Freitag, 24.November

Heute haben
Lawrence Sterne * 1713
Carlo Collodi * 1826
Arundhati Roy * 1961
Geburtstag
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Am 24.11.2018 im Deutsche Gedichte Kalender von Harenberg.

Georg Heym
Letzte Wache

Wie dunkel sind deine Schläfen
Und deine Hände so schwer,
Bist du schon weit von dannen
Und hörst mich nicht mehr?

Unter dem flackenden Lichte
Bist du so traurig und alt,
Und deine Lippen sind grausam
In ewiger Starre gekrallt.

Morgen schon ist hier das Schweigen,
Und vielleicht in der Luft
Noch das Rascheln von Kränzen
Und ein verwesender Duft.

Aber die Nächte werden
Leerer nun, Jahr um Jahr,
Hier, wo dein Haupt lag und leise
Immer dein Atem war.
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2018 steht im Zeichen der Farbe rot. Zumindest bei unseren Jastramplanern.

Unsere Wandkalender sind gerollt und für Sie zur kostenlose Mitnahme bereitgestellt. Wir selbst haben uns schon so an diese Planer gewöhnt, dass wir sie nicht mehr missen wollen.

Also: Mitnehmen, bevor der Vorrat zu Ende geht und Sie planlos ins neue Jahr taumeln.

Aufbau, oder Arche? Das ist jedes Jahr die Frage.
Für viele allerdings auch gar nicht, weil sie seit Jahren immer die literarischen Kalender von dem einen oder anderen Verlag nehmen.

Oder vielleicht doch den Kinder-, oder den Musikkalender?

Es können aber auch wilde Tiere Afrikas sein.

Für ganz Verwegene gibt es auch diesen.
Ob man das allerdings schon morgens an der Wand zu hängen sehen mag?

Donnerstag, 23.November

Heute haben
Marieluise Fleißer * 1901
Paul Celan * 1920
Herbert Achternbusch * 1938
Geburtstag
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Ernst von Feuchterleben
Bacchisch

1.
Hast in wonnevollen Tagen,
Über Lust und Pein getragen,
Du die Erde überschwebt?
Lustdurchschauert? Darfst du’s sagen?
Qualberauscht? — Du hast gelebt!
Hat dir’s nie im Taumelschweben,
Im Erlangen, Kühner-streben,
Selig durch die Brust gebebt?
Nur der Übermut ist Leben!
Kennst ihn nicht? – Hast nicht gelebt!

2.
Ihr müht euch fruchtlos!
Was schöpft ihr Weisheit
Aus dem Gefäße
Der Danaiden?
Ein Dithyrambos
Ist unser Leben:
Wir wandeln rhythmisch
Ums Licht der Schönheit
In heil’gen Kreisen;
Die Götter sehn uns
Und nicken freundlich.
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Unser Buchtipp:

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Haruki Murakami: „Birthday Girl
vierfarbig illustrierte Ausgabe von Kat Menschik
aus dem Japanischen von Ursula Gräfe
DuMont Verlag € 16,00

Über Murakami muss ich nichts mehr schreiben. So oft, wie er als möglicher Kandidat für den Literatur Nobelpreis genannt wird, kennt ihn jeder. Der Name Kat Menschik ist nicht so geläufig. Wenn wir jedoch ihre Illustrationen sehen, erinnern wir uns sofort an sie. Sie arbeitet für die FAZ am Sonntag, für den DuMont Verlag und hat u.a. eine kleine, eigene Reihe mit Weltliteratur gestartet, in der in diesem Jahr nach Kafka und Shakespeare auch die Erzählung „Moabit“ von Volker Kutscher erschienen ist.
Knall rot, mit rotem Lesebändchen liegen die wenigen Seiten von „Birthday Girl“ vor uns. Murakamis Erzählung war natürlich schon veröffentlicht, aber nicht so in dieser Geburtstagsausgabe.
Die Ich-Erzählerin möchte ihren zwanzigsten Geburtstag mit Freunden verbingen, muss aber kurzfristig doch zur Arbeit. Sie arbeitet in einem italienischen Restaurant und bedient dort drei mal die Woche. Als auch noch der Geschäftsführer kurzfristig ausfällt, überträgt er ihr seine tägliche Aufgabe. Pünktlich zur abendlichen Stunde muss sie nun ein warmes Abendessen, Wein und Kaffe in den fünften Stock in die Wohnung des Restaurantbesitzers bringen. Anders als erwartet, bitte der höfliche, alte Mann sie hinein und verwickelt sie in ein Gespräch. Dabei erfährt er, dass sie heute Geburtstag hat und erfüllt ihr im Gegenzug einen Wunsch. Aber nur einen.
Wie im Märchen, so scheint es.
Zehn Jahre später erzählt sie diesen Vorfall einem Freund, verrät aber immer noch nicht, was sie sich damals gewünscht hat. Auch wir Leser wissen ihn nicht.
Murakami erzählt diese kleine Märchengeschichte in seiner einfachen Sprache und sagt uns damit, dass wir nur dieses eine Leben haben. Mit oder ohne Wunsch.
Das ist nicht viel, aber auch nicht zu wenig, zumal wir immer wieder an den Illustrationen von Kat Menschik hängenbleiben. Wir wundern uns über bestimmte Atribute in den Bildern und finden dann meist die Erklärung, wenn wir im Text weiterlesen. Des öfteren assoziiert Menschik weiter und dann wird es richtig spannend.
Ein Buch, das sich prima als Geburtstaggeschenk eignet.

