31.Dezember

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Heute haben
Gottfried August Bürger 1747
Irina Korschunow * 1925
Dieter Noll * 1927
Rolf Haufs * 1935
Nicolas Born * 1937
Samy Wiltschek * 1958
Nicholas Sparks * 1965
Geburtstag

Heute am letzten Tag des Jahres möchte ich mich bei allen LeserInnen des Blogs bedanken.
52.000 mal wurde der Blog mit seinen 316 Einträgen in diesem Jahr angeklickt.
Und das aus 76 Ländern der Welt.
Da bin ich doch sehr erstaunt.

Ich wünsche Ihnen/Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Bleiben Sie gesund und munter.

Bis auf ein Wiedersehen in 2016,
Ihr/Euer Samy Wiltschek


Arno Holz

aus: Die Blechschmiede

Hurrah Sylvester! Heut giebts Krapfen
und roten Punsch statt grünen Thee!
Von allen Dächern hängt in Zapfen
gefroren der Dezemberschnee.

Die Großstadt, eine Weltkokette,
streut Reif als Puder sich ins Haar –
in pelzverbrämter Toilette
erwartet sie das neue Jahr.

Schau, in den Straßen, welch ein Treiben!
Laternen blitzen durch die Nacht,
und hinter gasdurchhellten Scheiben
winkt Schehresadens Märchenpracht.

Aus Glas und Stein gebaute Hallen,
ein nie erschautes Paradies,
bunt vollgepfropft mit Warenballen
aus Peking, Kairo und Paris!

Das ist ein Funkeln und ein Blitzen,
hier Pfefferkuchen, Marzipan,
hier Goldbrokat und Brüssler Spitzen,
und dort gar Sèvreporzellan!

Verwehte Südfruchtdüfte fächeln
die Leute, die vorübergehn,
und gnädig, mit gelauntem Lächeln,
bleibt oft der Reichtum davor stehn….

Ein Budoir ists, schwer verhangen
mit Goldbrokat und Musselin;
wie ein Gewühl von blauen Schlangen,
aufzischt das Feuer im Kamin.

Der Teppich träumt in seiner Weise
von einem türkischen Bazar,
und auf dem Theetisch brodelt leise
der silberschwere Samovar.

Bunt deckt die Wand Correggios Leda,
und weich umflattert die Kopie
ein Duft von Veilchen und Reseda,
wie eine Frühlingsphantasie!

In kleinen, himmelblauen Wölkchen
umstäubt der modische Parfüm
ein marmorweißes Göttervölkchen
in mythologischem Kostüm.

Von rosa Zwielicht überflossen,
im weißen Nanonnegligee,
lehnt dort aufs Sopha hingegossen
die junge Gattin des Rouee.

Sieh, die noch jüngst als schöne Lola
die goldne Jugend enchantiert,
liest nun als Gräfin Emil Zola
und fühlt sich fürchterlich chociert.

Der Vorstadt niedrige Baracken
ihr wüst Asyl, dem sie entwich,
drin teilen in zerlumpten Jacken
der Hunger und die Kälte sich.

Und mitten unter all den Schuppen
am zugefrorenen Kanal
erheben sich zwei düstre Gruppen:
das Irrenhaus und das Spital.

Um sie härmt sich in seiner Kammer
das Elend, wie um ein Idol –
für diese Welt und ihren Jammer
ein wahrhaft köstliches Symbol!

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5 Gedanken zu „31.Dezember

  1. Lieber Samy

    Und heute wieder – der grosse Tag, an dem du geboren bist! Und du weisst, wie sehr mir dieser Tag am Herzen liegt! Ich wünsche dir alles Aufbruchartige, Glitzernde, Hoffnungsvolle, Leuchtende, Facettenreiche, das dieser Tag und vor allem sein Abend ausstrahlen kann.

    Ich denke an dich beim Anstossen. Und danke für deinen Blog! Herzlich Silvia

  2. Ich habe diesen Blog im Laufe dieses Jahres durch Zufall entdeckt und bin iinzwischen begeisterte Leserin. Vielen Dank für die vielfältigen Einträge. Die kleine Buchhandlung bei mir um die Ecke hat die ein oder andere Bestellung auf Grund Ihrer Buchvorstellungen bekommen.
    Wenn ich mal nach Ulm komme, besuche ich Ihre Buchhandlung, ganz großes Ehrenwort!
    Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen alles Gute, viel Lesezeit und viel Zeit für neue Einträge,
    Kathrin

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