Dienstag

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Heute haben
Meret Oppenheim * 1913
Yasar Kemal * 1923
Louis Begley * 1933
Silvio Huonder * 1954
Geburtstag

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Unser Tipp für alle, die mehr über Ulm wissen wollen, für Ulmer, die an Geschichten um die Stadt und ihre Bewohner interessiert sind.

9783839217931

Dagmar Hub und Elvira Lauscher:Ulm – Porträt einer Stadt
Gmeiner Verlag € 14,99

35 Personen berichten über ihre Lieblingsorte. 35 Kapitel über Menschen, die in Ulm arbeiten und wirken und die wir vielleicht gar nicht kennen. 35 Geschichten über die Stadt und ihre Plätze. Das geht nicht unbedingt sehr in die Tiefe, aber zeigt doch ein schönes Spektrum der Stadt.
Lilli Langohr, die Fledermaus, die in zwei Kinderbüchern die Stadt erkundet, taucht im ersten Kapitel auf. Zusammen mit ihrer Erfinderin Kathrin Schulthess. Die Ulmer Zuckerbäckerei folgt als nächster Beitrag. Eine Bekannte von mir ist aus Italien angereist, um in der Bäckerei zu lernen, wie Brezeln gemacht werden. Hier wird das nämlich noch von Hand gemacht und nicht nur aufgetaut. Ein wunderschöner Ort in einem alten Gebäude. Die Restaurierung der ehemaligen Dreikönigskapelle, die Geschichte des Ulmer Schwimmbades und einer Dauerbesucherin und die Tochter des letzten Königs von Ulms sind weitere Kapitel. Sie werden sich wundern, dass wir noch einen König hatten. Aber der Goldschmied Dentler bezeichnete sich selbst so und spazierte mit Krönchen durch die Stadt. Seine Goldschmiedearbeiten sind weltweit zu besichtigen und einmal im Jahr, am Schwörmontag, verlieh er einen alternativen Kulturpreis, verbunden mit einem, von ihm gefertigten Ring. Dies führt, nach seinem Tod, seine Tochter Ira weiter.
Günter Merkle macht Filme über Ulm, Ralf Hagmayer Pfannkuchen. OB Gönner hält jedes Jahr seine Schwörrede zum Wohl des Ulmer Volkes, Albrecht Schmid ist ein musikalisches Genie und Jürgen Dangel fährt eine Ulmer Schachtel. Was das ist, erfahren Sie auf Seite 125. Bernhard Gerstner baut Geigen und Celli, Volker Beckers riesige Legolandschaften und Elise Ihle erzählt über ihr Leben in einer ehemaligen Kapelle und von ihrem Mann, der die schönsten Ulmer Schränke gebaut hat. Leider ist die kleine, freundliche, lustige Frau Ihle dieses Frühjahr verstorben. Es geht um den Löwenmenschen und das Ulmer Museum, den Fussballclub und den vielleicht weltbesten Jazztrompeter Joo Kraus, der schon oft in der Pauluskirche Konzerte gegeben hat.
Die Kabarettistin Heike Sauer berichtet über ihr Lieblingscafé in Ulm-Söflingen, dort wo sie sich ihre Ideen holt. Letztes Jahr hatte sie mir ihrer Partnerin Hannah Münch einen Kurzauftritt in unserer Buchhandlung. Hildegard Knef wurde in Ulm geboren, lebte allerdings nur ein halbes Jahr in der Stadt, bevor sie mit ihrer Mutter wieder nach Berlin gezogen ist. Heute abend dürfen wir, im Rahmen unserer „1.Seite“, in das Knef-Programm von Tini Prüfert schnuppern, das noch einige Male im Theater Ulm aufgeführt wird.
Passt doch! Beginn: 19 Uhr.
Sie merken: Ein großer Reigen von Geschichtchen um die Stadt und ich habe noch nicht alle Personen aus dem Buch erwähnt. Da gäbe es noch ………..

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Werner Färbers Ungereimtheit der Woche (für Erwachsene)
Eitelkeit

Ein Mann macht sich mit seinem Föhn
Tag für Tag die Haare schön.
Schon seit der Kindheit ist er eitel,
deshalb zieht er scharf den Scheitel
vier Finger breit über dem Ohr,
eh‘ er vom Kopf aus Styropor
nimmt die alte Haarmatratze,
um zu bedecken seine Glatze.

