Freitag

So sieht wohl die Sekunde zwischen Wolf und Hund aus

Sonne um 7:22 in Richtung Ulm


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Guten Morgen,
mein Termometer zeigt zwei Grad über Null.
Das ist wohl zum ersten Mal so früh am Morgen.
Soll etwa doch der Frühling kommen?
Hier erst mal das Wetter in Ulm für das Wochenenede.
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Heute haben Geburtstag:
Wilhelm Grimm * 1786
Erich Loest * 1926
Keto von Waberer * 1942
(Hei, sie wird ja siebzig!)
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Teil 6 der “Anton Reiser”-Lektüre
Anton schafft es wirklich sich Wohlwollen beim Lehrherrn zu erarbeiten. Er bekommt sogar Klavierunterricht. Karl Philipp Moritz gibt Anton aber gleich eins mit und schreibt, dass er seinen Höhepunkt erreicht hätte und es nun nur noch bergab gehen könne.Armer Anton. Und so kommt es auch. Seine Mitarbeiter schwärzen ihn wegen Kleinigkeiten und der Lehrherr lässt ihn fallen. Er muss nun wieder niedrige Dienste tun, kommt aber wieder seinen Mit-Lehrlingen näher.
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Tschick” von Wolfgang Herrndorf gibt es seit gestern als Tachenbuch.
Wer das Buch bisher noch nicht gelesen hat, sollte dies nun aber schleunigst tun.
Für alle Lehrerinnen und Lehrer: Jetzt haben Sie eine ideale Lektüre.
Ab in den Warenkorb:
Taschenbuch € 8,99
Als Hörbuch € 9,95
Als Hörspiel € 16,95
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Im Droschl Velag erschien gestern auch:

Franz Josef Czernin: “Metamorphosen
Die kleine Kosmologie
Droschl Verlag € 19,00
Eine witzige, ernste, versponnene Idee.
Für Lyrikfreunde genau das Richtige.
“Ideal” für einen lauen Abend mit Freunden und intellektuellen Spielchen allein im Kämmerchen.
De Verlag schreibt dazu:
Nach der berühmten »Kühlschrankpoesie« eine weitere Erkundung des Spielcharakters von Poesie: 78 Verse, die auf nahezu unbegrenzte Weise kombiniert werden können. So wird das Herstellen von Gedichten, wenn es nach Czernins vielfältigen Form- und Motiv-Vorgaben geschieht, zu einem intelligenten und vergnüglichen Gesellschaftsspiel und vermittelt zudem die Erfahrung eines sich ständig verwandelnden poetischen Kosmos.
Die Poesie ist die verspielteste Gattung unter allen Formen der Literatur. Keine fordert so wie sie zur Kombinatorik heraus, zum Spielen mit Wörtern und Lauten, mit Bildern und Metaphern, mit Sinn. Auf den Spuren seines berühmten Vorgängers Raymond Queneau (Cent mille milliards de poèmes, 1961) hat Franz Josef Czernin – nach seinen Kühlschrankmagnet-Gedichten – ein weiteres Lyrik-Spiel, eine Kombinationsvorlage für Worttüftler auf hohem Niveau geschaffen:
Metamorphosen enthält 72 Gedichtzeilen (Verse in vierhebigen Jamben), die auf nahezu unbegrenzte Weise kombiniert werden können, nach Regeln, die der Autor der Zeilen (nicht identisch mit den AutorInnen der künftigen Gedichte!) in einem beigelegten Heft angibt. So wird das Erzeugen von Gedichten zu einem kniffligen, intelligenten und vergnüglichen Gesellschaftsspiel, das nach strengen Themen- und Motivvorgaben gespielt wird (im Extremfall bis zu einem bestimmten Modus, dem »Germanisten-Spiel«, bei dem die erzeugten Versfolgen auch noch interpretiert werden müssen …)
Die beigelegte Gebrauchsanweisung ist aber viel mehr als das, sie ist gleichzeitig eine Poetik, die die Herstellung (griech. poíesis, ) wörtlich nimmt. Umfassend, informativ und kurzweilig weist einen Czernins Begleittext zur kleinen Kosmologie darauf hin, dass der Umgang mit Worten (ob dichterisch oder alltagssprachlich) nach Regeln erfolgt und dass die sprachliche Erzeugung von Sinn nicht willkürlich abläuft. Das »design«, das in der Dichtung erzeugt wird, ist weder »divine« noch »intelligent«, sondern allenfalls poetisch – und damit erweist sich Czernin als ebenso spielfreudiger wie streng materialistischer Dichter und Sprachtheoretiker.



