Montag

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Heute haben
PD James *1920
Leon Uris * 1924
Véronique Olmi * 1962
Geburtstag
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Unser Buchtipp für eine heisse Woche:

showcover

S. Corinna Bille: „Venusschuh“
Aus dem Französischen von Hilde und Rolf Fieguth
Rotpunkt Verlag € 19,90

„Mit Venusschuh fand Corinna Bille ihre ganz eigene und unverwechselbare Stimme.“
Peter Hamm, Die Zeit

1952 erschien dieser Roman, der jetzt in einer Neuauflage im kleinen, feinen schweizer Rotpunkt Verlag erschienen ist. Acht Jahre nach ihrem großen Erfolg „Theoda“, den wir seit Jahren immer im Laden vorrätig halten und hier auf dem Blog und in unserer „Ersten Seite“ vorgestellt haben. Ein einsames Schweizer Bergdorf im Winter spielt die Hauptrolle, neben den Einwohnern und ihren unentwirrbaren Verflechtungen. Wieder ist es ein Intrigenspiel und ein Kampf um Leben und Tod.
Es beginnt damit, dass der junge Student Martin Lomense auf seinen Wanderungen entlang der Rhone auf eine Frau trifft, die auf dem Wasser geht. Dieser phantastische Einstieg ist typisch für diesen Roman. Was im ersten Moment verwunderlich klingt, klärt sich sehr schnell, denn die alterslose Frau versucht sich im Fluss zu ertränken. Martin Lomense rettet sie und hängt sich an ihre Fersen, bis er mit ihr in deren Heimatdorf ankommt. Auch dort kann er sich nicht von ihr, dem Dorf und Menschen dort lösen und verbringt den Winter in dieser Abgeschiedenheit der Schweizer Bergwelt. Als er eintrifft findet gerade ein Hochzeit statt. Der reiche Schreinermeister Grégoire hat sich mit der schöne Bara vermählt, die ihn am gleichen Abend heimlich verlässt, um ihren Liebhaber im nahen Ausland zu treffen. Lomense verfängt sich in dem Gewebe der Beziehungen zwischen Grégoire, Bara und der Frau, die er gerettet hat. Diese widerum entpuppt sich als die ehemalige Geliebte des Schreiners. Aber auch die Bewohner des rückständigen Dorfes sind Gefangene dieser Intrigen.
Dass dies nicht gut ausgehen kann, wird relativ schnell klar und die Autorin lässt auch alles auf einen rasanten Showdon auf der letzten Seite hinauslaufen.
Corinna Bille vermag es, in ihrer sinnlichen, ruhigen Sprache brodelnden Affekte wie auch die gewaltsamen Ausbrüche der verschlossenen Menschen einzufangen. Hinter der scheinbaren Ruhe vebirgt sich rohe Gewalt, die sich nicht rational begründen lässt. Corinna Bille verzichtet auf Kommentare, Analysen und Erläuterungen und lässt die Geschichte bis zum bitteren Ende weiterlaufen. Und so können wir nur zuschauen, wie Martin Lomense versucht, die Situation zu retten, aber viel zu spät eingreifen kann.
„Die Sachen entglitten ihm in dem Moment, in dem er dabei war, sie zu fassen“, schreibt Corinna Bille über den Studenten.
Ein weiterer toller Roman der Schweizer Autorin, die von 1912 bis 1979 lebte und 1975 den Prix Goncourt erhalten hat.

Blick ins Buch

Venus-Musikkomponiert von Jürgen Grözinger.
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Natürlich Literatur!
Termin 3: Montag, 03.08.15, 19.30 Uhr
Literaturreihe im Botanischen Garten
IM SÜDEN (Termin 3)
Die Landschaften des Südens, die wir literarisch durchwandern: Südeuropa und Südamerika.
Es lesen: Rasmus Schöll und Literaturgast Moritz Wigand, der den Abend auch musikalisch begleiten wird…
Treffpunkt: Gewächshaus-Foyer
Unkostenbeitrag: 6 € | Person (freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 16)
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Die Erste Seite
Dienstag, 04.08.15, 19:30
Wir stellen vier neue Romane vor
Es liest Clemens Grote
Eintritt frei
Die Bücherliste finden Sie hier

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