Mittwoch, 22.November

Heute haben
George Eliot * 1819
André Gide * 1869
William Kotzwinkle * 1943
Viktor Pelewin * 1962
Geburtstag.
Und auch noch Benjamin Britten und Charles de Gaulle.
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George Eliot
Roses

You love the roses – so do I. I wish
The sky would rain down roses, as they rain
From off the shaken bush. Why will it not?
Then all the valley would be pink and white
And soft to tread on. They would fall as light
As feathers, smelling sweet; and it would be
Like sleeping and like waking, all at once!
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Erling Kagge: „Stille“
Ein Wegweiser
Aus dem Norwegischen von Ulrich Sonnenberg
Insel Verlag € 14,00

„Die Natur sprach zu mir, indem sie sich als Stille präsentierte. Je stiller es wurde, desto mehr hörte ich … eine ohrenbetäubende Stille.“

Was ist Stille? Wo ist sie? Warum ist sie heute so wichtig?
Lärm macht uns krank, Hektik verführt uns zu schlechtem Essen aus der Hand. Stress lässt uns nicht schlafen.
Erling Kagge hat ein weisses Stille-Buch geschrieben und versucht uns in ca. 30 Kapiteln seine Thesen plausibel zu machen. Es dreht sich nicht um die Stille um uns herum. Es geht um die Stille in einem drin. Stille unter der Dusche, wenn das heisse Wasser über den Kopf läuft. Stille beim Durchschwimmen eines Waldsees.
Kagge hat aber keinen Ratgeber geschrieben, der verspricht, dass wir nach der Lektüre alles besser können. Nein. Im Prinzip sind es autobiographische Aufzeichnungen, in denen er uns an Hand eigener Ereignisse zeigt, wo er Stille gefunden hat.
Er hat den Mount Everest bestiegen, ist zum Süd- und Nordpol gewandert (alleine versteht sich, ohne Batterien im Funkgerät), er segelte über den Atlantik und durchquerte New York unter der Erde in deren Tunnelsystemen.
Er ist Autor, Rechtsanwalt, Verlager, Kunstsammler und Selbstvermarkter. Und wahrscheinlich kann er keine Sekunde still sitzen.
Aber wir. Wir können dieses schmale, schöne Buch genießen, die Fotos betrachten und auch mal den Schutzumschlag abnehmen.

Ein kleiner Ruhepol in den hektischen Tagen, die jetzt anrollen.
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Sonntag, 10.Dezember um 19 Uhr Im Foyer des Theaters Ulm.

TINI PRÜFERT SINGT TWISTED TANGOS

Tini Prüfert singt Tango? Das gab’s ja noch nie. Doch: 2012 war es eines der Lieder aus Joshua Sobols Musical GHETTO, der Tango FRÜHLING, ein ursprünglich jiddisches Lied, das durch die Sängerin Luiba Levickaim im Ghetto von Vilnius zum Symbol für den Überlebenskampf der jüdischen Bevölkerung gegen die Nazis wurde. Arrangiert und auskomponiert hatte das Musical am Theater Ulm damals Wolfgang Lackerschmid. Die beiden verbindet seitdem eine Freundschaft und Zusammenarbeit. Ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der GÜNTER STEINLE FONDATION haben sich die beiden nun daran gemacht, argentinische Tangos, Piazzolla, französische Walzer, Kurt Weill, Tom Waits, Ladino und den ein oder anderen Jazz- und Musicalsong in ein neues Tangogewand zu stecken.
 
DONAUTANGO und das Theater Ulm laden am Sonntag, den 10. Dezember um 19 Uhr ins Foyer des Theaters Ulm ein. Tini Prüfert singt, begleitet von Veit Hübner (b) und Philipp Solle (p). Dazu wird der Schwingboden ausgerollt: Tanzen ist ausdrücklich erwünscht – die Milonga kann beginnen. Im Anschluss an das Konzert legt Alexander Wetzig, MR. DONAUTANGO persönlich, auf. Das Foyer verwandelt sich an diesem Abend in ein (schwäbisch-)argentinisches Tanzcafé. Die Bar ist während der gesamten Veranstaltung selbstverständlich geöffnet.