Mittwoch, 13.Januar

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Heute haben
Michael Bond * 1926
Daniel Kehlmann * 1975
Geburtstag

Dieser heutige Eintrag erfolgt zuerst in einer  Campingvariante, da ich meinen kleinen Klappcomputer im Laden vergessen habe. Mit ihm mache ich die Tage Inventur. Bin mal gespannt, wie dieser Blog wird, den ich auf dem iPad tippe.

Gestern fertig gelesen und hellwach ins Bett gegangen.

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Hilary T.Smith: „Hellwach“
Aus dem Amerikanischen von Jenny Merling
S.Fischer Verlag  € 14.99
Jugendbuch ab 14

Kiri Byrd ist 17 Jahre. Es ist Sommer, es sind Ferien und sie ist allein zuhause, da ihre Eltern weit weg auf einer Kreuzfahrt sind. So weit so gut. Die Nachbarsfamilie hat ein Auge auf sie und deren Sohn ist Kiris aktuelle Liebe und Partner in einer Band, mit der sie bei einem Musikwettbewerb auftreten. Er am Schlagzeug, sie am Synti. Es klappt, sie erreichen das Finale und es könnte alles nicht besser kommen. Nebenbei, oder eher hauptsächlich übt Kiri an ihrem Flügel für ein Vorspiel, bei dem sich ihr weiterer Werdegang als Pianisten herausstellen wird. Fünf bis acht Stunden sitzt sie auf dem Schemel und spielt sich durch die angegebenen Musikstücke durch und besucht zwischendurch ihre Musiklehrerin. Diese noch sehr überschaubare Situation, die allerdings schon viel Sprengstoff bietet, wird jäh durch einen Anruf unterbrochen. Eine alte Männerstimme will wissen, wann die Familie endlich die Sachen ihrer Schwester abholt. Er würde jetzt nicht mehr anrufen. Habe es schon ein paar mal versucht. Die Stimme ist nuschelig und Kiri unbekannt. Wieso hat dieser Mensch Dinge, die ihrer Schwester gehört haben? Sie starb doch vor fünf Jahren bei einem Autounfall. Kiri ist aufgewühl, weiss sich nicht zu helfen, tauscht sich mit ihrem Freund aus. Aber auch die Joints mit ihm helfen ihr nicht weiter. Also macht sie sich auf in eine fremde Welt. Zwar alles in ihrer Stadt, jedoch in einem Viertel, das für sie bisher Tabu war. Abbruchhäuser, Obdachlose, Dreck, Schmutz und Gewalt soll es hier geben. Auf der ersten Fahrt dort hin, traut sie sich kaum von ihrem Rad abzusteigen.

Was sie dort findet und erfährt übersteigt ihre Vorstellungskraft. Erinnerungen an ihre Schwester kommen hoch. Eine Schwester, die anders war, als ihre Eltern es gewollt haben. Eine junge Frau, die ausgebrochen ist aus den Zwängen des Normalen und ihr Glück in der Kunstszene gesucht hat.

Kiri dringt immer tiefer in diese neue Szenerie ein, verstrickt sich in Drogenräusche, merkt, dass sie ihrer Schwester näher ist, als sie dachte. Sie trifft Menschen, die auf sie zu Beginn abstoßend wirken. Sie stolpert über einen etwas älteren verschlossenen Jungen, der ihr immer wieder zur Hand geht und ihr zum ersten Mal die gewünschte Wärme und Zuneigung entgegenbringt, die sie in ihrem Alltag vermisst. Sie weiß allerdings noch nicht, dass auch er psychische Probleme hat/hatte.

Hilary T. Smith schafft es in diesem Roman ein Variante der Coming of age-Romane zu schreiben, der über weite Strecken anders ist, als die vielen anderen Bücher, die den Markt überschwemmen. Sie schreibt härter, direkter, lässt keine Drogen aus und ist doch voller Liebe und Hingabe. Immer wieder möchte ich den Stift zücken und Textpassagen unterstreichen. Ein Lesegenuss, der mich gefesselt hat. Mit viel Musik in den verschiedensten Varianten und einem Mädchen auf der Suche. Dass die Autorin auch nicht mit einem perfekten Ende aufwartet, macht sie mir noch sympatischer. Geschrieben hat die junge Autorin, die auch als Bloggerin mit dem Namen „Intern“ im Netz auftauchte, in einem Wohnwagen und sie meint, man solle ihr Buch zwischen Mitternacht und Morgengrauen lesen. Passt!

Vielleicht schauen Sie nach, ob Sie eine Ausgabe von „Tao Te King“ im Bücherschrank haben. Sie werden während, oder nach dieser Lektüre große Lust haben, darin zu blättern.

Leseprobe

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