Donnerstag, 21.September

Heute haben
HG Wells * 1866
Leonard Cohen * 1934
Klaus Kordon * 1934
Stephen King * 1947
Frédéric Beigbeder * 1965
Geburtstag
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Heute im Gedichte Kalender

Friedrich Hölderlin
An die Parzen

Nur Einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen!
Und einen Herbst zu reifem Gesange mir,
Daß williger mein Herz, vom süßen
Spiele gesättiget, dann mir sterbe.

Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht
Nicht ward, sie ruht auch drunten im Orkus nicht;
Doch ist mir einst das Heilge, das am
Herzen mir liegt, das Gedicht, gelungen,

Willkommen dann, o Stille der Schattenwelt!
Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel
Mich nicht hinab geleitet; Einmal
Lebt ich, wie Götter, und mehr bedarfs nicht.
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Unser Buchtipp:

Hervé Le Tellier:Ich und der Präsident
Ein Briefroman
Aus dem Französischen von Jürgen und Romy Ritte
dtv € 8,00

„Weil er er war,
weil ich ich war“
Michel de Montaigne

Dies hat Tellier seinem Brief-Spaß-Roman vorneweggestellt. Passt.

Das wünscht sich doch jeder. Eine Antwort auf einen Brief an eine große Persönlichkeit zu bekommen. Tellier hat an den damaligen französischen Präsidenten Mitterand geschrieben. Es begann mit einer Urlaubspostkarte und er bekam eine Antwort. Aber was für eine. Es war natürlich ein Formblattr mit einer Unterschrift. Tellier nahm dies jedoch persönlich und schreib weiter an seinen neuen Brieffreund, den er dann auch gleich mal Francois nannte. Und jedes Mal – zack – bekam er Post.
So entwickelte sich eine langandauernde Brieffreundschaft. Tellier mit seinen Briefen und Postkarten, das Büro von Mitterand mit seinen Fromblättern. Er fühlt sich verstanden und gut aufgehoben von und mit seinem Präsidenten, so dass er diesen Briefwechsel mit Mitterrands Nachfolgern Chirac, Sarkozy, Hollande und Macron einfach fortführte.
Ein großes Vergnügen, bei dem ich nicht weiß, wie, wann, wo der Autor Tellier flunkert.
Ist mir ja auch egal.
Schauen Sie bitte in die Leseprobe. Es lohnt sich:

Leseprobe

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Mittwoch, 6.September

Heute hat
Edith Sitwell * 1887
Geburtstag.
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Eduard Mörike
Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
Im warmen Golde fließen.
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Unser Bilderbuchtipp der Woche:

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Britta Teckentrup:Oskar und Mo
Prestel Verlag € 12,99
Bilderbuch ab 3 Jahren

Unermüdlich und mit immer neuen Ideen ist Britta Teckentrup unterwegs. Gerade hat sie für ihr Ei-Buch einen weiteren Preis erhalten.
Und jetzt ist Oskar zurück und bringt seine Freundin Mo mit. Nach dem ersten Band „Oskar liebt“, liebt Oskar nicht nur Dinge, sondern halt auch Mo. Und: Mo liebt Oskar. Sie lieben es gemeinsam in den Sonnenuntergang zu fliegen, sich an stürmischen Tagen aneinander festzuhalten, im Regen miteinander zu tanzen, den gleichen Schal zu tragen, sich gegenseitig zu helfen und kleine Geschenke zu machen. Zusammen schaffen sie es auf die höchsten Berge. Und wenn so ein langer, voller Tag zuende geht, dann legen sie sich gemeinsam unter eine Decke. Wie das kleine Raben halt so machen.
Britta Teckentrup schafft es auch hier mit einfachen Mitteln uns mit ihrer Geschichte gefangen zu nehmen. Bei ihr braucht es nicht viel Drumherum. Es sind die klaren Formen und Gesten, die uns überzeugen.
Ihr ist eine große Liebeserklärung gelungen, die nicht nur für die Kleinen ihre Gültigkeit hat.

Schauen Sie doch bitte in die Leseprobe.

Freitag, 25.August

Heute haben
Apollinaire, Jules Romains, Isherwood, Julia Cortazar und W.H.Fritz Geburtstag.
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Achim von Arnim
Trinklied im Vollmondschein
 
Was ist’s, das wir in Ahnung fühlen
Und was erhöhet jede Stirn?
Im Herzen dunkle Wurzeln wühlen,
Die Knospen brechen auf im Hirn;
Was ist in dieser Nacht geschehen,
Das uns so freudig will umwehen?
 
