Montag

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Heute haben
Alexandre Dumas * 1824
Giosuè Carducci * 1835 (Nobelpreis 1906)
Hilde Domin * 1909
Julien Gracq * 1910
Asta Scheib * 1939
Felicia Zeller * 1970
Geburtstag

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Rasmus Schöll empfiehlt:

In ferner Vorzeit erbte ich von meinem Großvater die großen Romane von F. M. Dostojewski. Ich begann den „Idioten“ zu lesen und konnte irgendwie verstehen, dass es große Literatur ist, aber richtig Spass hat es mir nicht gemacht. „Der Idiot“ blieb dann auch vorerst das Einzige, das ich von Dostojewski las. Dann, vor einigen Jahren, sah ich den Film: „Die Frau mit den 5 Elefanten“ über Swetlana Geier, die Dostojewski neu ins Deutsche übersetzt hat. Dieser Film zeigt, kurz gesagt, ihren Alltag, ihre Arbeit als
Übersetzerin und erzählt von ihrem Leben. Ihre Liebe zu Dostojewski, wird durch diesen Film unmmittelbar spürbar und weckte in mir die Lust ihre Überstzungen zu lesen. Wieder griff ich zum „Idioten“ und was für ein anderes Buch, was für ein
Erlebnis und welch grandiose, aussergwöhnlich-einzigaritge Leistung von Swetlana Geier. Mittlerweile habe ich alle Übersetzungen Dostojewskis von ihr gelesen und kann nur jedem empfehlen es mir gleichzutun. Dostojewskis Leben ist ja an und für sich schon romanhaft, aber seine Romane gehören zum Besten, Tieftsten, Aufregendsten und vor allem wirklich Bedeutsamsten, was ich gelesen habe. Hier wurde mir das erste mal ansichtig, was Weltliteratur ist und warum Schriftsteller vom Range Dostojewskis diese Stellung innehaben. Egal wie oft man ihn liest, jedesmal hat sich das Buch
entwickelt und  man liest ein vollkommen neues Buch.Den größten, der großen Eindrücke, hinterliess „Die Brüder Karamasow“. Es ist der letzte Roman, den Dostojewski in den jahren 1878-1880 geschieben hat. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Familie Karamasow. Der Vater Fjodor wird ermordet. Einer der Söhne soll der Mörder gewesen sein. Der Leser erlebt im Laufe des Romans die Gerichts-verhandlungen, die Konfliktsituationen in der Familie und die Entwicklung der einzelnen
Familienmitglieder. Zunächst klingt das alles nicht spannend und berauschend, aber der Roman „Die Brüder Karamasow“, von denen Sigmund Freund meinte, er sei „einer der gewaltigsten Bücher der Weltliteratur“, verwebt in sich so viele Handlungsstränge, Ebenen und vor allem psychologisch-ethische Beobachtungen, dass man als Leser, wenn man sich auf die Sprache und den Fluss des Buches zunächst, vorbehaltslos einlässt, in einen wahr Sog und Rausch kommt. Es ist eines dieser Bücher, in denen sich ein ganz eigener Kosmos eröffnet, der aber so tief und wahr ist, dass man in der „Realität“ mit ganz anderen Augen zu sehen beginnt, so als hätte man die Farbe rot, aus Unkenntnis einfach übersehen und man würde dieses rot nun auf einmal
überall entdecken können. Dostojewski hat diesen Roman stark konstruiert so dass sich mannigfache Symboliken, Metaphern und Projektionen erkennen lassen.
So sind die drei Brüder Karamasow archetypisch. Ivan ist ein Kopfmensch, rational bis zum Äußersten, Dimitri ist ein aufbrausender, leidenschaftlicher, nicht zu bändigender Charakter und Aljoscha, der Jüngste, steht mit seinem spirituell-künstlerischen Wesen für die Zukunft. Der Roman liest sich wie eine Krimigeschichte und folgt auch deren
Aufbau. Aber was für eine Wucht, wenn man die Buchdeckel zuklappt und Jahre später wieder auf und man merkt, was noch alles in diesem Buch steckt. Wahnsinn. Dieses Buch ist wie ein Teppich verknüpft und je nach Perspektive gibt es große Motive, kleine Muster, Verknüpfungen bis tief ins Unsagbare hinein und aus der Mirkoperspektive heraus Fäden, die sich um Fäden spinnen und doch ergibt alles ein großes Bild.
Bei Erscheinen wurde der Roman aussergewöhnlich aufgenommen und nahm
Einfluss auf alle späteren Schriftsteller. Während z.B. Herrmann Hesse in ihm eine Prophezeihung sah, urteilte Vladimir Nabokov vernichtend über das Buch und Dostejwski. Auf den ein oder anderen mag dieses opulente Werk ausufernd wirken und
sicher kann oder mag nicht jeder den religionsphilosophischen Ausführungen folgen, aber sicherlich ist es eines der genialsten psychlogischen Betrachtungen über den Menschen überhaupt.

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Der Idiot € 15,00
Die Brüder Karamasow € 17,00
Die Frau mit den 5 Elefanten € 17,99

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UNGEREIMTHEIT DER WOCHE
(oder: Das Problem mit dem X in Alphabet-Büchern …)

EIN XYLOCTOPUS

In einer Bucht in Griechenland
geht Herr Pantopolus am Strand,
bis er vor sich ein Tier entdeckt,
welches seine Neugier weckt.

Damit er’s besser sehen kann,
tritt er etwas näher ran.
Was den Kopf angeht, hat’s einen,
derer acht zählt er an Beinen.

Bei noch näherer Betrachtung
findet der Umstand dann Beachtung,
dass dieses Tier vor ihm im Sand
gefertigt ist von Menschenhand.

Ein Tintenfisch aus Holz geschnitzt,
worauf der Finder denkt verschmitzt:
„Xylon heißt auf Griechisch Holz!“
Daher nennt, nicht ohne Stolz,

der kluge Herr Pantopolus
seinen Fund Xyloctopus!

UNGEREIMTHEIT DER WOCHE
(zum aktuellen Thema der Legalisierung)

BOAH, DAS KNALLT, EH

Ein Dealer bot mir neulich an
’nen Joint mit frischem Majoran.
Ich fragte, ob das Zeug auch knallte,
worauf er mir entgegen lallte:
„Wenn man es regelmäßig raucht,
man durchaus höh’re Dosen braucht.“

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