Freitag, 28.Juli

Heute haben
Beatrix Potter *1866
Malcolm Lowry * 1909
John Asbery * 1927
Remco Campert * 1929
Beat Brechbühl * 1939
Geburtstag

Gustav Falke
Sommerglück

Blütenschwere Tage
In Düften und Gluten rings,
Mein Herz tanzt wie auf Flügeln
Eines trunkenen Schmetterlings.

Die Rosen über den Mauern,
Der Birnbaum darüber her,
Alles so reich und schwer
In sehnenden Sommerschauern.

Das juligelbe Land
Mit dem träumenden Wälderschweigen
Fern am duftigen Rand,
Darüber die Wolken steigen –

O, wie sag ich nur,
Was alles mein Wünschen ins Weite führt!
Mich hat des Glücks eine leuchtende Spur
Mit zitternder Schwinge berührt.
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Gestern im Buchladen ausgepackt:

Esther Gonstalla:Das Ozeanbuch
Über die Bedrohung der Meere
Oekom Verlag € 24,00

Wir wissen so viel über unsere Erde, über den Mond und die Gestirne. Unsere Meere sind vielleicht die letzten unbekannten Territorien. Ohne diese Wassermassen könnten wir nicht leben. Sie bestimmen unser Wetter unser Klima. Wie viele Menschen leben vom Meer und wieviele fahren jedes Jahr ans Meer, um Ferien zu verbringen. Sehnsuchtsort und Industrieanlage gleichzeitig.
Oft lesen wir über die Klimaveränderungen, die Unmengen von Müll, die im Meer schwimmen und haben doch keine genaue Vorstellung, wie sich dieses Ökosystem zusammensetzt. Vielleicht hilft dieses „Ozeanbuch“, das ganze Projekt mit Film und Crowdfunding, damit wir diesen wichtigen Lebensraum besser verstehen.

Klimawandel
Verlust der biologischen Vielfalt
Überfischung
Industriegebiet Ozean
Verschmutzung

heissen die einzelnen Kapitel und zeigen in einfachen Infografiken, was sich auf und in unseren Meeren tut.

Wussten Sie, dass Barcelona sein Abwasser nahezu unbehandelt ins Meer leitet?
Wussten Sie, durch das Waschen fast 400 Tonnen Polyester und Fleece in Deutschland ins Wasser gelangen?
Wussten Sie, dass für Kunststoffwachse in Outdoorkleidern in Deutschland jährlich
100 000 Tonnen Mikropartikel benötigt werden, die durch Abrieb und Regen in die Umwelt gelangen?
Wussten Sie dass im Nordatlantischen Wirbel auf 1 kg Zooplankton ganze 6 kg Plastik kommen?
Wussten Sie, dass mehr als 1 Milliarde Menschen weltweit auf Fisch als primäre Nahrungsquelle angewiesen sind und dass der Fischkonsum pro Kopf/Jahr von 10 kg im Jahr 1960 auf 20 Kg im Jahr 2013 gestiegen ist?
Dies nur ein paar klitzekleine Informationen aus dem großformatigen Sachbilderbuch.

Crowdfunding Projekt
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Nicht vergessen:
Am kommenden Dienstag liest Clemens Grote wieder aus vier neuen Büchern.
Begin ist, wie immer, 19 Uhr.

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Donnerstag, 27.Juli

Heute haben
Alexandre Dumas * 1824
Giosuè Carducci * 1835 (Nobelpreis 1906)
Hilde Domin * 1909
Julien Gracq * 1910
Asta Scheib * 1939
Felicia Zeller * 1970
Geburtstag
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Giosuè Carducci

Roma, ne l’aer tuo lancio l’anima altera volante:
accogli, o Roma, e avvolgi l’anima mia di luce.

Non curïoso a te de le cose piccole io vengo:
chi le farfalle cerca sotto l’arco di Tito?

Che importa a me se l’irto spettral vinattier di Stradella
mesce in Montecitorio celie allobroghe e ambagi?

e se il lungi operoso tessitor di Biella s’impiglia,
ragno attirante in vano, dentro le reti sue?

Cingimi, o Roma, d’azzurro, di sole m’illumina, o Roma:
raggia divino il sole pe‘ larghi azzurri tuoi.

Ei benedice al fosco Vaticano, al bel Quirinale,
al vecchio Capitolio santo fra le ruine;

e tu da i sette colli protendi, o Roma, le braccia
a l’amor che diffuso splende per l’aure chete.

Oh talamo grande, solitudini de la Campagna!
e tu Soratte grigio, testimone in eterno!

Monti d’Alba, cantate sorridenti l’epitalamio;
Tuscolo verde, canta; canta, irrigua Tivoli;

mentr’io da ‚l Gianicolo ammiro l’imagin de l’urbe,
nave immensa lanciata vèr‘ l’impero del mondo.

O nave che attingi con la poppa l’alto infinito,
varca a‘ misterïosi liti l’anima mia.

