Freitag, 31.März

Heute haben
Francois Villon * 1431
Alexandra Kollontai * 1872
Octavio Paz * 1914
John Robert Fowles* 1926
Hartmut Lange * 1937
Geburtstag.
Und es ist der Todestag von Christian Morgenstern.
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Christian Morgenstern

Brenne durstig himmelan!
Brenne stumm hinab! Doch – brenne!
Daß dein Los von dem sich trenne,
Der sich nicht verschwenden – kann.
Laß ihm seine Angst und Not!
Du verstehe nur den – Tod.
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April

April
Gedichte
Herausgegeben von Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell
Reclam Verlag € 5,00

Der April spiegelt alle Höhen und Tiefen der menschlichen Seele wieder und erst im Mai, wenn die Tage endlich beständig wärmer werden, gönnen wir uns etwas Ruhe und genießen die sonnigen Stunden im Freien als etwas Selbstverständliches.
Im Wort April steckte das lateinische aprire = öffnen, so die Herausgeberinnen. Also öffnen, hinausgehen, raus aus der winterlichen Stube. Manche meinen auch, daß apricus = sonnig darinstecken könnte.
Monatelang haben sie auf Goethe verzichtet, hier taucht natürlich sein Osterspaziergang auf. Ein Muss, wenn wir an den großen Festtag denken.

Zartes Grün und erstes Zwitschern
Launischer April
Launische Menschen
Karwoche
Ostern
Jetzt wird’s warm

So sind die einzelnen Kapitel überschriebenund zeigen an, dass wir uns im Moment in der launigen Phase des Monats befinden. Warten wir also auf die Kapitel „Ostern“ und „Jetzt wird’s warm“.
Viel Vergnügen bei der Lektüre.

Theodor Storm
April

Das ist die Drossel, die da schlägt,
Der Frühling, der mein Herz bewegt;
Ich fühle, die sich hold bezeigen,
Die Geister aus der Erde steigen.
Das Leben fließet wie ein Traum –
Mir ist wie Blume, Blatt und Baum.

Nikolaus Lenau
Frühlingsgedränge

Frühlingskinder im bunten Gedränge,
Flatternde Blüten, duftende Hauche,
Schmachtende, jubelnde Liebesgesänge
Stürzen ans Herz mir aus jedem Strauche.
Frühlingskinder mein Herz umschwärmen,
Flüstern hinein mit schmeichelnden Worten,
Rufen hinein mit trunkenem Lärmen,
Rütteln an längst verschlossenen Pforten.
Frühlingskinder, mein Herz umringend,

Was doch sucht ihr darin so dringend?
Hab ichs verraten euch jüngst im Traume,
Schlummernd unter dem Blütenbaume?
Brachten euch Morgenwinde die Sage,
Daß ich im Herzen eingeschlossen
Euren lieblichen Spielgenossen,
Heimlich und selig – ihr Bildnis trage?

Eduard Mörike
Zitronenfalter im April

Grausame Frühlingssonne,
Du weckst mich vor der Zeit,
Dem nur in Maienwonne
Die zarte Kost gedeiht!

Ist nicht ein liebes Mädchen hier,
Das auf der Rosenlippe mir
Ein Tröpfchen Honig beut,
So muss ich jämmerlich vergehn
Und wird der Mai mich nimmer sehn
In meinem gelben Kleid.

Joseph von Eichendorff
Ostern

Vom Münster Trauerglocken klingen,
Vom Tal ein Jauchzen schallt herauf.
Zur Ruh sie dort dem Toten singen,
Die Lerchen jubeln: Wache auf!
Mit Erde sie ihn still bedecken,
Das Grün aus allen Gräbern bricht,
Die Ströme hell durchs Land sich strecken,
Der Wald ernst wie in Träumen spricht,
Und bei den Klängen, Jauchzen, Trauern,
Soweit ins Land man schauen mag,
Es ist ein tiefes Frühlingsschauern
Als wie ein Auferstehungstag.

