Donnerstag, 3.November

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Heute haben
André Malraux * 1901
Dieter Wellershoff * 1925
FK Waechter * 1937
Martin Cruz Smith * 1942
Geburtstag
und es ist der Todestag von Thomas Brasch (* 2001)

Thomas Brasch
Wer durch mein Leben will, muss durch mein Zimmer

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Alain Badiou:Versuch, die Jugend zu verderben

Suhrkamp Verlag € 10,00

Allein schon der Titel des Buches verführt zum Lesen. Etwas mehr als 100 Seiten und großzügig gesetzt, scheint die Lektüre auch schnell geschafft zu sein. Aber wie es bei philosophischen Texten so ist, ich brauche doch etwas länger. Dafür sind die Thesen und Worte des alten, marxistisch geprägten, Autoren so umwerfend klar und nachvollziehbar, daß sich die Lektüre für mich mehr als gelohnt hat.

„Mal ehrlich: Ich bin neunundsiebzig Jahre alt. Was zum Teufel bringt mich dazu, von der Jugend zu sprechen?“

So beginnt das Pamphlet und gibt auch gleich die Marschrichtung vor. Was soll das mit der Jugend? Warum verführen? Die wird doch längst dauernd und überall verführt. Badiou will diese jungen Menschen rausreißen aus dem Trott, ihrer politischen Abstinenz, ihrem schnellen Leben im Hier und Jetzt, das von Konsum geprägt ist.
Ganz tief greift er die Geschichtskiste, bringt Freud und das Alte Testament ins Spiel, schreibt über Initiationsriten, die Jugendliche zu Erwachsene machte. Er schreibt aber auch über den Neid der Alten auf die Jungen und den falsch verstandenen Jugendwahn. Er schreibt über das Revoltieren gegen die Eltern, das sich Freischwimmen und die Zeit der Selbstfindung. In der Antike klar zu sehen und zu erläutern. Heute jedoch haben sich alle Vorzeichen umgedreht. Es herrscht eine große Gemelage und keiner hat mehr die Übersicht. Das Leben und diese Eckpfeiler der Traditionen macht unser Leben nicht leichter.
Alain Badious Versuch, die Jugend zu verderben, ist ein Manifest gegen die kapitalistische Geschichtslosigkeit, ein Plädoyer für ein Leben jenseits des ideenlosen Konsumzwangs und ein Kompass für all jene, die in unserer immerjungen Gesellschaft die Orientierung verloren haben.
Die Hierachien haben sich auf den Kopf gestellt. Die Alten zählen in der innovationsgetriebene Wirtschaft nichts mehr. Die Jugend ist gefragt. Und geichzeitig wachsen Millionen von jungen Menschen ohne Arbeit auf und werden von der Gesellschaft links liegen gelassen.

Aber was schreibe ich denn so viel.
Hören Sie sich den podcast des Deutschlandradio Kultur an. Dort erklärt Ihnen Stephanie Rohde in der Sendung „Sein und Streit“ den Text des französischen Philosphen.
Hier klicken und 6 Minuten zuhören.

Und/oder Sie lesen die ersten 20 Seiten des Buches hier in dieser Leseprobe.

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