Freitag, 16.November

Heute haben
Isabelle Eberhardt * 1877
Curt Götz * 1888
Mario Soldati * 1906
Geburtstag.
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Heute auf dem Duden Gedichte Kalender 2018:

Christian Hofmann von Hofmannswaldau (1617 – 1679)
Ermahnung

Ach was wollt ihr trüben Sinnen
Doch beginnen!
Traurig sein hebt keine Not.
Es verzehret nur die Herzen,
Nicht die Schmerzen,
Und ist ärger als der Tod.

Auf, o Seele! du mußt lernen
Ohne Sternen,
Wenn das Wetter tobt und bricht,
Wenn der Nächte schwarze Decken
Uns erschrecken,
Dir zu sein dein eigen Licht.
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Ein riesiger Eisbären Spaß zur kalten Jahreszeit mit einer hitzigen Maus:

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Ross Collins: „Seht mal her, da sitzt ein Bär!
Aus dem Englischen von Ebi Naumann
Orell Füssli Verlag € 12,95
Bilderbuch ab 3 Jahren

Ha! die Maus ist voll genervt, weil ein riesengroßer Eisbär auf ihrem Stuhl sitzt.
Extrem cool und locker beachtet der Große die Kleine gar nicht. Die kleine Maus versucht es mit allen möglichen Tricks, den Bären vom Stuhl zu kriegen. Doch sie hat keine Chance, der Bär ignoriert alles.
Und das in Reimform!
Das hört sich dann so an:

… auf meinem Stuhl
so dick und schwer,
und lässt für mich
kein Plätzchen mehr.

Wir beiden mögen
uns nicht sehr,
mit einem Stuhl
für Maus und Bär

Da hilft auch alles Toben der Maus nicht. Der Bär bewegt sich nicht. Er macht sich schön, simst auf seinem Handy, bis es der Maus zuviel wird und sie einfach geht. Raus aus der Wohnung und dem Bilderbuch. Nun ist es dem Bär aber auch langweilig. Er schlappt in sein Iglu auf dem Berg, um sich dort in sein Bett zu legen.
Aber …

Freitag, 10.November

Heute haben
Martin Luther * 1483
Oliver Goldsmith * 1728
Friedrich Schiller * 1759
Arnold Zweig * 1887
Jiri Grusa * 1938
Werner Söllner * 1951
Neil Gaiman * 1960
Geburtstag
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Friedrich Schiller
An einen Weltverbesserer

„Alles opfert‘ ich hin“, sprichst du, „der Menscheit zu helfen,
Eitel war der Erfolg, Haß und Verfolgung der Lohn.“ –
Soll ich dir sagen, Freund, wie ich mit Menschen es halte?
Traue dem Spruche! noch nie hat mich der Führer getäuscht,
Von der Menschheit – du kannst von ihr nie groß genug denken,
Wie du im Busen sie trägst, prägst du in Taten sie aus.
Auch dem Menschen, der dir im engen Leben begegnet,
Reich ihm, wenn er sie mag, freundlich die helfende Hand.
Nur für Regen und Tau und fürs Wohl der Menschengeschlechter
Laß du den Himmel, Freund, sorgen wie gestern so heut.
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Heute vor einem Jahr: Trump wird Präsident
„Mann Mann Mann“ würde Rico sagen.
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David Böhm, Ondřej Chrobák, Rostislav Koryčánek und Martin Vaněk:
Wie kommt die Kunst ins Museum?
Ein Wimmelsachbuch über die Kunst
Aus dem Tschechischen von Lena Dorn, die schon als ganz Kleine durch unsere Buchhandlung krabbelte.
Rauch Verlag € 20,00
Großbildersachbuch ab 8 Jahren

Was ist eigentlich ein Museum? Seit wann gibt es Museen? Wieso hingen früher Bilder bis unter die Decke und warum reicht heute ein ausgestelltes, ungemachtes Bett in einem leeren Raum, dass wir dafür Eintritt bezahlen und ehrfürchtig davorstehen?
Die Art und Weise, wie uns Bilder, Kunstwerke präsentiert werden hat sich geändert. Mittlerweile sind Museumsbauten schon Kunstwerke, wenn wir z.B. das Guggenheim in Bilbao anschauen.
Was ist eigentlich ein Kurator und was macht er denn? Reicht es nicht einfach Bilder an die Wand zu hängen? Was ist eigentlich Kunst und ab wann wird sie im Museum ausgestellt?
In dieser Bilderbuch-, Comic-Form bekommen schon Grundschulkinder einen Einblick hinter die Kulissen der Kunsttempel. Zu den Wimmelbilder gibt es fundierte Texte, die das Buchkunstwerk abrunden.
Viel Spaß damit und unbedingt in die Leseprobe schauen.

