Mittwoch, 20.September

Heute haben
Hedwig Dohm * 1831
Upton Sinclair * 1878
Joseph Breitbach * 1903
Adolf Endler * 1930
Javier Marias *1951
Geburtstag
und auch Sophie Loren und Alexander Mitscherlich.
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Glaube nicht, es muss so sein,
weil es so ist und immer so war.
Unmöglichkeiten sind Ausflüchte steriler Gehirne.
Schaffe Möglichkeiten.

Hedwig Dohm
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Magnus Lindgren: „Stockholm Underground“
ACT CD € 19,99
mit Eric Bibb, Till Brönner, Lars DK Danielsson, Henrik Janson, Daniel Karlsson, Per Lindvall, Ida Sand

„Stockholm Underground“ ist eine große Vereigung an den berühmten Jazz-Flötisten Herbie Mann und dessen Album „Memphis Underground“ aus dem Jahre 1969, das der US amerikanische Rolling Stone 2013 unter die 100 besten Jazz-Alben aller Zeiten wählte. Das soll nun aber nicht heißen, daß hier nicht Neues entstanden ist. Der schwedische Jazz-Flötist Magnus Lindgren, hat sich hochkarätige Mitspieler mit ins Studio genommen und im Stile der alten Platte u.a. eigene Kompositionen eingespielt.
Es ist eine Produktion des ACT Labels und da kennt man sich wohl sehr gut. Viele Musiker, die dort unter Vertrag stehen, haben Magnus Lindgren unterstützt. So auch die Mitglieder von Nils Landgrens Funk Unit, die bekannt für ihren groovenden Ton sind. Soul, Rhythm’n’Blues, Latin, Altes, Neues – eine perfekte Mischung, in der man die Lust und Laune der Musiker spüren kann. Ein Rückgriff in die 70er Jahre, gespielt mit Coolness eines Till Brönners, der mit seiner Trompete auch zu hören ist.

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Freitag, 11.August

Heute haben
Enid Blyton * 1896
Louise Bogan * 1897
Alex Haley * 1921
Fernando Arrabal * 1932
Wolfgang Holbein * 1953
Geburtstag.
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Siegbert Stehmann
Erfüllte Stunde

O schwülen Mittags Wunder! Weiße Boote
befahren still den hohen Ozean,
Und schwanke Zweige kränzen milde Ufer.
Die Ruder ruhn. Die Segel hängen nieder.
Geheimnisvoller ward uns keine Fahrt,
Und keine Stille stillt uns so wie die,
Da wir den Vogel in den Lüften schauen,
Der regungslos, gleich uns, und träumewach
Fern drüben in den Abgrund Sonne stürzt.
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Ahmad Jamal:Marseille
Jazzvillage   CD € 18,00

Ahmad Jamal, 1929 in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania geboren, gehört zu den Urgesteinen des us-amerikanischen Jazz. Sein sehr eigener, ökonomischer Stil ist sein Markenzeichen und er ist ihm treugeblieben. Wobei das nicht heissen soll, dass er sich nicht dauernd erweitert hat. Er ließ sich in den Jahrzehnten von vielen Einflüssen inspirieren. Schon der junge Miles Davis war von ihm fasziniert. Jamal bevorzugt das Triospiel und auch hier auf seiner aktuellen Einspielung hat er seine alten Kumpels mit dabei. Dazu noch den Perkussionisten von Weather Report, die afrofranzösische Sängerin Mina Agossi und den Rapper Abd Al Malik, der zum titelgebenden Stück „Marseille“ rappt. Jamal hat der Stadt am Meer ein Denkmal gesetzt. Der Mix in der Stadt überträgt sich auch auf die CD. Neue, eigene Lieder, vermischen sich mit Standards, die Jamal mit seinem groovenden Stil umgebaut hat.

