Montag

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Heute haben
Franziska Gräfin Reventlow * 1871
Bertrand Russell * 1872
Ernst Wiechert * 1887
Gunnar Gunnarsson * 1889
W.G. Sebald * 1944
Geburtstag

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Franziska Gräfin Reventlow

Schling mir den Arm um die lechzenden Glieder,
leg deinen Kopf an mein sehnendes Herz,
küsse nur Lippen und Busen und Augen,
laß uns vergessen, vergessen den Schmerz.

Laß mit dem Leben, dem brausenden Leben,
voll uns durchschauern die Liebesnacht,
gib mir dein heißes, dein heißestes Lieben,
morgen schon trennt uns der helle Tag.
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„Das Buch ist bombe“
taz

„Das Buch ist ne Wucht“
Samy Wiltschek

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Kisten Fuchs: „Mädchenmeute“
Rowohlt Berlin € 19,95
eBook € 16,95

„Kirsten Fuchs ist eine Meisterin in der Konstruktion einzelner Szenen und komischer Pointen. Schlagfertig, schnodderig, krawallig gehen daher auch die Mädchen miteinander um.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Sie lächelte, als hätte sie Zahnschmerzen. Diese Legomännchenfrisur war doch eine Perücke, oder? Bis auf eine Weste mit hundert Taschen sah sie überhaupt nicht survival aus. Sie gab meiner Mutter die Hand. Ihr gelber Nagellack leuchtete wahrscheinlich im Dunkeln. Da konnte sie im Camp nachts den Weg zum Plumpsklo finden oder die Wildschweine blenden. Sie war die totale Wildschweinscheuche. Und warum sah sie so angespannt aus?
Das sei der Bruno, sagte sie und zeigte auf den Busfahrer. Sie sei die Inken. Die Ansprechperson. Sie würde gut auf mich aufpassen. Wieso wusste ich sofort, dass das gelogen war, wohingegen mir meine Mutter ganz, ganz, ganz viel Spaß wünschte und mich zum Abschied drückte? Im Bus roch es nach Keller. Auf den Sitzen hinter dem
Busfahrer lagen lauter Beutel. Beutel mit Katzenmotiven. Fünfzehnmal der gleiche Beutel. Alle zugeknotet. Der Kellergeruch kam von den Beuteln.“

Charlotte, Bea, Anuschka, Rike, Antonia, Yvette und Freigunda haben sich im Wald versteckt. Nicht freiwillig, sondern sie sind auf der Flucht mit einem geklauten Kleinlaster, der mit Hunden und Käfigen gefüllt war. Sie suchen einen versteckten Stollen, sie suchen einen Unterschlupf und die einsame Gegend im Riesengebirge scheint ihnen der richtige Ort dafür zu sein. Gesucht werden sie auch noch, Hubschrauber kreisen über dem Gebiet, die Medienvertreter lauern auf die großen Berichte. Gleichzeitig haben sie aber auch heimliche Helfer.
Aber halt. Erst mal der Reihe nach.
Charlotte, groß, dünn, voll in der Pubertät, läuft bei jeder Bemerkung rot an (deshalb wird sie von den Mädels auch Leuchtturm genannt) ist die Erzäherin des dicken roten Buches von Kirsten Fuchs und soll/möchte an einem Mädchen-Sommercamp in der Natur verbingen. Doch schon nach sehr kurzer Zeit läuft alles aus dem Ruder. Die Baracken, in denen sie untergebracht werden sollen, sind marode, kaputt, verschmiert und voller Geräusche. Aus den versprochenen Tagen in der Natur, ohne Handi und Vollpension wird ein schneller, frecher Roadtrip. Wenn ich hier in der Buchvorstellung noch einmal „tschick“ schreibe, werfe ich € 5,00 in unser soziales Centschwein. Aber es hat halt von der Grundidee so viel von Wolfgang Herrndorfs Erfolgsroman. Nur dieses Mal aus der Mädchensicht. Kirsten Fuchs, ein Star der Berliner Lesenbühnenszene hat hier einen dicken, knallroten Roman vorgelegt, an dem sie drei jahre gearbeitet hat, der nur so sprüht von Wortwitz, Ideenreichtum und reiht sich in die ganz großen Coming-of-Age-Romae ein. „Mädchenmeute“ muss sich nicht vor den Romanen von Harper Lee, Salinger, Mark Twain, bis Herrndorf verstecken. Das Buch fällt allein durch seine Dicke und Farbe in dieser illustren Reihe auf.
Ich möchte gar nicht so viel über das Buch schreiben, denn es verarbeite so viel Stoff aus dem Leben und der Gedankenwelt dieser sechs Mädchen. Es geht um Freund-schaft, Selbstvertrauen, die eigenen Stärken, das Lernen von den Anderen. Es ist ernsthaft komisch und voller komischen Ernst. Wir entdecken mit den Mädchen alte Machenschaften in der DDR, wie man im Wald überleben kann, dass man viele Dinge zum ersten Mal macht und dass es wichtig ist, dass jemand einem vertraut und hinter einem steht. Es geht um Macht und Zusammenhalt und es geht einfach auch um ganz tolle Unterhaltung, bei der es immer etwas zu Lachen gibt und: Es bleibt spannend bis auf die letzten Seiten.
So! Nun aber Schluss!
Lesen Sie es selbst, geben Sie das Buch allen Mädels ab 14 Jahren. Aber nicht nur denen.

Leseprobe

Kirsten Fuchs hat eigens ein Blog für ihr Buch eingerichtet.

Ab Minuten 3:30 taucht Kirsten Fuchs auf und erzählt über ihr Buch:

http://http://www.ardmediathek.de/tv/lesenswert/Kirsten-Fuchs-und-Feridun-Zaimoglu/SWR-Fernsehen/Video?documentId=27581904&bcastId=1100796
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(Foto: A.Greimel)

Morgen, Dienstag ab 19 Uhr in unserer Buchhandlung:
Stefana Sabin stellt ihr neues Buch „Dante auf 100 Seiten“ und den großen italienischen Dichter und seine Zeit vor.
Eintritt € 10,00

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