Dienstag, 9.Mai

Heute haben
José Ortega y Gasset * 1883
Walter Dehmel * 1903
Richard Adams * 1920
Geburtstag.
Aber auch Sophie Scholl * 1921 und
Anne Sofie von Otter * 1955.
Und es ist der Todestag von
Friedrich Schiller + 1805
________________________

Friedrich Schiller
Spruch des Konfuzius

Dreifach ist der Schritt der Zeit:
Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,
Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen,
Ewig still steht die Vergangenheit.

Keine Ungeduld beflügelt
Ihren Schritt, wenn sie verweilt.
Keine Furcht, kein Zweifeln zügelt
Ihren Lauf, wenn sie enteilt.
Keine Reu, kein Zaubersegen
Kann die Stehende bewegen.

Möchtest du beglückt und weise
Endigen des Lebens Reise,
Nimm die Zögernde zum Rat,
Nicht zum Werkzeug deiner Tat.
Wähle nicht die Fliehende zum Freund,
Nicht die Bleibende zum Feind.
___________________________

Claudia Wiltschek empfiehlt:

Jan Birck:Zarah und Zottel
Ein Pony auf vier Pfoten
Sauerländer Verlag € 9,99
ab 6 Jahren

Zarah ist wütend und traurig und allein. Mama und sie sind umgezogen, in eine neue Wohnung, in einem neuen Viertel. Mama hat keine Zeit für sie, sie hämmert, putzt und bohrt Löcher in die Wände. Wenn sie das nicht tut, muss sie am Tag schlafen, weil sie oft in der Nacht als Notärztin Dienst hat. Da passt dann die Nachbarin Frau Heuschkel auf sie auf, die aber dann so laut schnarcht, dass Zara nicht schlafen kann.
Sarah geht raus auf den Hof, wo schon einige Kinder sind und stellt sich ganz mutig: „Hallo, ich heiße Zarah und bin neu hier“ vor, bekommt aber prompt die Antwort von Hubert: „Geh wieder dahin, wo Du hergekommen bist.“
Tja, das macht wenig Mut und Zarah tritt den Rückzug an, nimmt ihre Indianerbücher zur Hand und weiss nun wiees ihr besser gehen würde: Ein Pferd muss her! Mama ist über diese Lösung wenig begeistert. So zieht Zarah alleine los, landet in einem Laden für Alles und der nette Herr hat tatsächlich ein Pony für Zarah, das er ihr zum Ausprobieren mitgibt. Sarah steigt begeistert auf, das Pony wedelt mit dem Schwanz und hebt das Bein zum Pinkeln. Stolz stellt sie ihr Pony den Kindern im Hof vor, aber alle lachen sie aus, weil das Pony Hundefüße hat……
Zarah aber ist glücklich mit ihrem Pony, Mama etwas irritiert und das Blatt im Hof wendet sich, nachdem Hubert von seinem Skateboard stürzt, heulend und schreiend im Hof liegt, denn Mama ist ja Notärztin!

Eine erfrischende, zauberhafte Geschichte, von kindlichen Sehnsüchten nach Freundschaft und Geborgenheit, mit Illustrationen, die vor Witz nur so sprühen und auch den Großen riesig Spaß beim Anschauen bereiten.
Perfekt zum Vorlesen und auch zum ersten Selberlesen.

Dienstag, 25.April

Heute haben
Claude Mariac * 1914
und
Elfriede Czurda * 1946
Geburtstag
_____________________

Heute im Gedichtekalender

Wilhelm Busch
Kritik des Herzens

Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,
Er flattert sehr und kann nicht heim.
Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
Die Krallen scharf, die Augen gluh.
Am Baum hinauf und immer höher
Kommt er dem armen Vogel näher.