Und rein in den Warenkorb.
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Als Abschluss ein kleines Musikstück, das Sie vielleicht als Ohrwurm durch den Tag begleitet.
Anna Ternheim – The Longer The Waiting, The Sweeter The Kiss
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Donnerstag

Heute haben Geburtstag:
Erich Kästner * 1899
Elisabeth Langgässer * 1899
Ljudmila Ulitzkaja * 1943
Und Todestages hat halt auch
Uwe Johnson + 1984
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Mein heutiges Gedicht beginnt so:

Franz Grillparzer
Licht und Schatten

Schwarz ihre Brauen,
Weiß ihre Brust,
Klein mein Vertrauen,
Groß doch die Lust.

….

Da kann ja nichts mehr schief gehen.
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Und was macht mein Anton?
Teil 5 der “Anton Reiser”-Lektüre.
Anton wandert mit seinem Vater in den große Stadt, um dort bei einem Hutmacher eine Lehre zu beginnen.
Er freut sich, endlich der engen Heimat zu entfliehen, merkt aber, dass hinter der freundlichen Fassade des neuen Lehrherrn ein harter Kern steckt. So kommt es auch, dass er die niedrigsten Dinge erledigen muss. Seine Freuden sind das Essen dreimal  am Tag. Er macht das Beste daraus, findet sich zurecht, schaut sehnsüchtig den Schülern auf der Straße nach. Seinem sehr religiösen Lehrherrn spielt er ein frommes Leben vor, was Anton überhaupt nicht behagt. Allerdings muss er gegen später neben dem Lehrherrn schlafen, da dieser große Alpträume hat.
“Anton” in den Warenkorb.
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Gestern kamen große, schwere Kisten mit neuen Romanen.
Hanser Verlag, S.Fischer Verlag und noch ein paar mehr.
Und endlich kann ich ihn richtig vorstellen und nicht nur erwähnen wie vor Wochen auf diesem Blog:

Javier Marias: “Die sterblich Verliebten
S.Fischer Verlag € 19,99
Javier Marías, der große Erzähler Spaniens, ist zurück. »Endlich zeigt große Literatur
wieder ihr wahres Gesicht«, schreibt die spanische Presse über den Roman, der in
Spanien gleich auf Platz 1 der Bestsellerliste stand. Wie in seinem Welterfolg ›Mein Herz
so weiß‹ überzeugt Javier Marías durch fesselnde Spannung und unerwartete Wendungen.
Keiner kennt so gut die verborgenen Winkel der Herzen. Dies hat Javier Marías
berühmt gemacht.
»Der beste Marías, den es je gab.« La Vanguardia
Trailer zum Buch

Hörprobe
Leseprobe
Eine junge Frau beobachtet beim Frühstück in einem Café allmorgendlich zwei Eheleute, Luisa und Miguel Deverne. Es wird zu einem Ritual. Zu einem Gespräch zwischen den dreien kommt es aber nicht.
Kurz darauf ist der Ehemann / Freund tot. Ermordert. Auf offener Straße niedergestochen.
Nach dem ersten Schock und Wochen später, als die Witwe wieder auftaucht, kommt der Roman richtig in Fahrt.
Marias schreibt zwar einen großen Roman, benötigt dafür aber nur wenige Personen und Schauplätze. ein Kammerspiel im Buch.
Es kommt zu einem Treffen der beiden Frauen. Ein Mann taucht auf, der eine große Zuneigung zur Witwe hat, aber mit der Beobachterin eine Beziehung eingeht.
Klar ist auch, dass der Mord kein Zufall, keine Verwechslung des Opfers war, wie es in der Presse stand.
Mehr will ich nicht verraten.
Lesen Sie selber. Es lohnt sich.
Und rein in den Warenkorb.

