Dienstag, 29.August

Heute haben
Maurice Maeterlinck * 1862 (Nobelpreis 1911)
Herman Löns * 1866
Ernst Kreuder * 1903
Lukas Hartmann * 1944
Geburtstag
und Ingrid Bergmann.
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Im Diogenes Buch: „Mit Gedichten durchs Jahr“ gefunden:

Joseph Freiherr von Eichendorff
Mondnacht

Es war, als hätt´ der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blüten-Schimmer
Von ihm nun träumen müßt‘.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus.
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.
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John Lennon:Imagine
Illustr. von Jean Jullien
Aus dem Englischen von Richard Rosenstein

Wie wäre es, wenn wir in einer Welt jenseits aller Konflikte zwischen Menschen, Nationen und Religionen leben würden? Wie wäre es, wenn wir alle in Frieden leben könnten?

Wenn wir das Bilderbuch aufschlagen und die ersten Zeilen lesen, haben wir sofort die Melodie im Ohr und so summen wir uns durch die einzelnen Seiten, in der die Friedenstaube seine ganz einfache Botschaft durch die Stadt New York und die ganze Welt trägt. Ja, es wäre wirklich sehr einfach dem Refrain der Ballade von John Lennon zu folgen. Ganz einfach. Wir müssten nur wollen. Die einfachen, kindlichen, aber auch ausdruckstarken Illustrationen, machen aus der Kombination von Text und Bild ein gut geeignetes Bilderbuch.

Was ich bemängele, ist die deutsche Übersetzung. Die lässt sich gut mitsingen, klingt aber doch etwas altertümlich.

»Das Lied Imagine hat eine starke Botschaft: Es wurde aus einer unverkennbar tiefen Liebe für alle Menschen geschrieben.«
Yoko Ono Lennon

Die Autorenhonorare für dieses Buch werden an Amnesty International gespendet. Für jedes verkaufte Exemplar dieser Ausgabe spendet der Verlag zusätzlich 1 Euro an die deutsche Sektion von Amnesty International.

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Mittwoch, 16.August

Heute haben
Fabrizia Ramondino * 1936
Knut Faldbakken * 1941
Wolfgang Hilbig * 1941
Geburtstag
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Heute auf dem Duden Lyrikkalender:

Hugo von Hofmannsthal
Ballade des äußeren Lebens

Und Kinder wachsen auf mit tiefen Augen,
Die von nichts wissen, wachsen auf und sterben,
Und alle Menschen gehen ihre Wege.

Und süße Früchte werden aus den herben
Und fallen nachts wie tote Vögel nieder
Und liegen wenig Tage und verderben.
Und immer weht der Wind, und immer wieder
Vernehmen wir und reden viele Worte

Und spüren Lust und Müdigkeit der Glieder.
Und Straßen laufen durch das Gras, und Orte
Sind da und dort, voll Fackeln, Bäumen, Teichen,
Und drohende, und totenhaft verdorrte …
Wozu sind diese aufgebaut und gleichen

Einander nie? und sind unzählig viele?
Was wechselt Lachen, Weinen und Erbleichen?
Was frommt das alles uns und diese Spiele,
Die wir doch groß und ewig einsam sind
Und wandernd nimmer suchen irgend Ziele?

Was frommts, dergleichen viel gesehen haben?
Und dennoch sagt der viel, der »Abend« sagt,
Ein Wort, daraus Tiefsinn und Trauer rinnt
Wie schwerer Honig aus den hohlen Waben.
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Tipp des Tages:

9783407822154

Stefanie Höfler:Tanz der Tiefseequalle
Jugendbuch ab 12 Jahren
Beltz&Gelberg Verlag  € 12,95

Auszeichnungen:
Die besten 7 Bücher für junge Leser (Deutschlandfunk), Mai 2017
Monats-LUCHS (ZEIT/ Radio Bremen), März 2017