Ne‘ crepuscoli a sera di gemmeo candore fulgenti
tranquillamente lunghi su la Flaminia via,

l’ora suprema calando con tacita ala mi sfiori
la fronte, e ignoto io passi ne la serena pace;

passi a i concilii de l’ombre, rivegga li spiriti magni
de i padri conversanti lungh’esso il fiume sacro.
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Benji Davies: „Nick und der Wal
Bilderbuch ab 3 Jahre
Aladin Verlag   € 12,90

Nick lebt mit seinem Vater und sechs Katzen direkt am Meer. In einem kleinen Holzhaus, das voller kleiner Dinge und nützlichem Zubehör für seinen Vater, einem Fischer ist. Nick, der immer eine warme Wollmütze trägt, ist viel alleine, da sein Vater auf dem Meer ist, beschäftigt sich alleine, malt, geht am Meer entlang. Dort findet er einen kleinen Wal, den er mit in’s Haus nimmt und in die Badewanne legt. Er weiss, dass dies auf Dauer nicht gut gehen kann und so bringen die beiden Männer den kleinen Wal auch wieder ins Meer zurück.
Das Buch lebt von den liebevollen Zeichungen, die sicher nicht nur Kinder ansprechen und den vielen kleinen Dingen, die wir beim Durchschauen entdecken. Nick malt einen Wal, an der Wand hängt ein Bild von einer von Nicks Katzen. Liebevoll und anregend zum Weitererzählen.
Ach übrigens weitererzählen: Als der kleine Nick eines Tages in „Seenot“ gerät, ist der kleine Wal als Retter da. Das erfahren wir aber in einem anderen Bildbuch.
Benji Davies Bilderbücher sind alle liebevoll und mit viel Wärme gemalt und erzählt. Vor einiger Zeit haben wir schon einmal eines besprochen. Das mit den beiden Jungs aus der eine Dreierfreundschaft wird. Wichtig dabei waren die vielen Schachteln, aus den sie sich Häuser und Burgen bauten.

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Mittwoch, 26.Juli

Heute haben
George Bernard Shaw * 1856
André Murois * 1885
Aldous Huxley * 1894
und halt auch Mick Jagger * 1943
Geburtstag
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Heute auf dem Duden Gedichte Kalender:

Rudolf G.Binding
Mond und Trinker

Schlaf ein, o Mond,
schlaf ein auf meinem Becher.
Ich seh dir zu.
Ich seh dir zu, o Mond, – ein Zecher
so still wie du.

So still wie du,
mit dir und fast gestorben
durchwandle ich ein nächtliches Bereich.
Wir sehn uns zu.
Du trinkst aus meinem Becher:
und wir sind gleich.

Claudia Wiltschek empfiehlt:

Rosa Luxemburg: „Herbarium
Herausgegeben von Evelin Wittich.
Mit einer Einleitung und einer Auswahl an Briefen von Holger Politt.
Dietz Verlag € 39.90

Rosa Luxemburg und Pflanzen? Das war ganz neu für mich, dachte ich doch erst, das müsse wohl eine Andere sein. Um so überraschter war ich, als ich dieses schöne, wertvolle Buch zum ersten Mal in den Händen hielt. Rosa Luxemburg wollte eigentlich Botanikerin werden, durfte aber zu diesen Zeiten nicht studieren, hat jahrelang Pflanzen gesammelt und liebevoll in 18 schmale, blaugraue Schreibhefte geklebt und beschriftet. Dieses Herbarium war Teil ihres Nachlasses, der von Mathilde Jacob und Paul Levi verwaltet wurde und im Gepäck von Verwandten in die USA kam. Heute wird es im staatlichen Archiv in Warschau aufbewahrt, wie es dahin gelangte, ist nicht geklärt. Erst 2009 wurde es „wieder entdeckt“. Es lag jahrzehntelang unbemerkt in Kisten verpackt.
Auch noch im Gefängnis klebte und sammelte sie weiter, Freunde besorgten ihr immer wieder Planzen,
Blätter und Blumen und so konnte ihr grosser Schatz weiter wachsen.
Am 18. September 1915 schrieb sie an Luise Kautsky :
„Vor zwei Jahren – das weißt Du gar nicht – hatte ich einen anderen Rappel: In Südende packte mich die Leidenschaft für Pflanzen: ich fing an zu sammeln, zu pressen und zu botanisieren. Vier Monate machte ich buchstäblich nichts anderes, als im Feld zu schlendern oder zu Hause zu ordnen und zu bestimmen, was ich von den Streifzügen mitbrachte. Jetzt besitze ich zwölf vollbepackte Pflanzenhefte und orientiere mich sehr gut in der „heimischen Flora“, z.B. Im hiesigen Lazaretthof, wo ein paar Sträucher und üppiges Unkraut zur Freude der Hühner und zu meiner gedeihen. So muß ich immer etwas haben was, mich mit Haut und Haar verschlingt, sowenig sich das für eine ernste Person ziemt, von der man – zu ihrem Pech – immer etwas Gescheites erwartet.“
Nach 100 Jahren dürfen wir nun diese wunderbare Sammlung bestaunen und fragen uns, was wohl noch so alles in den verschiedenen Archiven schlummert.
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Ferien mit Buch
Heute traf das bei uns ein: