24. Dezember

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Heute ist der 24.Dezember. Das hektische Treiben um Heilig Abend und das Weihnachtsfest ist heute nachmittag beendet. Die Kühlschränke sind voll, da es gilt fast vier Tage zu überbrücken. Die meisten Geschenke sind besorgt. Es werden noch die letzten Besorgungen erledigt und ab 13 Uhr schließen wir im Buchladen unsere Türen.
Wir bedanken uns bei all unseren Kunden und Unterstützer, Freunde aus nah und fern. Da wir sehen, aus welchen Ländern der Erde auf unser Blog geklickt wird, können wir mit Stolz behaupten, dass er weltweit wahrgenommen wird.
Ihnen/Euch allen, und noch vielen vielen mehr, wünsche ich frohe Weihnachten, auch wenn Sie es vielleicht gar nicht feiern.
Das Jahr war wirklich sehr bewegt. Kriege und Gewalt waren oft die Themen, die uns am meisten beschäftigten. Vielleicht gelingt es uns im nächsten Jahr, daran etwas zu ändern. Ich habe keine große Hoffung. Aber vielleicht? Wer weiß?
Der heute Eintrag sieht demzufolge auch anders aus. Es ist ein Text, der mich auch jetzt noch, nach mehrmaligen Lesen sehr bewegt. Vielen Dank an den Verfasser Antoine Leiris, der mir damit Mut macht und Hoffnung gibt.

Antoine Leiris hat bei den Anschlägen von Paris seine Frau verloren. Auf
Facebook wandte sich der Radiojournalist in einer Art offenen Brief an die
Männer, von denen sie getötet wurde.

Ihr bekommt meinen Hass nicht.

Freitagabend habt ihr das Leben eines außerordentlichen Wesens geraubt, das der Liebe meines Lebens, der Mutter meines Kindes, aber ihr bekommt meinen Hass nicht. Ich weiß nicht, wer ihr seid und ich will es nicht wissen, ihr seid tote
Seelen. Wenn dieser Gott, für den ihr blind tötet, uns nach seinem Bild
geschaffen hat, dann muss jede Kugel, die meine Frau getroffen hat, eine Wunde
in sein Herz gerissen haben.

Nein, ich werde euch nicht das Geschenk machen, euch zu hassen. Auch wenn ihr euch sehr darum bemüht habt; auf den Hass mit Wut zu antworten würde bedeuten, derselben Ignoranz nachzugeben, die euch zu dem gemacht hat, was ihr seid. Ihr wollt, dass ich Angst habe, dass ich meine Mitbürger mit misstrauischem Blick betrachte, dass ich meine Freiheit der Sicherheit opfere. Verloren. Der Spieler ist noch im Spiel.

Ich habe sie heute morgen gesehen. Endlich, nach Nächten und Tagen des Wartens. Sie war genauso schön wie am Freitagabend, als sie ausging, genauso schön wie damals, als ich mich vor mehr als zwölf Jahren hoffnungslos in sie verliebte. Selbstverständlich frisst mich der Kummer auf, diesen kleinen Sieg gestehe ich euch zu, aber er wird von kurzer Dauer sein. Ich weiß, dass sie uns jeden Tag begleiten wird und dass wir uns in jenem Paradies der freien Seelen wiedersehen werden, zu dem ihr niemals Zutritt erhalten werdet.

Wir sind zwei, mein Sohn und ich, aber wir sind stärker als alle Armeen dieser
Erde. Ich will euch jetzt keine Zeit mehr opfern, ich muss mich um Melvil
kümmern, der gerade von seinem Mittagsschlaf aufwacht. Er ist gerade mal 17
Monate alt; er wird seinen Brei essen wie jeden Tag, dann werden wir gemeinsam
spielen wie jeden Tag und sein ganzes Leben wird dieser kleine Junge euch
beleidigen, indem er glücklich und frei ist. Denn nein, auch seinen Hass werdet
ihr nicht bekommen.“

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5 Gedanken zu „24. Dezember

  1. Vielen Dank, dass Du auf diesen Text aufmerksam machst! Ich wünsche nun ein paar ruhige Tage und einen guten Start in ein neues Jahr, von dem ich genauso hoffe, dass es ein Besseres werden möge!

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