Ascher-Mittwoch


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Heute haben
Hugo Ball * 1886
Danilo Kis * 1935
und
und Luis Bunuel * 1900
Geburtstag
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Teil 4 meiner “Anton Reiser”-Lektüre
Auf den Seiten 30 bis 40 erlebt unser armer Anton mal wieder viele Höhen und Tiefen.
Die Höhen: Er darf in die Lateinschule und wird dort zum besten Schüler. Er darf mit seinem Vater einen alten weisen Mann besuchen und trifft ihn immer wieder.
Nun das Andere. Er wird aus der Lateinschule genommen und kommt in eine Schreibschule.
Dadurch zweifelt er an seinen Grundwerten und an Gott.
Als seine Mutter Zwillinge bekommt, soll er, wie seine großen Brüder, eine Lehre beginnen.
Anton träumt aber vom Studieren.
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Buchtipp:

Tamara Bach: “Was vom Sommer übrig ist
Carlsen Verlag € 18,90
Als E-Book € 8,99
Jugendbuch ab 14 Jahren
Sehr frech und unglaublich nah beschreibt Tamara Bach ihre beiden Hauptpersonen.
Zum einen Louise (17), die sich irgendwie auf die Sommerferien freut, weil es mit Paul nicht so geworden ist, wie sie sich das gewünscht hat. Ihre Eltern sind nur am Arbeiten und so übernimmt sie drei Ferienarbeiten, um damit ihren Autoführerschein zu finanzieren. Die andere ist Jana (13, oder doch erst 12, oder fast 16?), die Louise irgendwann auf Schritt und Tritt verfolgt. Sie hat ganz andere Probleme. Reisst immer wieder für ein paar Stunden, eine Nacht von daheim aus und die den Rat der großen Louise sucht.
Eine sehr schöne, zarte, heisse Sommergeschichte, in der sich hinter den frechen, überdrehten Situationen viel Ernstes und Trauriges verbirgt.
“Und das Schlimme ist, dass es weitergeht.
Aber das Gute ist, dass es weitergeht. und dass keine Geschichte so zu Ende ist.”
Ja, so ist es.
Ich lege das Buch neben die Sommer-Bücher von Jenny Han und Rolf Lapperts: “Pampa Blues”.
Leseprobe
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Das rettet mich durch den Tag

Dienstag

Heute wieder eine lange Liste zum Gratulieren:
Waldemar Bonsels * 1881 (Da freuen sich aber Maja und Willi)
Anais Nin * 1903
Raymond Queneau * 1903
Wyston Hugh Auden * 1907
Hakan Nesser * 1950
David Foster Wallace * 1962
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Anton entdeckt immer mehr das Lesen. Nun auch Bücher, die sein Vater nicht erlaubt. “1001 Nacht” und die “Insel Felsenburg”. Das sind seine Fluchten aus dieser tristen, zerstrittenen Welt bei seinen Eltern.
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Das neue Buch von Joachim Gauck: “Freiheit” hat sich zum Renner entwickelt. Ist bei mir ausverkauft, bei den Großhändlern auch.
Nun sind wir alle gespannt auf seine weitere Taten, den Koallitionsstreit und freuen uns auf die sonnigen Stunden, die kommen sollen.
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Buchtipp:

Ich bin mitten in der Erzählung Geschwisterkindervon Hanna Lemke
aus dem Kunstmann Verlag für € 14,95
Milla und Ritschie leben mitten in Berlin, mitten im heissen Sommer. Sie treffen sich, sie telefonieren und bilden fast ein altes Ehepaar. Aber vieles, was sie voneinander zu wissen scheinen, stimmt so nicht. Sind nur Vermutungen und Erinnerungen an ihre gemeinsame Kindheit.
Sie verlieben sich, oder auch nicht. Sie gehen mit ihren Freunden aus und sind doch alleine.
Erst ein Freund der Eltern und eine Hochzeit, bringt die beiden richtig näher.
Hanna Lemke schreibt in dieser schmalen Erzählung über diese Mikrogemeinschaft und ihre fast banalen, alltäglichen Tätigkeiten so fließend, direkt und doch mit Distanz. Sie schaut hinter die jeweiligen Fassaden und lässt ihren Figuren Raum zum Spielen, um sich zu verändern.
Eine kleine Sommer-Großsstadt-Geschichte, die an viele andere Romane, Erzählungen, Filme und Musikstücke erinnert und doch ihre sehr eigene Note hat.
Übrigens Note: Sehr gut.
Mehr zur Autorin

Leseprobe
Hanna Lemke liest aus “Gesichertes
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CD-Tipp:

L’Arpeggiata, Christina Pluhar:
“Los Pajaros Perdidos”
The South American Project
CD mit dickem Booklet bei uns für € 22,99
Von wegen „Alte Musik“! Wenn Christina Pluhar als Leiterin ihres Ensembles L’ Arpeggiata zur Theorbe greift, klingen jahrhundertealte Ba-rockpartituren hinreißend temperamentvoll, frisch und sinnlich. Pluhars fantasievolle Improvisationen lassen die Musik zu wahren Klangfesten werden, die die Szene des authentischen Musizierens revolutioniert haben. Jedes neue Projekt der vielfach preisgekrönten Künstlerin wird mit Spannung erwartet. So auch ihre musikalische Reise durch die Musik Lateinamerikas, die sie mit ihrem Ensemble und dem Star-Counter Philippe Jaroussky unternimmt. Die CD bietet in einer Deluxe-Edition mit Buch eine abenteuerliche Klangreise für alle Sinne.
Es ist vor allem das barocke und damit eng verbundene Volksmusik-Erbe Venezuelas und Paraguays, das Christina Pluhar temperamentvoll ausbreitet – und das den heutigen Hörer verblüfft: Es waren Flamencos, Fandangos, Boleros und viele andere Formen spanischer Tanz- und Liebeslieder, die die Einwanderer mitbrachten. So ist es kein Wunder, dass sich sogar Melodien des spanischen Barockkomponisten Antonio Soler wie des Tango-Nuevo-Meisters Astor Piazzolla nahtlos in Christina Pluhars Latin-Sound fügen, der von den verschiedenartigsten Zupfinstrumenten geprägt ist: Psalterion, Barockharfe, Barockgitarre, Erzlaute, die spanisch-südamerikanische Gitarre Cuatro und viele andere sorgen für überbordend ekstatische aber auch sinnlich-atmosphärische Begleitung eines reichen Gesangsensembles – darunter der Countertenor Philippe Jaroussky.
Stereoplay 02 / 12: “Alles klingt so aktuell und mitreißend, als wäre es erst gestern komponiert worden: Dieses Album ist kein historisches Panorama, sondern eine funkensprühende Homage an die lebendige Musikwelt Lateinamerikas.” Hr2-Kultur / Der CD-Tipp 01 / 12: “Eine Hommage an die südamerikanischen Volksmusiktraditionen, in denen die Zupfinstrumente eine tragende Rolle spielen. Unter Leitung von Christina Pluhar verbinden sich auf dieser CD eine Vielzahl von Stimmen, Instrumenten und Klängen zu einem in sich stimmigen musikalischen Fest.”
Die offizielle Internetseite mit vielen Videos, Musikbeispielen, Bildern und Texten.
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Ein schöner Artikel aus der FAZ vom 16.2.:
Schreib- und Hausaufgabenwerkstatt Im Sommersprossenland der Literatur.
Vor zehn Jahren hat der amerikanische Bestsellerautor Dave Eggers in San Francisco eine Schreibwerkstatt für Schüler eröffnet. Heute gibt es begeisterte Nachahmer in der ganzen Welt.

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Montag

Heute habe ich zwei Geburtstagskinder gefunden:
Johann Heinrich Voß * 1751
Heinz Erhardt * 1909
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Gestern Gaute Heivoll: “Bevor ich verbrenne zu Ende gelesen.
Ein wirklich starkes Buch. Gut komponiert und bis zum Schluss auch spannend.
Wie aus einem jungen Mann ein verwirrter Pyromane wird und was nach seiner Verhaftung geschieht.
Dies alles erzählt die Hauptperson (die stark biografisch der Autor vielleicht selber ist) im Rückblick und verquickt dies mit seinem Leben.
Lob für den Schöffling Verlag und dem Übersetzer Ulrich Sonnenberg.
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Teil 2 von Anton Reiser
Armer Anton. Er hat ständig Schmerzen in seinem Bein. Zieht sich in die Welt der Literatur zurück. Wobei seine Buchwelt sich aus Heiligenlegenden, Bibelauszügen und Erbauungsliteratur für christliche Kinder zusammensetzt. Anton erlebt den Streit seiner Eltern und genießt immer wieder die Ruhe, wenn er mit seinem Vater den berühmten Sektenführer besuchen darf.
So richtig “lustig” sieht sein Kinderleben nicht aus.
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Nun macht er es ja doch.
Joachim Gauck wird von allen Parteien als Präsidentenkandidat vorgeschlagen.
Na, da wird wohl nix mehr anbrennen.
Und was die sogenannten Zufälle anbelangt:
An dem Morgen, als Wulff seinen Rücktritt erklärte und im Buchladen dies per Livestream zu sehen und zu hören war, habe ich zum gleichen Zeitpunkt das neue Buch von Joachim Gauck ausgepackt.
Dies liegt seither auf dem Tresen und vielen Kunden fällt dies als großer Werbegag auf.
Nun passt es also doch und ich lasse das schmale Büchlein erst recht dort liegen.

