Dienstag, 11.April

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Der Frühling kann kommen

Heute haben
Alexander Ostrowski * 1823
Gustav Lübbe * 1918
Tom Clancy * 1947
Antje Ravic Strobel * 1974
Geburtstag.
Aber auch Joschka Fischer und Herbert Grönemeyer.
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9783551560261

G.R.Gemin:Milchmädchen
Aus dem Englischen übersetzt von Gabriele Haefs
Carlsen Verlag € 16,99
Englischen Originalausgabe „Cowgirl“ € 11,99
Jugendbuch ab 12 Jahren

In der Frühjahrsreihe der „Königskinder“ im Carlsen Verlag, die alle ein Mädchengesicht auf dem Umschlag haben, ist u.a. auch „Milchmädchen“ erschienen. Es hat irgendetwas mit Kühen zu tun, mit einem heruntergekommenen Wohngebiet einer walisischen Stadt, mit einer Mädchenfreundschaft und vielen Kühen.
Da bleibt die Frage: Ja will ich das denn lesen?
Meine Antwort: Klar! Unbedingt!
Dies wurde mir aber auch erst klar, als ich das Buch zur Hand nahm und darin las.
Zu Beginn ist es eines dieser Mädchencliquen-Aussenseiterin-Jugendroman, entwickelt sich aber sehr schnell zu einem sehr warmherzigen, frechen, witzigen, ernsten Buch, das von seinem Autoren Gemin mit viel Liebe geschrieben worden ist.
Das Mädchen Gemma wohnt in diesem Viertel, in dem Diebstahl, Einbrüche und Gewalt alltäglich sind. Ihre Mutter ist einsilbig, ihr kleiner Bruder nervt und ihr Vater sitzt im Gefängnis. In ihrer Schule gibt es eine Mädchengang, die alles bestimmt und mit Gewalt reagiert, wenn nicht das geschieht, was sie will. Und es gibt das Mädchen Kate, die nur „Cowgirl“ genannt wird, da sie auf einem Bauernhof lebt und sich mit Kühen abgibt.
Kate braucht Gemmas Hilfe. Ihr Vater will alle Kühe verkaufen und als Landschaftsgärtner neu durchstarten, bevor der Buernhof sich nicht mehr trägt. Aus dieser Grundkonstellation heraus entwickelt Gemin eine Geschichte, die nicht vorhersehbar ist, die uns immer wieder in die Irre führt. Es liest sich wie ein Stück Torte, von der wir nicht wissen, was sich unter der Glasur alles versteckt und wieviele Schichten noch kommen.
Denn sind zu Beginn Gemmas Bruder, viele Mitschüler in kriminelle Machenschaften verstrickt, so ändern sie sich, als die Kuh-Entführ-Aktion gestartet wird. Elf Kühe sind es, die aus dem Kuhstall in die Vorgärten der Siedlung gebracht werden. Elf Kühe ändern plötzlich die Einstellung der Mitbewohner der Straße. Eigentlich ist verändern das falsche Wort dafür. Sie zeigen die andere Seite ihres Wesens. Ein Teil ihrer Persönlichkeit, die unterdrückt wurde, auf die Seite geschoben und nicht erlaubt war. So erscheint Gemmas Vater als großspuriger Schwätzer, als Gemmas Familie ihn im Gefängnis besucht. Kates Vater ist verschlossen und dickköpfig. Gemmas Bruder nur auf Krawall gebürstet. Im Laufe des Romanes entdecken wir die wahren Charaktere der Personen, die Geschichten dahinter und wie es dazu kam, dass sie so geworden sind.
Aber Achtung! Gemin erzählt dies so flott und witzig, zeigt uns Gemma mal traurig, mal frech, mal kämpferisch, mal zermürbt, dass es eine wahre Freude ist.
Ich kann nur sagen: Lest dieses Buch.

Die Leseprobe ist in die Homepage des Carlsen Verlages eingebaut.
Wenn Sie reinlesen wollen, klicken Sie hier und dann auf des Buchsymbol unter dem Umschlagfotos.
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Diese Woche geht es los mit der Literaturwoche und bei uns findet am Freitag, die erste Lesung statt.

1790
Freitag, 15.April um 19 Uhr
Deborah Feldman: “Unorthodox
Ich habe die Vermutung, dass es voll wird. Deshalb vielleicht doch einen Stuhl reservieren.
Der Eintritt beträgt € 8,00

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