Montag

 

IMG_6181Heute haben
Paul Fleming * 1609
Denis Diderot * 1713
Kasimir Eckschmid * 1890
Vaclav Havel * 1936
Marie-Clair Blais *1939
Ulrich Ritzel * 1940
Alfred Komarek * 1945
Peter Ackroyd * 1949
Charlotte Link * 1963
Geburtstag.

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Paul Fleming
Als Er Sie schlafend funde

Hier liegt das schöne Kind / in ihrer süssen Ruh /
Sie bläst die schöne Lufft / von welcher ich mich quähle
biß an die Seele selbst / durch ihre süße Kehle;
Hier liegt das schöne Kind / und hat die Augen zu.
Streu Rosen ümm Sie her / du sanffter Zefyr du /
mit Nelcken untermengt / daß ihr Geruch vermähle
mit ihrem Ahtem sich / dieweil ich leise stehle
so manchen Kuß von Ihr. Silenus sprich kein Muh!
St! Satyr / weg / Sylvan! geht weit von diesem Bache
daß meine Seele nicht von eurer Stimm’ erwache.
Klitzscht in die Hände nicht / ihr schlipfrigen Napeen.
Schlaf / Schatz ich hüte dein. Schlaf / biß du selbst erwachest /
So wirst du wachend thun / was du im Schlafe machest.
Mir auch träumt itzt mit dir / als solt ich vor dir stehn.

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Als wir gestern abend über die Neuausgabe des Kultfilmes geredet haben, wurde heftigt diskutiert. Kam er tatsächlich erst 1985 heraus? War das nicht schon früher? Und muss das überhaupt sein, dass so ne olle Kamelle wieder aufgelegt wird?

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„Daheim sterben die Leut
(restaurierte Fassung)
Regie: Klaus Gietinger und Leo Hiemer
Produktion: Westallgäuer Filmproduktion 1985
Absolut Medien DVD € 15,90
BluRay folgt demnächst

Prädikat: besonders wertvoll!
Goldenes Einhorn Alpinale Bludenz
Nominiert für den Bundesfilmpreis

Gleich kommen Erinnerungen hoch, wie oft, wann und wo und mit wem wir den Film angeschaut haben. Allein die Szene, wenn die Mama eine riesige Schüssel Kässpätzle auf den Tisch stellt, hat sich bei mir fest eingebrannt. Damals stöhnte das Kino auf und eine große Welle des Appetits schwappte von der Leinwand auf die Kinosessel.
„Daheim sterben die Leut“ (eigentlich „Dahoem sterbet d’Leit“) war einer der ersten regionalen Filme, die es zur großen Beachtungen gebracht haben. Die Kinos waren voll, wir haben gelacht und es war das Gespräch schlechthin. Ein Film auf schwäbisch und an Ecken gedreht, die wer selber kannten. Großartig. Mehrfach sind wir in die Kinos, um den Film nochmals zu genießen. Die knarzigen Typen, die Gesundbeter und Wunderheiler, alles gesehen und erlebt. So ist halt das Leben im Allgäu, dort, wo es hügelig wird und die einzelnen Bauernhöfe verstreut auf den Wiesen stehen.

Ein kleines Dorf im Allgäu soll nach den ehrgeizigen Plänen des Landrats Dr. Strobel an die Fernwasserleitung angeschlossen werden. Bauer Allgaier wehrt sich allen allen Kräften, auch mit dem Einsatz seiner Mistgabel gegen dieses Vorhaben. Das war damals schon Widerstand gegen unnütze Großobjekte, die uns im Moment überall begegnen. Doch alle Selbstjustiz nützt nichts. Die Polizeigewalt, die Behörden sind stärken und die Bagger rücken an. Aber so leicht läßt sich ein Allgäuer Bauer nicht kleinkriegen. Für was haben wir den Gesundbeter Guggenmoos. Wenn nichts mehr hilft, dann er. Der zuständige Landrat, der das Prestigevorhaben durchsetzen will, wird mit einem enormen Harndrang verflucht.
Neben dieser Handlung vergnügt sich der Sohn des Bauern mit einem Mädchen aus der Stadt. Sie kann natürlich kein schwäbisch und ihr sind die Sitten dieser Ureinwohner fremd. Dass hier im Allgäu noch übernatürlich Kräfte walten, sehen wir daran, dass der Teufel erscheint, als die beiden ihre erste gemeinsame Nacht verbringen.
Am Ende des Filmes ist die Idylle im Allgäu nicht mehr makellos. Die Welt hat sich verändert, die Zeiten sind anders geworden. Gietinger und Hiemer haben vor dreißig Jahren diesen sehr witzigen Film gedreht, der an Aktualität nichts verloren hat. Vielleicht hätten wir die Nachfolger von Guggenmoos einschalten sollen, als die ersten Bagger für „Stuttgart 21“ angerückt sind. Und den Oberbossen von VW hätten wir ne grandiose Verstopfung gewünscht.
Für uns Schwaben ein großes Stück lustiger Erinnerung und für alle anderen ein Blick auf diese eigensinnigen Ureinwohner.


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Unsere Veranstaltungen in unserer Buchhandlung in dieser Woche:

Dienstag: „Die erste Seite“
Wir stellen drei neue Bücher vor (es liest Clemens Grote) und Tini Prüfert vom Theater Ulm zeigt uns einen Einblick in ihren Hildegard Knef-Abend.
Eintritt frei.
Beginn: 19 Uhr

Donnerstag: Lesung mit Kai Weyand: „Applaus für Bronikowski“
Eintritt: € 10,00
Beginn: 19 Uhr

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