Dienstag, 25.Juli

Heute haben
Max Dauthendey * 1867
Elias Canetti* 1905
Paul Watzlawick * 1921
Geburtstag.
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Max Dauthendey
Blütenleben

Lauer Schatten.
Ein blühender Birnbaum auf altem müden Gemäuer. Bronzefarbenes Moos quillt über die Kanten und Risse.
Ringsum Gras, junggrün und durchsichtig. Es neigt sich leise und schmiegsam.
Harte blaßgelbe Winterhalme zittern dazwischen, farblos und schwach, wie vergrämte greise Haare.
Aschgraues und purpurbraunes Laub, mit feinem Metallschimmer, wie tiefes gedunkeltes Silber deckt den Grund.
Hie und da ein weißes Blütenblatt mit blaßrosiger Lippe. Leicht, zart, aber müde.
Das Geäst biegt sich dicht und tief zur Erde.
Sacht zerrinnt Blüte um Blüte und gleitet weiß, zögernd nieder.
Die Zweige senken sich tief, bis zu den einsam gefallenen Blüten.
Das Alter hat den Stamm zerschürft. In der gefurchten Rinde ziehen die Ameisen eine Straße hoch hinaus zur Krone. Emsig und flink rennt es aneinander vorüber.
Und dann oben die Bienen. Sie saugen schwerfällig und lüstern von den süßen Lippen und klammern trunken an den weichen Blütenrändern.
Ein üppiges Summen ist in der Laubkrone, ein einförmig gärender Ton.
Die Blüten zittern leise, und die jungen Blattspitzen Zittern.
Der alte Baum wiegt sich und seufzt. Duft löst sich, schwebt hinaus in den blauen Sonnenschein, warmsüß und scharf herb.
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Emile Parisien, Vincent Peirani, Andreas Schaerer & Michael Wollny:
Out Of Land

Act Music CD € 19,99

Emile Parisien – Sopran-Saxophone
Vincent Peirani – Akkordeon
Andreas Schaerer – Vokal-Gesang und Mund-Percussion
Michael Wollny – Piano

Ja, was ist das denn? Da treffen sich vier Ausnahmekünstler bei einem Festival, reden, trinken und schmieden Pläne. Was daraus entstanden ist? Na, dieses Livealbum, das einfach mal so mitgeschnitten worden ist. Künstlerische Freiheit, das Unerwartete, das Verlassen des sicheren Terrains und die Spannung des musikalischen Moments. So könnte man vielleicht das beschreiben, was dabei herauskam.
Andreas Schaerer: „Ich verstehe meine Stimme als Instrument und vielleicht ist es dadurch etwas einfacher, mit anderen Instrumentalisten kollektiv zu musizieren, weil ich mich weniger als Sänger verstehe, der von einer Band begleitet wird, sondern eben auch als Teil eines Ensembles gerne funktioniere. … Wir waren dort gleichzeitig am spielen mit verschiedenen Projekten und haben dann im selben Hotel gewohnt und haben dann ab und zu Abends noch etwas gemeinsam getrunken und philosophiert über Musik und das Leben. Wir haben gemerkt, da ist irgendwie eine gemeinsame ideologische Haltung gegenüber der Musik vorhanden. Wir haben auch uns gegenseitig sehr stark für des anderen Wirken und Werken interessiert.“

Einzeln konnten wir diese Künstler schon in Ulm und/oder in Langenau hören und sehen. Dass die vier jedoch zusammen auf einer Produktion auftauchen, ist schon etwas ganz Besonderes.Überzeugen Sie sich selbst und nehmen Sie sich die paar Minuten für das obige Video.

Dienstag, 11.Juli

Heute haben
Max Jacob * 1876
Claus Bremer * 1924
Klaus Wagenbach * 1930
Helmut Krausser * 1964
Geburtstag
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Johann Georg Jacobi
Juli

Zürnen mit dem Erdenvolke,
Zürnen will der Himmel nicht,
Wenn aus Wetterschwangrer Wolke
Gott mit seinen Kindern spricht.
Bei der Sonne sanftem Licht
Schweigen seine Donner wieder,
Und er blicket freundlich nieder,
Wo sein Strahlenbogen hängt;
Jeder Busch, von ihm getränkt,
Lispelt es; der Vögel Schaar
Singt es freudig uns entgegen,
Dass des Vaters milder Segen
In der dunkeln Wolke war.
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Lars Danielsson: Liberetto III
ACT CD   € 17,99

Oh, wie oft haben wir schon seine alte CD „Tarantella“ verkauft. Ein Traum, diese Mischung aus Jazz und süditalienischer Volksmusik. Produktiv, wie er ist, hat er einen ganzen Sack voller neuer Ideen veröffentlicht und das ACT Label bringt sie alle auf den Markt. Gut so. Zum dritten Mal hat er sich das Liberetto-Ensemble mit ins Studio geholt und wir können seit ein paar Wochen diese Melodien hören, die wohltuend schön sind. Mit Bass und Cello gibt Danielsson den Ton vor. Bläser, Schlagwerk und jetzt neu dabei das Klavier des aus Martinique stammenden Grégory Privat vervollständigen den Sound der CD. Kunstvoll und mit großer Leichtigkeit formen sich farbenreiche Klänge zu fantasievollen Kompositionen.

Donnerstag, 29.Juli

Heute haben
Johann Heinrich Campe * 1746
Giacomo Leopardi * 1798
Antoine de Saint-Exupery * 1900
Oriana Fallaci * 1930
Ror Wolf * 1932
Geburtstag.
Und auch Anne-Sophie Mutter.
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Gestern auf dem Duden Gedichtekalender:

Richard Dehmel
Die Schaukel

Auf meiner Schaukel in die Höh,
was kann es Schöneres geben!
So hoch, so weit: die ganze Chaussee
und alle Häuser schweben.

Weit über die Gärten hoch, juchhee,
ich lasse mich fliegen, fliegen;
und alles sieht man, Wald und See,
ganz anders stehn und liegen.

Hoch in die Höh! Wo ist mein Zeh?
Im Himmel! ich glaube, ich falle!
Das tut so tief, so süß dann weh,
und die Bäume verbeugen sich alle.

Und immer wieder in die Höh,
und der Himmel kommt immer näher;
und immer süßer tut es weh
der Himmel wird immer höher.
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Am 5.Mai 2015 haben wir hier die letzte CD von Nils Wülker vorgestellt. Up war die perfekte Sommermusik. Jetzt, zwei Jahre später (Hilfe, wie die Zeit vergeht) hat der Trompeter „On“ veröffentlicht.

Nils Wülker: „On“
Warner CD 19,99

Nils Wülker (tp, flgh, keys, programming), Arne Jansen (g), Dirk Berger (g), Maik Schott (keys), Alex Grube (b), Edward Mclean (b), Benny Greb (dr), DJ Illvibe (programming), Rob Summerfield (voc), Marteria (voc)

Ging es mit „Up“ so richtig ab, so drücken wir hier auf „On“ und straten in ein neues Jazz-Abenteuer, das Nils Wülker für uns vorbereitet hat. Die perfekte Mischung aus elektronischem Sound, knackigem Funk und Hip-Hop. Mit dabei der Rapper Materia und Rob Summerfield, der seinem Namen hier alle Ehre macht. Diese Platte ist nicht nur für Jazzfreaks, obwohl ich meinte, dass ab und an Miles Davis um die Ecke schaut und ein paar Noten beigesteuert hat. Diese Musik sollte alle begeistern, die nicht schwarz begleidet in Konzerte gehen und locker vom Sitz Beifall klatschen. „On“ lässt uns aus dem tristen Leben fliehen und für 12 Lieder aus der Welt verschwinden. Nils Wülker hat einen Soundtrack unserer Zeit komponiert.