Nach „Sommer mit Mucks“ habe ich mich auf das neue Buch von Stefanie Höfler gefreut und wurde nicht enttäuscht, sondern war überrascht, wie sie ein heikles und viele abgelutschte Themen so gekonnt angeht.
Im Mittelpunkt steht die schöne Sera, die ägyptische Wurzeln hat, und Niko, der nicht nur dick, sondern den die Autorin als fett beschreibt. Die beiden 14jährigen sind wie zwei Gegenpole. Sera fallen Herzen zu, sie steht im Mittelpunkt, ist beliebt und hat diesbezüglich keine Sorgen. Die übergroße Umsorgung ihrer Familie ist das einzige, was ihr zu schaffen macht. Bei Niko ist das genau anders. Er wird vom Klassenboss gehänselt, sein Schulranzen landet schon mal im Baum auf dem Schulhof. Sport ist für ihn Folter, keiner will etwas mit ihm zu tun haben. Seine Eltern sind getrennt und er lebt bei seiner Großmutter. Gelassen, wie Niko mit den Hänseleien umgeht, verwundert Sera und wir können uns nicht vorstellen, dass es zwischen den beiden zu einer Annäherung kommen kann.
Nikos Gelassenheit ist jedoch antrainiert. Er erfindet in seiner Phantasie Anzüge, Getränke, Instrumente, die ihn übermächtig machen. Dadurch erträgt er seine Situation (von außen gesehen) locker. Ihm zur Seite stehen ein ebenfalls sehr dicker Automechaniker und ein hyperaktiver Kumpel.
Stefanie Höfler hat hiermit eine handvoll Themen, die sie genial miteinander verknüpft. Mit denen sie spielt und mit denen sie uns immer wieder überrascht.
Ist Dicksein immer hässlich? Will Niko als Dicker unbedingt schlank sein? Haben Dicke immer Hunger?
Wieviel Wert legt unsere Gesellschaft auf Schönheit?
Gleichzeitig geht es um Mobbing, Respekt, Klassengemeinschaft, Kindheit, Erwachsenwerden.
Ein Jugendroman, dem ich noch viele Preise wünsche und noch viel viel mehr LeserInnen, auch Erwachsene.

Und dann gibt es noch das:

Mittwoch, 2.August

Heute haben
Joseph Hayes * 1918
James Baldwin * 1924
Isabel Allende * 1942
Geburtstag.
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Heute im Gedichte Kalender:

Ernst Blass
Vormittag

Den grünen Rasen sprengt ein guter Mann.
Der zeigt den Kindern seinen Regenbogen,
Der in dem Strahle auftaucht dann und wann.
Und die Elektrische ist fortgezogen

Und rollt ganz ferne. Und die Sonne knallt
Herunter auf den singenden Asphalt.
Du gehst im Schatten, ernsthaft, für und für.
Die Lindenbäume sind sehr gut zu dir.

Im Schatten setzt du dich auf eine Bank;
Die ist schon morsch; – auch du bist etwas krank –
Du tastest heiter, daß ihr nicht ein Bein birst.

Und fühlst auf deinem Herzen deine Uhr,
Und träumst von einer schimmernden Figur
Und dieses auch: daß du einst nicht mehr sein wirst.
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Emilia Wiltschek (11) empfiehlt:

Elana K.Arnold:Keine Angst vor Stinktieren
Carlsen Verlag € 10,99
Kinderbuch ab 11 Jahre

Tiere sind super, findet der 8 jährige Junge Bat, vor allem Stinktiere, denn seit seine Mutter auf dem Weg zur ihrer Tierarztpraxis ein kleines Stinktierbaby aufgegabelt hat, soll dieses einen Monat bei ihnen wohnen. Nach seiner Meinung ist das viel zu kurz, Aber seine Mutter lässt sich nicht erweichen. Nach einem Monat soll das kleine Stinktier in eine Tierstation umgesiedelt werden. Wenn Bat nur das Stinktier zu seinem Vater mitnehmen dürfte, zu dem er jedes Wochenende mit seiner Schwester geht, wäre alles perfekt, aber das erlaubt seine Mutter nicht und so freut Bat schon immer wenn er endlich wieder bei dem kleinen Stinktier sein darf.
Eine sehr schöne Geschichte. Witzig aber gleichzeitig auch sehr orginell.
😀👍👍👍👍👍👍

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