Joachim Gauck: “Freiheit
Ein Plädoyer
Kösel Verlag € 10,00
Dies schreibt der Verlag:
Joachim Gauck genießt in Deutschland höchstes Ansehen. In seinem neuen Buch äußert er sich eidenschaftlich zu seinem großen Lebensthema: Freiheit. Joachim Gauck weiß, wie Menschen unter Diktatur und Unterdrückung leiden. Er hat aber auch erlebt, wie ein Volk aufbegehrt und sich die Freiheit erobert.
Konzentriert und dicht hat Gauck seine Gedanken zu Freiheit und Demokratie, zu Menschenrechten und Toleranz zusammengefasst. Er spricht über die faszinierenden Möglichkeiten, die sich unserer Gesellschaft und jedem Einzelnen eröffnen, wenn wir die Freiheit zu nutzen wissen. Und über die Notwendigkeit, diese Chancen jetzt zu ergreifen.
»Wenn wir Freiheit gestalten wollen, gibt es nicht allzu viele Varianten. Ich jedenfalls kenne keine, die der westlichen Variante von Eigenverantwortung vorzuziehen wäre.«
Leseprobe
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Heute ist der letzte Tag, an dem Sie sich als Buchfreund / BuchverschenkerIn anmelden können.
Zum Welttag des Buches können Sie aus 25 Büchern eines aussuchen. Dieses erhalten sie 30 Mal und sind natürlich in der moralischen Pflicht diese unter Ihren Freunden zu verteilen.
Gesucht werden 33.333 BuchverschenkerInnen. Mal 30 Bücher giebt eine Million Bücher, die verteilt werden sollen.
Und: Es kostet nichts.

Sonntag

Heutige Geburtstage:
Carson McCullers * 1917
Jaan Kross * 1920
Thomas Brasch * 1945
Siri Hustvedt * 1955

Eine illustre Gesellschaft, die sich heute um den Geburtstagstisch versammelt hat.
Von Carson McCullers gibt es gerade eine schöne Buchkassette bei Diogenes, Jaan Kross bleibt der ewig Ungekannte, Thomas Braschs Schwester Marion Brasch bringt demnächst einen Roman über ihre Familie und ihre Brüder heraus und Siri Hustvedt muss sich mit Jennifer Egan darum “streiten”, wer die Literaturkönigin von Brooklyn ist.
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Heute mit einer neuen Morgenlektüre angefangen:
Karl Philipp Moritz: “Anton Reiser
Oh Mann, der Roman geht ja noch schrecklicher los, als ich vermutet hatte.
Diese Zustände sind ja grausam. Der arme Anton tut mir jetzt schon leid.
Und: Es kann für ihn eigentlich nur noch besser werden.
Sein Vater gehört einer christlichen Sekte an, die praktisch alles verbietet;
seine Mutter kommt gar nicht zu Wort; ihm wird als achtjähriger Bub fast ein Bein amputiert. Und als er ein Geschwisterchen bekommt wird die Lage noch schlimmer für ihn.
Das alles auf den ersten zehn Seiten. Restliche 500 folgen noch.

Dies passt sehr gut zu meiner beendeten Lektüre.
Peter Sloterdijk: “Zur Welt kommen – zur Sprache kommen
Frankfurter Vorlesungen.
Hier schildet Sloterdijk, dass nicht der Tod entscheident ist, sondern die Geburt und er verweist mehrmals auf ein schmales Bändchen von Cioran: “Vom Nachtteil, geboren zu sein.
Jetzt denken Sie bloß nicht, dass ich depressiv werde.
Ich lese zwar noch den Schluss des Buches, das ich am Freitag besprochen habe. Hier geht es um einen Brandstifter. Also auch nix Lustiges. Aber sehr spannend und sehr zum empfehlen. Ansonsten doch immer Ablenkung bei den Jugendbüchern, frechen kleinen Texten und einem lustigen Gedicht, wie diesem aus dem 19.Jahrhundert, das heute im Lyrikkalender aufgetaucht ist:

Unbekannter Dichter
Lügenmärchen

Eine Kuh, die saß im Schwalbennest
mit sieben jungen Ziegen,
die feierten ihr Jubelfest
und fingen an zu fliegen.
Der Esel zog Pantoffeln an,
ist übers Haus geflogen,
und wenn das nicht die Wahrheit ist,
so ist es doch gelogen.
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So wünsche ich Ihnen einen schönen, geruhsamen Sonntag.

Samstag

Es tut sich etwas in diesem Land.
Der erste Mann im Staat tritt zurück und kann somit auch strafrechtlich verfolgt werden.
Kommt auch nicht oft vor.
Nun bleibt abzuwarten, wie Frau Merkel weiter vorgeht.
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Heutige Geburtstage:
Alexander Kielland * 1849
Nikos Kazantzakis * 1883
André Breton * 1896
Toni Morrison * 1931
Elke Erb * 1938
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Das Wetter
Das heisst auf gut deutsch: Lesewetter
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Und damit das auch klappt, hier gleich ein Lesetipp:

John Banville: “Unendlichkeiten
Aus dem Englischen von Christa Schuenke
Kiepenheuer & Witsch Verlag € 19,99
Hermes erzählt uns eine Geschichte.
Der Gott der Diebe und Händler (u.a.) schaut zu, berichtet und versucht die Fäden in der Hand zu halten.
Ein schöner, leichter, ernsthafter, englischer, vertrackter Roman, der sich flüssig liest. Praktisch in einem Atemzug und mit ein paar Tassen Tee neben dem Sofa.
Also: Das Richtige für diesen nass kalten Sonntag, den uns der Wetterbericht oben angekündigt hat.
Es ist kein neuer Roman. Er kam in Großbritannien 2009 heraus.
Hier die Verlagsinfo:
Adam Godley, ein bekannter Mathematiker, der sich mit dem Konzept der Unendlichkeit einen Namen gemacht hat, scheint am Ende seines Lebens angekommen zu sein. Während er stumm und dennoch wach in seinem Bett liegt, treffen seine Kinder ein, um ihn noch einmal zu sehen. Da ist sein Sohn Adam, der ihm nie das Wasser reichen konnte und bis heute an der Ablehnung durch seinen Vater leidet, sowie die unglückliche und verstörte Tochter Petra, die die Namen von Krankheiten sammelt, um daraus einen Almanach zu erstellen. Erzählt wird der Roman von niemand Geringerem als Hermes, doch auch Zeus und Pan sind mit von der Partie. Sie lassen es sich nicht nehmen, in das Leben der Sterblichen einzugreifen, mal unterstützend, mal verwirrend und spöttisch.John Banville hat einen Roman geschrieben, in dem lyrische Passagen auf profane treffen und die Götter auf die Menschen. Ein tiefer Einblick in die Schwächen des menschlichen Daseins.
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Gestern im Kino.
Extrem laut & unglaublich nah
Ich habe hier schon ein paar Male darüber geschrieben.
Die zwei Stunden verfliegen wie im Flug.
Wahnsinnig schöne Bilder, Nahaufnahmen und Details.
Und wenn Sie den Roman schon kennen, fallen Ihnen viele Kleinigkeiten auf, die im Film nur angerissen werden.
Er läuft u.a. um 20:15 in der Lichtburg.
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Während ich diesen Text schreibe, höre ich übers Netz den deutschen Radiosender “byte.fm“. Im Moment läuft Gutenmorgengutelaunemusik.
Ansonsten ist mein Lieblingssender im Netz “radio fip” von radio france. Die beste Mischung im Netz.
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So. Nun die letzten Seiten meiner Morgenlektüre:
Peter Sloterdijk: “Zur Welt kommen – Zur Sprache kommen
Frankfurter Vorlesungen
Edition Suhrkamp €8,50.

Dann kommt morgen früh endlich “Anton Reiser” von Karl Philipp Moritz.
Ich halte Sie auf dem Laufenden.