Ungereimtheit für Kinder
Die Qualle

Ein kleines Kind am Badestrand
mal einen Glibberpudding fand.
Als es aus Neugier daran leckte,
merkte es, dass er nicht schmeckte.

Bis auf das Kind wussten es alle:
Der Glibberpudding war ’ne Qualle
________________________

Ein weiterer Textausschnitt aus Kai Weyands Roman: „Applaus für Bronikowski“, aus dem er am kommenden Donnerstag bei uns in der Buchhandlung lesen wird.
Beginn: 19 Uhr.

Ein echter Männerhaushalt, nur ihr zwei, das ist doch super, sagte der Vater.
Ihr könnt so viel Tiefkühlpizza essen, wie ihr wollt, stimmte die Mutter lachend zu.
Nies beschlich das Gefühl, dass sie alle zusammen ein Spiel mit ihm trieben. Ihr meint das nicht ernst, oder?, fragte er.
Seine Eltern schwiegen und schauten ihn an. Sein Bruder Bernd verdrehte die Augen.
Hör mal, sagte sein Vater schließlich, es ist doch nicht so, dass wir euch verlassen. Aber solange ihr in der Schule und der Ausbildung seid, ist es besser, wenn ihr erst mal hier bleibt.
Ihr kommt uns natürlich besuchen. Die Mutter nickte Nies zu, der ihren Blick missmutig erwiderte. In -Kanada kann man super angeln, sagte sie, du isst doch so gerne Fisch.
Kanada, geil. Bernd ballte vor Freude seine Faust, so wie er es immer tat, wenn ihm etwas geglückt war.
Kanada, geil, äffte Nies ihn nach.
Bernd schlug ihm mit der Hand auf den Hinterkopf. Du Idiot.
Der Vater schob seinen Teller beiseite und stützte beide Ellbogen auf der Tischplatte ab, so dass seine Arme ein Dreieck auf der Platte bildeten. Nies kannte diese Geste. Sie war immer der Beginn einer Auf-zählung. Der Vater beugte sich über den Tisch zu Nies und zog mit Daumen und Zeigefinger der linken Hand den Daumen der rechten nach oben: Erstens; das deutsche Bildungssystem ist besser, das sagen alle Studien, es ist sinnvoller, hier den Abschluss zu machen.
Der Zeigefinger kam hinzu: Es ist gut, möglichst früh zu lernen, auf eigenen Beinen zu stehen, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Das macht dich selbstbewusst, und du wirst dich später von Krisen nicht so leicht umwerfen lassen.
Jetzt streckte der Vater den Mittelfinger in die Höhe: Was glaubst du, was für eine starke Bindung zwischen dir und deinem Bruder entstehen wird. Ein Pakt fürs Leben sozusagen.
Es ist so wichtig, dass man jemanden hat, auf den man sich verlassen kann, fügte die Mutter hinzu.
Falls seine Eltern doch einen heimlichen Wettkampf führten, wer zu größerer Ironie fähig war, wollte Nies seine Mutter zur Siegerin erklären: Jemanden zu verlassen und im selben Moment zu betonen, wie wichtig es ist, jemanden zu haben, auf den man sich verlassen kann, war ein Achttausender unter den Ironiegipfeln. Und doch blieben beide ernst und schauten Nies erwartungsvoll an, als warteten sie darauf, dass er ihren Argumenten zustimmte. Nies schluckte, er wusste nichts zu sagen. Er und sein Bruder waren so unterschiedlich, schon immer gewesen, er konnte sich nicht erinnern, dass sie jemals miteinander gespielt hätten, ohne sich nach kürzester Zeit zu streiten. Natürlich waren da auch die fünf Jahre Altersunterschied, außerdem es gab keine Interessen, die sie teilten, und wenn es jemals darum gegangen war, von seinem Bruder Unterstützung zu bekommen, um länger fortbleiben oder fernsehen zu dürfen, war jede Hoffnung umsonst gewesen.
Das alles mussten seine Eltern doch wissen. Sie konnten nicht vergessen haben, dass die Unterschiedlichkeit der Grund gewesen war, das Arbeitszimmer des Vaters in ein Kinderzimmer umzuwandeln, um das Zusammenleben zu entspannen.
Wir machen das schon, sagte Bernd. Kein Problem, ich pass auf ihn auf.

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