Der Vogel denkt: Weil das so ist
Und weil mich doch der Kater frißt,
So will ich keine Zeit verlieren,
Will noch ein wenig quinquilieren
Und lustig pfeifen wie zuvor.
Der Vogel, scheint mir, hat Humor.
___________________________

Claudia Wiltschek empfiehlt:

Verena Petrasch:Sophie im Narrenreich
Beltz und Gelberg Verlag € 17.95
Ab 11 Jahren

In der Nacht auf ihren 12. Geburtstag macht Sophie eine unglaubliche Entdeckung: In ihrem Kleiderschrank sitzt Theobald, ein Gedankennarr, der eigens aus dem Narrenreich gekommen ist, um Sophies Gedanken wie kostbare Schätze zu sammeln. In seiner Heimat gibt es unzählige Arten von Narren: Generationsnarren sorgen dafür, dass die Weisheit eines Menschen am Ende seines Lebens nicht einfach verloren geht, sondern an einen anderen Menschen weitergegeben wird. Und wer schon einmal an einem schönen Sonnentag unter einem Baum im Gras saß und mit einem Mal von einem tiefen, stillen Glücksgefühl durchströmt wurde, hat die Macht eines Luftnarren gespürt, der über ihm im Baum gesessen und ihm das Glück wie einen warmen Lufthauch ins Gesicht gepustet hat.
Gedankennarren wie Theobald sind in der Lage, Menschen fantastische Gedanken einzupflanzen, die dann wie Samenkörner aufgehen und zu Ideen und Plänen heranwachsen. Doch fantastische Gedanken sind selten geworden in einer Zeit, in der immer weniger Menschen Fantasie haben. Und damit bringen sie die ganze Welt in Gefahr: Denn ohne sich dessen bewußt zu sein, unterstützen die Menschen so den Schwarznarren Kieron, der der Welt ihren Zauber und alle Freude nehmen will.

Emilia, 11 Jahre, meint dazu :

Dieses Buch ist sehr toll, es verbirgt nicht nur Spannung, sondern auch ein großartiges Abenteuer von der 12 jährigen Sophie, die in die Narrenwelt gelangt, die von dem bösen Narrenkönig eingenommen wird.
Sehr toll !!!!

Also, ab ins Reich der Narren und viel Spass dabei!

Hier geht es zur Leseprobe.
_________________________

Literaturwoche Donau


Heute bei uns in der Buchhandlung:
Christian Ewald und seine Katzengraben-Presse.
Beginn ist 19:30 Uhr

Dienstag, 11.April

Heute haben
Karl Krolow * 1915
Janosch * 1931
Douglas Adams * 1952
Leena Lehtolainen * 1964
Geburtstag.
________________________

Heute auf dem Gedichtekalender:

Theodor Storm
April

Das ist die Drossel, die da schlägt,
Der Frühling, der mein Herz bewegt;
Ich fühle, die sich hold bezeigen,
Die Geister aus der Erde steigen.
Das Leben fließet wie ein Traum –
Mir ist wie Blume, Blatt und Baum.
__________________________

Unser Kuscheltipp:

441623

Sean Julian:Tapsi will kuscheln
Aus dem Englischen von Anna Schaub
NordSüd Verlag € 14,00
Bilderbuch ab 3 Jahren

Ein Drachen der kuscheln will. Hä? Wo gibt es denn so etwas? Und dann gleich auch noch mit einer Elfe! Daß Elfen ganz schön zickig sein können, wissen wir seit wir Tinkerbell von Peter Pan kennengelernt haben.
Aber Tapsi, der Kuscheldrache kann so schön die Augen verdrehen, kann auch mal ne Träne rausquetschen und charmant sein. Doch Pünktchen, die Elfe bleibt hart und sagt ihm, daß sie so etwas wie beim letzten Mal nicht mehr erleben will. Aber was war da? Was hat Tapsi mit Pünktchen gemacht? Darauf müssen wir bis zur letzten Seite warten.
Pünktchen bleibt nämlich so lange hart, bis Tapsi eine wunderbare Tat vollbringt und damit wieder einmal der Elfen Herz erobert. Er hat es faustdick hinter den Ohren und weiß, wie er seine Freundin zum Kuscheln bringen kann.
Mit viel Witz erfahren wir, wie es ist, wenn niemand mit einem kuscheln will. Wir aber gleichzeitig ahnen, daß dieses Kuscheln auch eine andere Seite haben kann.
Wie im richtigen Leben halt auch, erfahren wir, was Gefühle mit uns machen, daß wir Nähe und Wärme brauchen, daß wir das aber auch nicht ausnützen dürfen, aber daß wir einfach manchmal nicht anders können. Wir würden ja gerne, mögen den anderen aber so sehr, daß es dann doch wieder passiert.
Ha! Schauen Sie auf der letzten Seite nach. Sie werden laut loslachen.

Leseprobe