Donnerstag

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Heute haben
Hans Sachs * 1494
John Berger * 1926
Sam Shepard * 1943
Ulla Berkéwicz * 1948
Hanns-Josef Ortheil * 1951
Geburtstag
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„With the lights out, it’s less dangerous“
Nirvana

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Michael Wollny: „Nachfahrten“
Act CD € 18,00
Vinyl € 20,00 mit Download Code

Besetzung:

Michael Wollny / piano
Christian Weber / bass
Eric Schaefer / drums

Produziert von Siggi Loch, 2015

Am Anfang stand ein Buch. So schreibt es die Plattenfirma. „Nachtmeerfahrten“ von Simone Stölzel, erschienen in der Anderen Bibliothek, aus deren Reihe wir ja gerade ein Buch vorgestellt haben. „Die dunkle Seite der Romantik“ heisst der Untertitel des Buches und enthält eine literarische Reise durch die dunkle Seele der Romantik – von Lüsten, Wahn und anderen Zwängen. Die Visionen der Romantik haben die europäische Kultur der vermeintlich aufgeklärten Moderne geprägt – so viel epochaler Anfang war nie. Ob in der Philosophie, der Literatur oder der Kunst, die Romantik war eine wunderbare Neuaneignung unseres Welt- und Selbstverständnisses. Zu ihrer Konsequenz geführt aber wird die romantische Idee erst in der Schwarzen Romantik – erst diese leuchtet die Abgründe der Seele, das uns Fremde, die andere Seite der Vernunft aus und lässt die Utopie vom besseren Menschen brüchig aussehen.
Gefunden habe ich auch eine Dokumentation über C.G.Jung mit dem selben Titel.
Das könnte alles zusammenpassen und die Musik, die wir auf dieser Produktion hören, ergänzt genial Buch und Film.
(Vielleicht sollte ich alle drei Sachen in einem Päckle verkaufen?)
Für Wollny spielt die Nacht schon immer eine wichtige Rolle in seiner Musik. Hat er doch mehrfach schon Nosferatu mit Musik unterlegt.  Der 37jährige war auch schon in der Nähe und wer ihn dort erlebt hat, wird seine Virtuosität nicht vergessen.
Nachts sind zwar alle Katzen grau, Wollny bleibt jedoch auch in diesen 14 Musikstücken ein Meister der schwarz-weissen Tasten. Der Begriff Nocture lässt sich hier einfügen und das Stück Nr.10 heisst dann auch so.
Wollny und seine Mitspieler bedienen sich verschiedener Vorlagen, improvisieren darauf. Wir entdecken Musik, die zu Filmen passen würde. Wir haben plötzlich eine Melodie aus „Twin Peaks“ im Ohr, kommen zum verwandelten Kinderlied „Au clair de la lune“, entecken ein Musikstück, das nach einem Buch von Edgar Allan Poe („Metzengerstein“) benannt wurde und kommen nach den Eingangsstücken „Questions in a World of Blue“ und „Nachtmahr“ wieder zurück zu den „Nachtfahrten“. Der Reigen der Nocture schliesst sich. Wollny beginnt sehr ruhig und endet in dieser Art auch wieder.
Hier ist eine andere Seite des besten Pianisten Deutschlands zu entdecken, die zwar schon immer vorhanden war, aber nicht in dieser Intensität.

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