Friedrich Hölderlin
Der Gang aufs Land

An Landauer

Komm! ins Offene, Freund! zwar glänzt ein Weniges heute
Nur herunter und eng schließet der Himmel uns ein.
Weder die Berge sind noch aufgegangen des Waldes
Gipfel nach Wunsch und leer ruht von Gesange die Luft.
Trüb ists heut, es schlummern die Gäng‘ und die Gassen und fast will
Mir es scheinen, es sei, als in der bleiernen Zeit.
Dennoch gelinget der Wunsch, Rechtglaubige zweifeln an Einer
Stunde nicht und der Lust bleibe geweihet der Tag.
Denn nicht wenig erfreut, was wir vom Himmel gewonnen,
Wenn ers weigert und doch gönnet den Kindern zuletzt.
Nur daß solcher Reden und auch der Schritt’ und der Mühe
Wert der Gewinn und ganz wahr das Ergötzliche sei.
Darum hoff ich sogar, es werde, wenn das Gewünschte
Wir beginnen und erst unsere Zunge gelöst,
Und gefunden das Wort, und aufgegangen das Herz ist,
Und von trunkener Stirn‘ höher Besinnen entspringt,
Mit der unsern zugleich des Himmels Blüte beginnen,
Und dem offenen Blick offen der Leuchtende sein.

Denn nicht Mächtiges ists, zum Leben aber gehört es,
Was wir wollen, und scheint schicklich und freudig zugleich.
Aber kommen doch auch der segenbringenden Schwalben
Immer einige noch, ehe der Sommer, ins Land.
Nämlich droben zu weihn bei guter Rede den Boden,
Wo den Gästen das Haus baut der verständige Wirt;
Daß sie kosten und schaun das Schönste, die Fülle des Landes
Daß, wie das Herz es wünscht, offen, dem Geiste gemäß
Mahl und Tanz und Gesang und Stutgards Freude gekrönt sei,
Deshalb wollen wir heut wünschend den Hügel hinauf.
Mög‘ ein Besseres noch das menschenfreundliche Mailicht
Drüber sprechen, von selbst bildsamen Gästen erklärt,
Oder, wie sonst, wenns andern gefällt, denn alt ist die Sitte,
Und es schauen so oft lächelnd die Götter auf uns,
Möge der Zimmermann vom Gipfel des Daches den Spruch tun,
Wir, so gut es gelang, haben das Unsre getan.

Aber schön ist der Ort, wenn in Feiertagen des Frühlings
Aufgegangen das Tal, wenn mit dem Neckar herab
Weiden grünend und Wald und all die grünenden Bäume
Zahllos, blühend weiß, wallen in wiegender Luft,
Aber mit Wölkchen bedeckt an Bergen herunter der Weinstock
Dämmert und wächst und erwarmt unter dem sonnigen Duft.

Donnerstag, 30.März

Heute haben
Paul Verlaine * 1844
Sean O`Casey * 1880
Jean Giono * 1895
Tom Sharpe * 1928
Uwe Timm * 1940
Gert Heidenreich * 1944
Geburtstag
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Paul Heyse

Das Leben ist ein genauer Wirt,
Läßt pünktlich zahlen Lust und Leide.
Kommt einer mit vieren ankutschiert,
Den bedient es mit doppelter Kreide.
Wer glaubt, daß er frei ausgehen wird,
Der macht die Rechnung ohne den Wirt.
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Frueher war alles schlechter von Guido Mingels

Guido Mingels:Früher war alles schlechter
Warum es uns trotz Kriegen, Krankheiten und Katastrophen immer besser geht
DVA € 14,99