Leseprobe

Heute haben
Miguel Angel Asturias * 1899 (Nobelpreis 1967)
Hilde Spiel * 1911
John le Carré * 1931
Philip Pullman * 1946
Rudolf Herfurtner * 1947
Geburtstag.
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Im Gedichtekalender vom 19.10.2017

Theodor Däubler
Weg

Mit dem Monde will ich wandeln:
Schlangenwege über Berge
Führen Träume, bringen Schritte
Durch den Wald dem Monde zu.

Durch Zypressen staunt er plötzlich,
Daß ich ihm entgegengeh.
Aus dem Ölbaum blaut er lächelnd,
Wenn michs friedlich talwärts zieht.

Schlangenwege durch die Wälder
Bringen mich zum Silbersee:
Nur ein Nachen auf dem Wasser,
Heilig oben unser Mond.

Schlangenwege durch die Wälder
Führen mich zu einem Berg.
Oben steht der Mond und wartet,
Und ich steige leicht empor.
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Eine Weihnachtsbescherung im Oktober

Andreas Steinhöfel:Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch
Mit Bildern von Peter Schössow
Carlsen Verlag € 14,99

Rico und Oskar marschieren auf dem Buchumschlag durch das winterliche Berlin. Beide haben Geschenktüten in der Hand. Ja, so könnte es sein. Es ist der 24.12. und demnächst gibt es Geschenke, Geschenke, Geschenke. Aber das wäre in der Dieffe, im Haus der Beiden, zu einfach. Natürlich herrscht großes Chaos. Der Baum ist zu groß, der Stiefvater liegt eingeklemmt darunter. In der Küche wird russisch gekocht, Oskar ist plötzlich richtig sauer und verschnupft. Eine Schneekugel findet den Weg nicht zurück und ein herrlicher Sommer in einem Hinterhof ist nur noch Vergangenheit, während draußen ein Schneesturm heult.
Andreas Steinhöfel legt sein ganzes Herz und Können in diesen vierten Band seiner beiden Helden. Es geht um Freundschaft, um neues Kennenlernen und sich Neuorientieren. Riso läuft mit offenen Augen und Ohren durch Kreuzberg und notiert für uns wichtige Begriffe, wie „Romantik“ oder „Profilneurose“. Natürlich auf seine Art. Es ist auch seine eigene Art, seine etwas langsamere, tiefenbegabtere Art, die Welt zu sehen und uns zu erzählen. Und gerade das macht die Bücher so speziell.
Andreas Steinhöfel zeigt uns, dass seine Hauptpersonen eines ganz besonderen Schutzes bedürfen. Auch die Kinder aus dem Hinterhof. Besonders Checker, der immer viel zu essen dabei hat. Er sitzt an Weihnachten bei Rico auf dem Sofa und sie schauen „Der Zauberer von Oz“. Seine Mutter denkt, er ist beim Vater. Sein Vater denkt, er ist bei der Mutter. Wie traurig. Gerade auch an diesem besonderen Abend, an dem es dann plötzlich zwei Geburten gibt. Vom wem? Das verrate ich natürlich nicht.
Freuen Sie sich auf diesen vierten Band und wir können nur hoffen, dass die geplante Trilogie nicht nur um einen Band erweitert wird. Denn Steinhöfel hat es drauf und schreibt Bücher für Kinder und Erwachsene. Lesen Sie dieses Buch selbst, verschenken Sie es an die Kinder in Ihrer Familie und in Ihrer Nachbarschaft. Sie bereiten große Freude. Es gibt viel zu Lachen, noch mehr zum Wundern und für uns Erwachsene sehr sehr viel zwischen den Zeilen zu lesen.