Donnerstag, 13.Juli

Heute haben
Gustav Freytag * 1816
Isaac Babel * 1894
Georg Hensel * 1923
Wole Soyinka * 1934 (Nobelpreis 1986)
Helga Königsdorf * 1938
Milena Moser * 1963
Geburtstag.
_____________________

Heute im Gedichte Kalender:

Gotthold Ephraim Lessing
Der Tanzbär

Ein Tanzbär war der Kett` entrissen,
Kam wieder in den Wald zurück,
Und tanzte seiner Schar ein Meisterstück
Auf den gewohnten Hinterfüßen.
„Seht“, schrie er, „das ist Kunst; das lernt man in der Welt.
Tut es mir nach, wenn`s euch gefällt,
Und wenn ihr könnt!“ – „Geh“, brummt ein alter Bär,
„Dergleichen Kunst, sie sei so schwer,
Sie sei so rar sie sei,
Zeigt deinen niedern Geist und deine Sklaverei.“

Ein großer Hofmann sein,
Ein Mann, dem Schmeichelei und List
Statt Witz und Tugend ist;
Der durch Kabalen steigt, des Fürsten Gunst erstiehlt,
Mit Wort und Schwur als Komplimenten spielt,
Ein solcher Mann, ein großer Hofmann sein,
Schließt das Lob oder Tadel ein?
_________________________

Eva Muszynski:Wo ist die Maus?
Beltz&Gelberg Verlag € 8,95
Vierfarbiges Öko-Pappbilderbuchbuch aus 100% Recyclingpapier, gedruckt mit Ökofarben
Für die Allerkleinsten

So sitzt er da, der Elefant. Ein bißchen wie ein Teddybär. Er wartet auf die Maus, seine Freundin. Er steckt nicht gerade voller Tatendrang, aber durch seine Beharrlichkeit schafft er es, dass Fuchs und Giraffe oben und unten, hier und dort nach der Maus suchen. Er bleibt einfach sitzen und wartet ab. Wo ist sie bloß hin, die Maus? Kaum bewegt er sich, nimmt das kleine Bilderbuch Fahrt auf und die Maus zeigt sich und flitzt los. Ein wenig wie bei Bärbeis und Tingeli.
Und wenn Sie genau auf der Rückseite schauen, können Sie schon erahnen, warum die kleine Maus nicht da war. Auch sie wartet, weiß allerdings, dass es etwas dauern kann, da sie die Behäbigkeit ihres Freundes zu kennen scheint.
Mit hellen Farben und klaren Formen erzählt Eva Muszynski diese Geschichte, bei der Kinder auch lernen, kleinen Hinweisen zu folgen: Zu wem wohl der orangefarbene Schwanz und zu wem der gefleckte Körper gehört?
Eine einfache, pfiffige Geschichte, die in fast jede Tasche passt.

Hier gibt es eine klitzekleine Reinschauprobe.

Advertisements

Dienstag

DSC04517

Heute haben
Hans Leip * 1893
Maurice Blanchot * 1907
Rosamunde Pilcher * 1924
Fay Weldon * 1931
Lutz Rathenow * 1952
Peter Prange * 1955
Geburtstag
________________________

Gestern in den Buchladen geflattert und wir sind begeistert:

80b4f092b9

Text: Kai Lüftner
Illustratorin: Eva Muszynski
„Der Gewitter-Ritter“
Ein Wut- und Wetterbilderbuch
Klett Kinderbuch Verlag € 13,95

Im Sommer hatten wir einen Kunden, der auf der Durchrreise von Griechenland in seine Heimat Schottland war. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte mir das Wenige, was er an deutsch gelernt hatte. Eines würde in Deutschland oft benutzt, so sagte man ihm: „Großes Theater“. Naja, so oft benutze ich das dann doch nicht. Ich habe ihm dann noch erklärt, wann, wie und in welchem Zusammenhang wir das benutzen.
Und hätte ich dieses Bilderbuch damals schon gehabt, dann hätte ich ihm es zeigen können.“Großes Theater“ spielt sich nämlich hier ab. Eine alltägliche Situation, die sich zu einer Tragödie erster Güte auswächst und auch so wieder verschwindet. Wir kennen, oder kannten dieses Moment alle, wenn die Kleinen wegen einer Nichtigkeit explodieren und toben. Und wenn die Eltern dann immer noch aufgeladen sind, wenn deren Nerven mal wieder extrem angespannt worden sind, dann haben die Kleinen ihren Tobsuchtsanfall längst wieder vergessen und wundern sich vielleicht, warum sie sauer angeschaut werden.
Dieses große Welttheater wird hier als Gewitter-Ritter-Ballade vorgetragen. Dieser Gewitter-Ritter tobt sich vom oberen, größeren Teil des Bilderbuches, stellvertretend für das wütende Kind, das wir am unteren Rand mitverfolgen können, aus. Er taucht aus dem Wolkengebilde auf, das sich an diesem Sommerhimmel plötzlich gebildet hat. Er wird immer größer und mächtiger, sein Pferd immer gewaltiger.

Aus der ersten Strophe:

Ganz harmlos die Sonne am Himmelzelt,
sie schaukelt stürmisch über die Welt
und leuchtet in blendend goldenem Schein –
als würde es immer so friedlich sein.

wird:

Ein Grollen, ein Gleißen, ein Dröhnen, ein Reißen,
die Wolken ergrauen, die eben noch weißen,
es rumpelt und bollert aus riesigen Röhren
und außer Gepolter ist nichts mehr zu hören.

Es wittert und wattert,
es knirscht und es knattert,
es rasselt und prasselt
und plötzlich, da plattert –
das Wasser, in Massen,
aus Kübeln und Tassen
mit Donnergetöse, ganz böse.

So wie der Gewitter-Ritter auftaucht, so verschwindet er auch wieder. Er hat die Stadt unter Wasser gesetzt, alles weggeschwemmt. Nun trottet er erschöpft, pitschnass, mit seinem Pferd am Zügel von dannen und wird immer kleiner. Die Sonne taucht auf, die Wolken werden weniger und der Himmel strahlt blau.
Auf dem unteren Rand des Bilderbuches sehen wir den kleinen Jungen, wie er sich ausgetobt hat. Er kann nicht mehr. Er hat geschrien, geheult, gestrampelt und jetzt bleibt ein letzter Schniefer. Er entdeckt etwas Kleines am Boden, denkt sich etwas Neues aus, hat eine Idee und geht auf zu neuen Taten. Und während er glücklich, mit geschlossenen Augen davonrennt, scheint über ihm ein Regenbogen. Dieser endet direkt über ihm. Man sagt ja, dass dort, wo der Regenbogen auf den Boden trifft, ein Schatz vergraben ist. Na klar, die Kleinen sind doch unsere Schätze.

Schauen Sie ins Bilderbuch rein und entdecken Sie die gekonnte Kombination von Text und den beiden Bildebenen:

Leseprobe