Dienstag, 13.September

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Grüße von Jürgen aus dem Engadin

Heute haben
Marie von Ebner-Eschenbach * 1830
Sherwood Anderson * 1876
Roald Dahl * 1916
Geburtstag
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Marie von Ebner-Eschenbach

Der Ruhm der kleinen Leute heißt Erfolg.

Nenne dich nicht arm, wenn deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind; wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.
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Tipp der Woche:

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Fee Katrin Kanzler: „Sterben lernen

Gänsefett
Ein Luftzug kroch in ein Ohr, wie ein Tropfen Gift, wie ein kalter Wurm. Von der Decke hingen weißer Floristenkrepp und Weinreben aus Polyurethan, bewegten sich in der Brise, die ein paar Regentropfen mitbrachte. Stimmengeklirr und Gläserkreischen, Stühle knackten,auf dem Grund eines Planschbeckens trudelten versunkene Papierschiffe.Jemand hatte das große Holztor geöffnet. Die zum Gastraum umgebaute Scheune leuchtete innen gelb und rot, Lichterketten, Ochsenjochlampen, der Wind blies
ein paar Kerzen aus. Draußen grollte ein Gewitter, draußen war Nacht und Frühsommer.Henry saß im Bauch der Feierstube, lachte und betrank sich. Eine Frau im weißen Kleid fiel in das Plansch becken. Ihr Schuh wurde versteigert, ein Mann im schwarzen Anzug gefesselt, verbundene Augen, den Mund schaumkuss verschmiert. Reime wurden deklamiert, Nägel eingeschlagen, leere Schneckenhäuser, Klosteine und
Wurstbrote verlost. Die Braut war eine Freundin von Henrys Frau, der Bräutigam Kollege Frank aus derBuchhaltung.
Hätte es nicht geregnet, wäre die Hochzeitsgesellschaft im Biergarten untergebracht gewesen und Henry hättedas Toilettenhäuschen auf der Wiese benutzt, diese
Holzkabine mit dem ausgesägten Herzchen. So aber war der Rasen voller Schlamm, und er ging durch den Flur,der die Scheune mit dem alten Gutshaus verband, wei-
ßer, unebener Putz, dann eine Treppe nach oben. Als er die Hände gewaschen, sein Gesicht im Spiegel betrachtet, erst das eine Auge, dann das andere mit Daumen
und Zeigefinger weit aufgezogen hatte, machte er sich auf den Rückweg.
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Fee Katrin Kanzler liest am kommenden Freitag ab 19 Uhr bei uns in der Buchhandlung aus ihrem gerade erschienenen Buch „Sterben lernen“.

Der Eintritt ist kostenlos. Bücher der Autorin dürfen/sollen natürlich gekauft werden.
In den nächsten Tagen werden ich noch weitere Leseproben hier veröffentlichen.

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Werner Färbers Ungereimtheit der Woche
Kleine Verwechslung CCCXXIII

Wenn eine Schlange hüpft durchs Gras,
während ein Frosch kriecht an sie ran,
beschleicht mich das Gefühl, dass das,
was hier passiert, nicht stimmen kann.
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