Dienstag, 21.Juni (Sommeranfang)

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Heute haben
Jean Paul Sartre * 1905
Helmut Heißenbüttel * 1921
Francoise Sagan * 1933
Ian McEwan * 1948
Jane Urquhart * 1949
Robert Menasse * 1954
Geburtstag

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Der Sommer ist noch nicht so richtig da, aber wir haben heute zumindest die kürzeste Nacht des Jahres.

Gustav Falke
König Sommer

Nun fallen leise die Blüten ab,
Und die jungen Früchte schwellen.
Lächelnd steigt der Frühling ins Grab
Und tritt dem Sommer die Herrschaft ab,
Dem starken, braunen Gesellen.

König Sommer bereist sein Land
Bis an die fernsten Grenzen,
Die Ähren küssen ihm das Gewand,
Er segnet sie alle mit reicher Hand,
Wie stolz sie nun stehen und glänzen.

Es ist eine Pracht unterm neuen Herrn,
Ein sattes Genügen, Genießen,
Und jedes fühlt sich im innersten Kern
So reich und tüchtig. Der Tod ist so fern,
Und des Lebens Quellen fließen.

König Sommer auf rotem Ross
Hält auf der Mittagsheide,
Müdigkeit ihn überfloss,
Er träumt von einem weißen Schloss
Und einem König in weißem Kleide.
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Passend zum heutigen Tage:

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Lars Gustafsson und Agneta Blomqvist:Das Lächeln der Mittsommernacht
Literarische Bilder aus Schweden
Aus dem Schwedischen von Verena Reichel
Fischer Taschenbach  € 9,9

Lars Gustafsson und seine Frau Agneta Blomqvist haben ein persönliches und zugleich nützliches Reisebuch über Schweden geschrieben. Vom äußersten Süden bis hinauf nach Norrland führt ihre Reise, von den schonischen Bauern bis zu den Lappen. Der Schwerpunkt aber liegt dort, wo sie zu Hause sind: an einem Fjord in Bohuslän, in Västmanland, am Mälarsee und in Stockholm. So vielseitig wie ihre Interessen, so abwechslungsreich sind ihre Ausflüge – in die schwedische Geschichte und in eine berühmte Bäckerei, in die Wälder und Moore, zum Beeren und Pilze sammeln, zu Elchen und Wölfen, zu Strindberg, zu traditionellen Festen wie Mittsommer oder Sankta Lucia und an das Grab von Tucholsky.

„Wir beschränken uns darauf, von dem zu erzählen, was wir selbst erlebt haben. Die Route führt vom schwedischen Süden bis in den allerhöchsten Norden, mit ausgiebigen Exkursen nach Osten und Westen und in die schwedische Literatur. Wir hoffen, dass der Leser sich mit uns auf der Fahrt durch Schweden wohlfühlt. Es sollte deutlich werden, dass wir nicht hier leben würden, wenn wir nicht fänden, dass Schweden ein inspirierendes Land ist.“
Lars Gustafsson und Agneta Blomqvist

Der milde Juniwind geht durchs Gras. Eine Regenperiode ist gerade zu Ende gegangen, und es scheint, als würde der Mittsommerabend genauso schwindelerregend schön, wie man es das ganze Jahr erhofft hat. „Die Juninacht nicht dunkeln mag, sie gleicht einem betauten Tag“, sagt der Poet Harry Martison. Nein, in dieser Nacht geht die Dämmerung balds in Morgengrauen über. Oberhalb des Polarkreises sinkt die Sonne nicht unter den Horizont, so dass es die ganze Nacht über hell bleibt. Hier befinden wir uns im Land der magischen Mittsommersonne. Viele halten es für überflüssig, in dieser Nacht ins Bett zu gehen, in der die Natur fast zu schön ist – wie soll man als hinfälliges menschliches Wesen all dieser Schönheit würdig sein? Und man will so gern jemand haben, mit dem man gerade an Mittsommer seine Gefühle teilt. „Man sollte gar nicht schlafen, zu zweit sollte man sein …“
Wir erfahren noch viel, was die Schweden in dieser Nacht alles machen, was sie singen und wie sie singen.
So auch dies:
Bevor man zu Bett geht, soll man gemäß der volkstümlichen Sitte hinaus auf die Wiesen gehen und sieben (oder neun) Arten von Blumen pflücken und sie unters Kopfkissen legen. Wenn man seinen Strauß beisammenhat, darf man nicht mehr sprechen. Dann wird man von seinem Zukünftigen träumen, also ein Traum, der in Erfüllung geht. Manche sagen auch, man soll über sieben Holzzäume springen, aber wo gibt es die heute noch?

Leseprobe
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Werner Färbers Ungereimtheiten
DER ISEGRIMM CCXXIV

Im Märchen handelt Isegrim
oft sehr böse und auch schlimm:
Raffgierig frisst er jung und alt,
macht Rotkäppchen und Oma kalt.
Auch verputzt der Wolf als Speise
Geißlein gleich halbdutzendweise.
So ist sein Ruf sehr schlecht bis heut.
Nur ganz allmählich seh’n die Leut‘,
dass Isegrim viel scheuer ist
und weder Kind noch Oma frisst.

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