ungereimtheiten gibt.
So! Nun ist aber genug mit der Inhaltsangabe, denn umso weniger Sie über die Geschichte wissen, umso spannender wird es beim Lesen, Hören, Sehen. Gillian Flynn erzählt diesen Psyhothriller so perlig, spritzig, wie ein gutes Glas Champagner. Ach was, wie eine ganze Flasche. Aber Magnum. Es fließt kaum Blut, es gibt keinen Horror. Aber wir merken relativ schnell, dass bei den Schilderungen der beiden (Nick immer in der Gegenwart und die verschwundene Amy aus ihrem Tagebuch) einiges nicht stimmt. Wir werden extrem sensibel bei jeder Kleinigkeit und haben das Gefühl, dass wir genau aufpassen müssen, weil dieses oder jenes Detail nochmals wichtig werden kann. Damit erzeugt die Autorin eine wahnsinnige Spannung und Sie werden froh sein um jeden Kilometer, die Sie mit ihrem Hörbuch im Stau stehen, damit Sie weiter zuhören können.
Viel Vergnügen bei der Lektüre, egal in welcher Form.

Leseprobe

Gillian Flynn erzählt über ihr Buch. Achtung: Spoileralarm!!!


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Nicht vergessen.
Nächsten Dienstag um 19 Uhr.
Clemens Grote liest aus vier neuen Romanen.
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