Was würden Sie denken: Sterben heute mehr Menschen bei Flugzeugabstürzen als früher oder weniger? Gibt es heute mehr Kriege und Kriegstote als vor 30 Jahren oder weniger? Arbeiten wir wirklich immer mehr? Müssen heute mehr Kinder unter Kinderarbeit und Gewalt leiden, oder sind es weniger geworden? Steigt die Kriminalität in Deutschland oder sinkt sie?
Suizide in Deutschland, Aids, Terror in Westeuropa, Tote durch Schusswaffen sind weitere Themen, denen sich die SPIEGEL-Redaktion angenommen hat. Gab es früher mehr weiße Weihnachten? Wieviel mehr wird uns in unseren Supermärkten angeboten? Und wie steht es mit dem Rauchen in Deutschland? Sind Wetterprognosen besser oder schlechter geworden? Wie geht es dem deutschen Wald und wie sieht es mit der Anzahl der jährlichen Verkehrstoten aus? Arbeiten wir zuviel und wie alt werden wir im Gegensatz zu früher?
Sie merken: Die Bandbreite ist groß und das Team hat sich jeweils eine pfiffige Grafik für die rechte Seite ausgedacht. Links finden wir einen knappen, prägnanten Text, der die Grafik noch unterfüttert.

Unbedingt die Leseprobe anschauen.
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Dienstag, 4.April um 19 Uhr
„Die erste Seite“

Wir stellen vier neue Bücher vor.
Es liest Clemens Grote

Vier neue Bücher, 15 Minuten pro Buch = eine Stunde, ein Vorleser und kein Eintritt.
Dieses Mal mit:

Paolo Rumiz: Der Leuchtturm
André Heller: Uhren gibt es nicht mehr
David Garnett: Mann im Zoo
Mikael Engström: Kaspar, Opa und der Feuerteufel

Bei uns in der Buchhandlung

Mittwoch, 29.März

Heute haben
Yvan Goll * 1891
Ernst Jünger * 1895
Opa Hans * 1927
Georg Klein * 1953
Jo Nesbo * 1960
Geburtstag
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showcover

Mario Mensch / Anna Olschwesky: „Planet der Hühner
Über die Nutzung des Huhns durch den Menschen
Brandes & Aspel Verlag  € 14,90

Eigentlich sollten Sie schon alles wissen über das Huhn und das Ei, nachdem wir hier schon zwei Bücher zum Thema vorgestellt haben. Fast täglich nehmen wir Nahrung zu uns, zu deren Bestandteil Eier gehören. Wo wir hinschauen finden wir Hühnermasten, in denen Unmengen von Tiere großgezogen werden. Mittlerweile gibt es dreimal so viele Hühner wie Menschen.
„Chicken or meat?“ heißt es im Flugzeug und zu den vielen Fragen rund um das Huhn wollen wir mit diesem Buch möglichst viele Antworten finden.
Mit vielen Zeichnungen, Grafiken, Tabellen und Zeittafeln versuchen uns die Autoren möglichst alles über den Planeten der Hühner zu erklären.

Das Hühnerfleisch das Fleisch der Zukunft? lautet auch somit gleich das erste Kapitel, bevor wir mehr über das Huhn erfahren.
Fortpflanzung
Das Ei
Brut und Aufzucht
Lebensstationen
Wahrnehmung
Tagesablauf
Sozailverhalten
heißen die nächsten Kapitel und wir sehen, um welche Uhrzeit Hühner Gefiederpflege, Futtersuche, Nestbau und Eiablage betreiben, bis sie sich nach mehreren anderen Tätigkeiten zur Nachtruhe begeben.
Geschichtlich geht es weiter: Von der Frühgeschichte bis zur Gegenwart.
Danach wird es knackig, wenn wir lesen und sehen, was mit Masthühnern und Legehennen passiert. Was hinter welchen Konzernen steht, wie die Wege des Eis bis in den Eierbecher sind. Futter, Mist, Schlachtung und Seuchen gehören genau so dazu wie die vielen Produkte, in denen Ei enthalten ist.
Nach der Lektüre wissen wir wieder deutlich mehr als vorher und wir können das Buch auch gut mit größeren Kindern anschauen, da die Grafiken sehr klar und anschaulich und überhaupt nicht schockierend sind.

Jetzt aber genug mit Huhn und Ei. Freuen wir uns auf Ostern und darauf, daß wir drei so tolle Bücher im Laden haben.
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Heute abend bei uns in der Buchhandlung um 19 Uhr:
Der Psychologe Stefan Plöger liest aus seinem neuen Buch „Im Licht in der Nacht“ und berichtet über seine Arbeit als Leiter der Telefonseelsorge Ulm.
Eintritt € 5,00