Freitag, 5.Februar

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Heute haben
Joris-Karl Huysmans * 1848
George Saiko * 1892
Henriette Hardenberg * 1894
William Burroughs * 1914
Richard Yates * 1926
Sandra Paretti * 1935
Inka Parei * 1967
Terézia Mora * 1971
Geburtstag

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Stian Hole: „Morkels Alphabet
Hanser Kinderbuch € 14,90

Da hat mal wieder etwas besonders Feines, Poetisches, Anderes aus dem hohen Norden den Weg zu uns gefunden.
Ich habe mit Begeisterung durch das neue Buch des Norwegers Stian Hole „Morkels Alphabet“ geblättert – erstmal. Dann bin ich stiller geworden und konzentrierter. Hole ist hier in Deutschland mit „Garmans Sommer“ bekannt geworden und hat damit den Jugendliteraturpreis 2010 und den Bologna Ragazzi Award 2007 gewonnen. Das Buch hat nicht viele Leser gefunden damals, bedauerlicherweise. Zu schräg, zu ungewöhnlich, zu viele erschreckende Bilder.
Mit „Morkels Alphabet“ ist der Autor und Illustrator Hole ganz neu umgegangen und doch erkennt man sofort die klaren Farben, die Genauigkeit der Darstellungen, sein Spiel mit digitaler Bildbearbeitung, seine ungewöhnlichen Perspektive, und auch hier wieder seine große Fähigkeit, Gefühle darzustellen.

Anna findet kurze Botschaften im Schnee, zum Inhalt haben sie das Verhalten der Laubsänger und Mauersegler, Rotdrosselnund Bachstelzen. Wer ist der Zettelschreiber? Anna schreibt auch eine Botschaft: Wer bist du?
Sie begibt sich auf die Suche, folgt den frischen Spuren im Schnee und findet Morkel in seinem Baumhaus. Sie freunden sich an, verbringen Tage im kalten Schnee und spielen mit Wörtern. Eines Tages ist Morkel verschwunden und Anna ist entsetzlich traurig.
„Die Wände und der Boden in der Hütte sind nichts als Bretter.
Die Schatten nichts als Schatten.
Die Wolken nichts als Wolken.
Nichts mehr wirkt wie etwas anderes.
Anna ist nur noch Anna, es fühlt sich nach ganz wenig an.“

Morkels Alphabet ist ein unglaublich, phantastisch schönes Buch für Leser ab 6 Jahren und ihren Vorlesern über die Sehnsucht nach einem Menschen, über Vögel, den Winter, die Einsamkeit, und über das Nichtaufgeben. Denn es lohnt sich auf ein Wiedersehen zu warten. Und wenn es auch ein halbes Jahr dauert.

Stian Hole, 1969 geboren, ist einer der innovativsten Illustratoren unsere Zeit. Für das Bilderbuch Garmans Sommer (2009) erhielt er u.a. den Brage-Preis, den wichtigsten Bilderbuchpreis seines Heimatlandes Norwegen, den Bologna Ragazzi Award und den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010 in der Sparte Bilderbuch. Bei Hanser erschienen neben Garmans Sommer auch die Bilderbücher Garmans Straße (2011) und Garmans Geheimnis (2012). 2014 folgte das Bilderbuch Annas Himmel.


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Stadthaus Ulm
17. Dezember 2015 bis 13. März 2016
Nadja Wollinsky: Am Rand
Fotografien aus Ulm, Neu-Ulm und Umgebung

“Ich würde nie etwas fotografieren, das ich hässlich finde.”
Diese Fotos soll man sich genau anschauen. Man soll sich Zeit für sie nehmen, denn hier kann es aufs ganz kleine Detail ankommen. “Im Idealfall”, sagt sie stattdessen, “funktionieren die Bilder auf drei Ebenen: Farbe, Form und Inhalt. Klappt leider nicht immer.”
In Ulm und Neu-Ulm entdeckt Nadja Wollinsky Randerscheinungen, doch bildet sie keine Tristesse ab. Ihre Settings sind meist menschenleer, doch nicht vereinsamt. Nicht selten erzählen die Bilder von einem Scheitern, doch immer sind sie tröstlich. Sie sind leise lustig, doch nie sich lustig machend. Sie sind subtil und niemals platt. Und ein Saurier vor einer Neu-Ulmer Bahntrasse-und-Parkhaus-Kulisse ist irgendwie “menschlich”.