Wie Sie auf den beiden kleinen Videos erkennen können, hat diese kleine Besetzung etwas sehr Intensives, Intimes, strahlt aber auch eine große Portion Gelassenheit aus. Entdeckt habe ich die Musik übrigens in meinem Lieblingsradiosender, der über das Netz zu empfangen ist.

www.fipradio.fr

Dienstag, 25.Juli

Heute haben
Max Dauthendey * 1867
Elias Canetti* 1905
Paul Watzlawick * 1921
Geburtstag.
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Max Dauthendey
Blütenleben

Lauer Schatten.
Ein blühender Birnbaum auf altem müden Gemäuer. Bronzefarbenes Moos quillt über die Kanten und Risse.
Ringsum Gras, junggrün und durchsichtig. Es neigt sich leise und schmiegsam.
Harte blaßgelbe Winterhalme zittern dazwischen, farblos und schwach, wie vergrämte greise Haare.
Aschgraues und purpurbraunes Laub, mit feinem Metallschimmer, wie tiefes gedunkeltes Silber deckt den Grund.
Hie und da ein weißes Blütenblatt mit blaßrosiger Lippe. Leicht, zart, aber müde.
Das Geäst biegt sich dicht und tief zur Erde.
Sacht zerrinnt Blüte um Blüte und gleitet weiß, zögernd nieder.
Die Zweige senken sich tief, bis zu den einsam gefallenen Blüten.
Das Alter hat den Stamm zerschürft. In der gefurchten Rinde ziehen die Ameisen eine Straße hoch hinaus zur Krone. Emsig und flink rennt es aneinander vorüber.
Und dann oben die Bienen. Sie saugen schwerfällig und lüstern von den süßen Lippen und klammern trunken an den weichen Blütenrändern.
Ein üppiges Summen ist in der Laubkrone, ein einförmig gärender Ton.
Die Blüten zittern leise, und die jungen Blattspitzen Zittern.
Der alte Baum wiegt sich und seufzt. Duft löst sich, schwebt hinaus in den blauen Sonnenschein, warmsüß und scharf herb.
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Emile Parisien, Vincent Peirani, Andreas Schaerer & Michael Wollny:
Out Of Land

Act Music CD € 19,99

Emile Parisien – Sopran-Saxophone
Vincent Peirani – Akkordeon
Andreas Schaerer – Vokal-Gesang und Mund-Percussion
Michael Wollny – Piano

Ja, was ist das denn? Da treffen sich vier Ausnahmekünstler bei einem Festival, reden, trinken und schmieden Pläne. Was daraus entstanden ist? Na, dieses Livealbum, das einfach mal so mitgeschnitten worden ist. Künstlerische Freiheit, das Unerwartete, das Verlassen des sicheren Terrains und die Spannung des musikalischen Moments. So könnte man vielleicht das beschreiben, was dabei herauskam.
Andreas Schaerer: „Ich verstehe meine Stimme als Instrument und vielleicht ist es dadurch etwas einfacher, mit anderen Instrumentalisten kollektiv zu musizieren, weil ich mich weniger als Sänger verstehe, der von einer Band begleitet wird, sondern eben auch als Teil eines Ensembles gerne funktioniere. … Wir waren dort gleichzeitig am spielen mit verschiedenen Projekten und haben dann im selben Hotel gewohnt und haben dann ab und zu Abends noch etwas gemeinsam getrunken und philosophiert über Musik und das Leben. Wir haben gemerkt, da ist irgendwie eine gemeinsame ideologische Haltung gegenüber der Musik vorhanden. Wir haben auch uns gegenseitig sehr stark für des anderen Wirken und Werken interessiert.“

Einzeln konnten wir diese Künstler schon in Ulm und/oder in Langenau hören und sehen. Dass die vier jedoch zusammen auf einer Produktion auftauchen, ist schon etwas ganz Besonderes.Überzeugen Sie sich selbst und nehmen Sie sich die paar Minuten für das obige Video.