Donnerstag, 14.1.2016

Heute haben
John Dos Passos * 1896
Anatoli Rybakow * 1911
Rudolf Hagelstange * 1912
Yukio Mishima * 1925
Marek Hlasko * 1934
Andreas Steinhöfel * 1962
Geburtstag
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Frank Schneider:Eine Welt auf sechzehn Saiten
Gespräche mit dem Vogler Quartett

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„Burschen, Ihr müsst Quartett spielen!“, sagte der Lehrer zu den Jungs vom noch nicht existierenden Vogler Quartett. Das war noch damals zu DDR-Zeiten. Getroffen haben sich die Burschen schon in der 6. bzw. 7.Klasse. Sie kommen aus Pfarrers- und Musikerfamilien und es war dort klar, dass die Musik ein Weg sein kann, den Mechanismen der DDR-Regierung zu entkommen. Seit 31 Jahren ist das Vogler Quartett, in unveränderter Besetzung, zusammen. Sie spielen auf der ganzen Welt. Demnächst in Japan und Kanada. Gestern kamen sie gerade aus Lausanne.
Das Quartettspiel gilt als Königsdiszipin, was gestern abend deutlich zu Tage kam.
Das Vogler Quartett war auf Einladung der Museumsgesellschaft und der Südwestpresse Ulm zu Gast. Jürgen Kanold, Musikredakteur der Zeitung, befragte die schon angegrauten Herren und diese spielten dazwischen aus Herzenslust kurze Stücke von Dvorak, Strawinsky, Haydn und Bach. Schön daran war, dass sie dem Publikum die Musikstücke durch Erklärungen näherbrachten. Sie spielten ein kurzes Strawinsky-Stück, erläuterten, was sie sich dabei gedacht haben, was Strawinsky sich wohl dabei gedacht hat und spielten es danach noch einmal. Dann ging ein großes Ahaaa durchs Publikum. Ähnlich verfuhren sie mit einem ersten Satz aus einem Haydn Quartett. Sie inszinierten, wie Haydn den Auftrag bekommt, ein Quartett innerhalb einer Woche zu komponieren. Das Vogler Quartett spielt auch vor Kindern und ein Teil aus diesem Kinderprogramm war dann die Herangehensweise an dieses Musikstück. Was Kinder kapieren, verstehen auch wir Alten und so war es ein großer Spaß, mit zuerleben, wie Haydn auf seinem nachdenklichen Gang durch den Park, plötzlich auf Vogelstimmen, Esels-I-A und Pferdegetrappel stolpert und diese in seinen ersten Satz mit einbaut.
Grund der Einladung war das Buch, über das Vogler Quartett. Es ist im Berenberg Verlag erschienen und wieder eines dieser schön gemachten Bücher geworden. Frank Schneider, langjähriger Intendant des Berliner Konzerthauses, befragte die Musiker und aus diesen sehr ausführlichen Gesprächen und vier Monologen der einzelnen Musiker besteht dieses Werk. Wer Interesse an Musik hat, wem die kleine Form des Spiels gefällt, wer Lust auf Geschichten aus der Musikwelt hat, dem lege ich dieses Buch sehr ans Herz. Es ist eine sehr persönliche Künstlerbiografie, mit Reflexionen zum musikalischen Selbstverständnis, kunstpolitischen Engagement und, natürlich, dem Alltag zu viert.
Wie lebt es sich zu viert? Wie ist es, wenn man immer nur zu viert eingeladen wird? Was sagen die Ehepartner zu dieser engen Verbindung? Wie war das mit dem Opel Senator, den sich das Quartett gebraucht aus dem Westen gekauft hat? Wie und wo haben sie die Wende miterlebt? Wie ist die Herangehensweise an alte, an moderne Musik?
Ein Durchmarsch durch die Musikgeschichte, gespickt mit vielen abenteuerlichen Ereignissen.
Die Herren haben sich gestern abend das Mikrophon von Hand zu Hand gereicht, ausführlich auf die Fragen geantwortet und uns alle scharf auf die Lektüre gemacht.
Ich habe noch ein signiertes Buch (und einige unsignierte) im Laden.

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Leseprobe

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