Donnerstag, 10.August

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Heute haben
Alfred Döblin * 1878
Milena Jesenská *1896
Jorge Amado * 1912
Emine Sevgi Özdamar * 1946
Geburtstag
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Christian Wagner (* 05.08.1835, † 15.02.1918)
Spätes Erwachen

So wie ein Mensch nach lärmendem Gelag
Noch spät zu Mitternacht nicht schlafen mag
Und seine Ruh′ erst findet knapp vor Tag,

Und süß erst schläft bei hellem Morgenschein,
So reichte in die Jugend mir hinein
Versäumter Schlaf von einem vorigen Sein.

O wüßt′ ich doch, was mich nicht schlafen ließ!
Ob mich ein Gott vom Bacchanal verstieß?
Ob ich betrunken kam vom Paradies?
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Ein Bilderbuchtipp für die ganze Familie:

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Anne Kostrzewa
Illustriert von Inka Vigh
„Nasengruß und Wangenkuss“
So macht man Dinge anderswo

Sauerländer Verlag  € 14,99
Bilderbuch ab 5 Jahren

Was wir kennen und verstehen, müssen wir nicht fürchten!

In diesem farbenfrohen Bilderbuch gibt es Vieles zu entdecken. Schon im Vorwort (wann gibt es schon in einem Bilderbuch ein Vorwort) sind folgende Wörter fett hervorgehoben:
Reisen, Wanderschaft, zu Hause, Unbekannte, weltweit, Lebensweisen, Kultur, Alltag, Vielfalt.
Daran lässt sich erkennen, wohin die Reise gehen wird. Und die Illustration zu diesem Vorwort versucht auch schon die ganze Welt einzufangen. Von fliegenden Drachen bis zu Hölzhütten. Vom blickenden PC zu den Pinguinen.
Das erste Thema heisst: „Warum migrieren Menschen?“ wird in folgende Abschnitte gegliedert: Sicherheit, Freiheit, Arbeit, Liebe.
Danach gibt es eine Doppelseite zu: „Was haben wir alle gemeinsam?“
Danach dann: „Wie fühlst du?“ und „Was isst du?“, „Woran glauben wir?“.
Gemeinsame und unterschiedliche Feste und Riten werden genauso erläutert und witzig illustriert, wie unsere Art uns auszudrücken. Wir sprechen natürlich nicht nur mit der Stimme. Unsere Gesten und Körperhaltung gehört auch dazu. Wieviele Sprache gibt es überhaupt? Begrüßungen mit Verbeugungen, Wangenkuss und Händeschütteln sind mit verschiedenen Ländern und Völkern verknüpft. Wie und wann überreichen wir welche Geschenke? Umgangsformen, Respekt und Konflikte und natürlich Spiele finden wir auch.
Was uns fremd ist, macht uns Angst. Wir haben jedoch sehr vieles gemeinsam.

„Wir alle brauchen Freunde und unsere Familie, sind manchmal traurig oder wütend. Wir feiern und spielen gerne. Wir freuen uns über Geschenke, möchten ein sicheres Leben in Freiheit führen, lachen gerne und wollen glücklich sein.
Die Vielfalt unserer Welt ist bunt und faszinierend. Gehe sie selbst entdecken! Überall auf der Welt warten neue Freunde auf dich.“

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Mittwoch, 21.Juni / Sommeranfang

Heute haben
Jean Paul Sartre * 1905
Helmut Heißenbüttel * 1921
Francoise Sagan * 1933
Ian McEwan * 1948
Jane Urquhart * 1949
Robert Menasse * 1954
Geburtstag
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Gustav Falke
König Sommer

Nun fallen leise die Blüten ab,
Und die jungen Früchte schwellen.
Lächelnd steigt der Frühling ins Grab
Und tritt dem Sommer die Herrschaft ab,
Dem starken, braunen Gesellen.

König Sommer bereist sein Land
Bis an die fernsten Grenzen,
Die Ähren küssen ihm das Gewand,
Er segnet sie alle mit reicher Hand,
Wie stolz sie nun stehen und glänzen.

Es ist eine Pracht unterm neuen Herrn,
Ein sattes Genügen, Genießen,
Und jedes fühlt sich im innersten Kern
So reich und tüchtig. Der Tod ist so fern,
Und des Lebens Quellen fließen.