Ob wir in süßer Liebe wachten
Vor manchem Jahr um diese Zeit?
War heut ein Jahres-Tag der Schlachten,
Die unser Vaterland befreit?
Doch der Kalender in dem Herzen
Weiß nichts von Sieg und süßen Scherzen.
 
Ihr Sterne, nennet mir dies Zeichen,
Das heute über uns regiert?
Ich sah: ihr Alle müsset weichen,
Nun es den Himmelsrand berührt;
Des Vollmonds blühend rote Wangen
Sind uns zum Vorbild aufgegangen.
 
Weil heut der Vollmond uns bescheinet,
So schenken wir die Gläser voll,
Wir wissen, was der Himmel meinet,
Warum er heut uns scheinen soll:
Wir sollen sehn, wie er sich füllte,
Seit er den Durst im Taue stillte.
 
Aus vollen Flaschen werden Neigen
Und leere Menschen werden voll,
Es hängt der Himmel voller Geigen:
Weil heut ein Jeder tanzen soll;
Die Erde dreht sich schon im Kreise,
Die Pfropfen springen nach der Weise.
 
Auf Pfropfen steigen wir zum Monde
Der allen Wein der Erde reift,
Und machen gern mit ihm die Ronde,
Wenn quer er durch den Himmel schweift.
Heut ist im Mond die große Faßnacht,
Und alles Wein da, was hier naß macht.
 
Die große Not in den Finanzen
Und der Verfassung Schwierigkeit,
Löst sich, nun wir die Welt im Ganzen
Beschaun, als eine Kleinigkeit;
Kommt Zeit, kommt Rat! im Wein ist Wahrheit
Und wer gespart, der zahlet baar heut.
 
Ein Glück, das ich kein Gott geworden,
Denn ich vertränk‘ mein Bischen Welt,
Den diamantnen Sternen-Orden
Und auch das blaue Himmelszelt,
Dies Zelt, das mir so wohlgefallen,
Seit unsre Stimmen drin erschallen.
 
Ja, morgen würd‘ ich’s recht bereuen:
Wenn über uns der Himmel leer;
Ich würd‘ ein neues Zelt mir leihen,
Und wenn es bei dem Teufel wär;
Ja Freunde, laßt uns das bedenken,
Eh wir vom Glauben was verschenken.
 
Am Himmel ist nichts überflüßig,
Und auf der Erde nichts zu viel,
Und wenn wir ihrer überdrüßig
Und wenn der Himmel uns zu kühl,
Steigt süßer Schlaf aus edlem Weine
Und hüllet in Träumen die Gemeine.
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Suhrkamp-Bücher lesen und gewinnen.
Ist ja eh klar, dass wir durchs Lesen nur gewinnen können.
Aber hier gibt es wirklich das eine oder andere Buch(paket) abzugreifen.

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50 Jahre „Jahrestage“. Wie großartig. Und dann noch diese Aktion.
Einen Monat lang kostenlos die passenden Einträge aufs Smartphone, inkl. vieler Anmerkungen und Erläutertungen. Sie können sich die einzelnen Tage auch vorlesen lassen. Welcher Luxus. D.h. im Bus sitzen und abtauchen nach Mecklenburg und New York City. Umsonst leider nur einen Monat. Und dann? Ich weiß es nicht und bin selbst gespannt.

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Uwe Johnson:Jahrestage
Suhrkamp Taschenbuch , 2150 Seiten, € 39,95
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Unter allen Anmeldungen bis zum 31. Oktober 2017 verlost der Verlag dreimal den Jahrestage-Schuber mit der Jahrestage-DVD im Paket.

Anmelden unter: www.uwejohnson.de/jahrestage

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Elena Ferrante: „Die Geschichte der getrennten Wege
Band 3 der Neapolitanischen Saga
Aus dem Italienischen von Karin Krieger
Suhrkamp Verlag € 24,00

Lange mussten wir auf den dritten Band warten und eigentlich hätte der vierte schon da sein müssen. Egal. jetzt geht es weiter mit der Neapolitanischen Sage und wir sind mitten in den 70er Jahren.

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Alles über Ferrante, ihre Bücher, viele Hintergrundinformationen gibt es hier.