Nadja Wollinsky, Jahrgang 1967, wurde Mitte der 90er Jahre am Stadtarchiv Ulm zur Fotografin ausgebildet und leitet seit 2006 die Bilddokumentation der Stadt Ulm. Dazwischen absolvierte sie ein Studium “Digitale Medien” und war zuständig für Grafik und Fotografie in der Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule Ulm.

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Am Donnerstag, den 18.Februar um 19 Uhr
kommt die Autorin Zora Zora del Buono zu uns.
Von ihr sind im letzten Herbst gleich zwei Bücher erschienen.

1844

Abgründig und komisch, sinnlich und raffiniert erzählt Zora del Buono in „Gotthard“ von den Arbeitern am Gotthardbasistunnel, von einer buchstäblich heißen Arbeitsatmosphäre und einer Leiche im Keller. Fritz Bergundthal, Eisenbahn-Fan aus Berlin und gepflegter, fünfzigjähriger Junggeselle, ist zum Gotthardtunnel ins Tessin gereist, um ein paar spektakuläre Fotos schöner Lokomotiven zu machen. Aber im Laufe eines einzigen Tages, von dem „Gotthard“ erzählt, wird er immer tiefer verstrickt in die freundschaftlich-familiären und erotischen Verwicklungen der Arbeiter rund um die Baustelle des Gotthardbasistunnels.

1656

Wenn Bäume sprechen könnten, was würden sie uns erzählen? Zora del Buono hat sich zu den ältesten Bäumen Europas und Nordamerikas aufgemacht, um den Geschichten dieser ungewöhnlichen, zum Teil Abertausende von Jahren alten Lebewesen zu lauschen. So besucht sie die Eibe Ankerwycke Yew, unter der Anne Boleyn erstmals ihrem späteren Ehegatten und Henker Henry VIII. begegnete, bewundert in Berlin die Dicke Marie, die den Humboldt-Brüdern einst als Spielplatz und Goethe als Schattenspender diente, bevor sie Hermann Göring zum Naturschutzdenkmal erkor und durchwandert im Schneesturm ein schwedisches Hochmoor, um den mit 9 500 Jahren ältesten Baum der Welt zu sehen, der so rührend klein und mager aussieht wie ein vergessener Weihnachtsbaum. Auf ihren Reisen trifft sie Indianer, Förster und Baumpfleger – und einen Klassenkameraden jener drogensüchtigen Frau, die eine 3 600 Jahre alte Sumpfzypresse niederbrannte. Mit viel Sinn für menschliche Abgründe und dendrologische Geheimnisse erzählt Zora del Buono die weit verzweigten Geschichten, die sich um die majestätischen Persönlichkeiten ranken – und lässt uns auch in ihren Baumfotografien an ihrer Faszination für die stummen Zeugen der Menschheit teilhaben.

1962 in Zürich geboren
Studium der Architektur an der ETH Zürich und der Hochschule der Künste Berlin, Diplom 1990
1990-1995 Entwurfsarchitektin und Bauleiterin in Berlin
1995-1996 Nachdiplomstudium Set Design an der FH Rosenheim, Abschluss 1996
1996 Gründungsmitglied von mare – die Zeitschrift der Meere, Kulturredakteurin
2001-2008 stellvertretende Chefredakteurin von mare
Seit Sommer 2008 freie Autorin
Seit 2012 Gastdozentin im Master-Programm der German School am Middlebury College in Vermont, an der Leuphana Universität Lüneburg und der Schweizer Journalistenschule MAZ in Luzern

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