König Sommer auf rotem Ross
Hält auf der Mittagsheide,
Müdigkeit ihn überfloss,
Er träumt von einem weißen Schloss
Und einem König in weißem Kleide.
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9783845819730

Btitta Teckentrupp: „Zusammen unter einem Himmel
Übersetzt von: Kristin Iozzo
ars edition  € 14,99
Ab 4 Jahren

Wir leben unter einem Himmel,
hier bei uns zu Hause.
Wir leben unter einem Himmel,
in jedem weit entfernten Land . . .

Wir spüren dieselben Liebe und spielen dieselben Spiele, wir singen dieselben Lieder und wir träumen dieselben Träume. Das will uns Britta Teckentrup in ihrem neuen Bilderbuch mitteilen. In ihrem ganz eigenen Stil reisen wir mit Tieren um die ganze Welt. Wir sind mit den Walen tief unten im Meer und heulen mit den Kojoten in den Sternenhimmel. Ob Regen, Sturm, oder Sonne und Hitze, wir sind alle auf einem Planeten in einer vereinten Welt, wie Britta Teckentrupp es ganz zu Beginn formuliert. Durch die vielen Gucklöcher, werden wir von Strophe zu Strophe geführt und merken die Verbundenheit der Tiere untereinander.
Ein poetisches Bilderbuch für Kinder und Erwachsene, das zeigt, dass uns alle mehr verbindet, als trennt.

Leseprobe

Mittwoch, 3.Mai

Heute haben
Novalis * 1772
Gottfried Benn * 1886
Georges-Arthur Goldschmidt * 1928
Gisela Elsner * 1937
Franz Innerhofer * 1944
Angela Krauß * 1950
Geburtstag
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Heute auf dem Gedichtekalender:

Georg Heym
Printemps

Ein Feldweg, der in weißen Bäumen träumt,
In Kirschenblüten, zieht fern über Feld.
Die hellen Zweige, feierlich erhellt,
Zittern im Abend, wo die Wolke säumt,

Ein düstrer Berg, den Tag mit goldnem Grat,
Ganz hinten, wo ein kleiner Kirchturm blinkt.
Das Glöckchen sanft im lichten Winde klingt
Herüber goldnen Tons auf grüner Saat.

Ein Ackerer geht groß am Himmelsrand.
Davor, wie Riesen schwarz, der Stiere Paar,
Ein Dämon vor des Himmels tiefer Glut.

Und eine Mühle faßt der Sonne Haar
Und wirbelt ihren Kopf von Hand zu Hand
Auf schwarze Au, der langsam sinkt, voll Blut.
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Unser Bilderbuchtipp:

Susanne Straßer:So müde und hellwach
Hammer Verlag € 14,00
Pappbilderbuch an 2 Jahren

Oh, wer kennst das nicht. Eigentlich sollten die kleinen Lieben schon lange schlafen. Sie sind müde und quengelig, aber ins Bett? Nie! Ihnen fällt immer noch etwas ganz Wichtiges ein.
Hier schlafen die Tiere schon. Alle in einem großen Bett. Eng aneinandergekuschelt liegen sie da. Nicht alle. Denn der Seebär hat die Augen weit aufgerissen. Er muß noch mal aufs Klo. Na klar. Also raus. „Pitsch, patsch. Pitsch, patsch. Tür auf- Tür zu.
Auf dem nächsten Bild schaut das Krokodil ganz verängstigt, weil ihm eingefallen ist, daß es noch Zähneputzen muß. „Schluurf, schluurf, schluurf. Tür auf – Tür zu.“ Wenn wir genauer hinschauen, erkennen wir einen verschmitzten Blick im Gesicht, in den Augen des Krokodils. Irgendwie scheint das Zähneputzen nur ein Vorwand zu sein.
Nach und nach verlassen alle das Bett. Ganz zum Schluß geht auch noch der verpennte Igel und trippelt … Ja wohin eigentlich? Na klar! Ins Bett des Kindes, denn sie wollen alle noch einen Gutenacht-Kuß. Danach sind die Tiere plötzlich sooo müde, daß sie dort auf dem, jetzt hellwachen, Kind eingeschlafen sind.
Wie es dann weitergeht, wie das Kind die Tiere wieder loswird und warum plötzlich sein Schlafhase nicht mehr unter dem Kopfkissen ist, müssen Sie schon selber schauen.
Ein Pappbilderbuch für putzmuntere Kinder. Und eines sei schon mal vorneweggestellt. Mit einmal Vorlesen kommen mit diesem bunten Buch nicht durch.
Viel Vergnügen. Gäääähn.